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13. Dezember 2013

Drei Partner für das Gaus-Haus

Das Fachwerkhaus im Unterdorf soll laut Gemeinderat vom Heimatverein geführt werden, steht aber auch anderen Gruppen offen.

  1. Ein Lichtblick: Denzlingens Heimat- und Geschichtsverein will mit dem Förderverein und der Gemeinde künftig eng in Sachen Gaus-Haus zusammenarbeiten. Foto: Frank Kiefer

DENZLINGEN. Gemeinsam mit dem Heimat- und Geschichtsverein soll von der Verwaltung ein Nutzungskonzept für das Gaus-Haus erarbeitet werden. Damit bekennt sich der Gemeinderat zur Nutzung des historischen Fachwerkhauses am Festplatz beim Heimethues. Das Nutzungskonzept soll in einen Betriebsführungsvertrag münden. Ein, auf Vorschlag von Elfriede Behnke (SPD) entsprechend korrigierter Beschlusstext, fand die allgemeine Zustimmung der Ratsrunde. Der Verein hatte angeboten, die Organisation der Nutzung durch Dritte zu übernehmen.

"Was nützt das schönste Konzept, wenn wir nicht wissen, wie das Haus saniert werden soll", sahen Reiner Uehlin (FDP/BL) und Bernhold Baumgartner einen direkten Zusammenhang zwischen Nutzungs- und Umbaukonzept. Deshalb sei ein detailliertes Ausarbeiten des Nutzungskonzepts und insbesondere des Betriebsführungsvertrages zum aktuellen Zeitpunkt "für beide Partner schwierig", so Baumgartner. Jochen Himpele (SPD) sah zudem Korrekturbedarf bei den Vorstellungen der Verwaltung, wie die Nutzung aussehen könnte. "Es ist bedenklich, wenn politische Parteien und Gruppierungen kategorisch ausgeschlossen sind", so Himpele. Außerdem sei es bislang üblich, dass alle öffentlichen Räume von der Gemeinde vergeben werden.

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Werde dies dem Heimat- und Geschichtsverein übertragen, bedeute dies die Abkehr von der Praxis. Wunsch der Gemeinderäte ist es zudem, dass der Heimat- und Geschichtsverein mit dem Förderverein Gaus-Haus die Vorstellungen der Nutzung des Hauses abgleicht. Letztlich bleibt die Nutzung des Hauses unter dem Finanzierungsvorbehalt, dass Sanierung und Umbau gefördert werden, so Silke Höfflin (Grüne). Diese Förderung sei ein Nasenwasser, so Elfriede Behnke. "Wir legen uns auf nichts, zumindest aber endlich auf einen Gesprächspartner fest", erklärte Guido Echterbruch (CDU).

Für Joachim Müller-Bremberger, den Vorsitzenden des Heimat- und Geschichtsvereins, war auf BZ-Anfrage die Sitzungsvorlage nicht detailliert abgestimmt. "Wir übernehmen das Haus als Ansprechpartner, lassen aber noch andere rein". Probleme sieht er, wenn die Gemeinde nicht ins Sanierungsförderprogramm kommt: "Dann das Haus vor die Hunde", fürchtet er um die leidende Bausubstanz. Dennoch herrsche im Verein eine "Grundzufriedenheit" mit der Ratsentscheidung.

"Unsere Bemühungen decken sich im großen Ganzen mit denen des Heimatvereins", so Joachim Euchenhofer, der Vorsitzende des Gaus-Haus-Fördervereins gegenüber der BZ. Es sei gut, dass die Gemeinde den ersten Schritt getan habe. Er könne sich vorstellen, aus den unteren Räumen einen Versammlungsraum zu machen. Vorrangig sei es aber, das Dach neu einzudecken und das Gebäude dann in den Wänden mit Röhrenheizung zu betreiben, wobei ein Lehm-Weidegeflecht das Innere zudem isoliere.

Autor: Markus Zimmermann und Frank Kiefer