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13. September 2011

Dreschen auf dem neuen Dorfplatz

Zum "Tag der Heimat" bot Denzlingens Heimat- und Geschichtsverein erstmals seinen Hock auf dem neuen Platz im Unterdorf.

  1. Kinder und auch manche Väter hatten ihren Spaß am Schifflebauen und starteten dann zur Glotter-Regatta. Foto: Christian Ringwald

  2. Per Transmissionsriemen wurde die Kraft vom Bulldog auf die Dreschmaschine übertragen. Foto: Ringwald

DENZLINGEN. Erstmals hat am Sonntag, dem Tag der Heimat, der Heimatverein seinen traditionellen Hock auf dem neuen Festgelände an der Glotter zwischen dem Heimethues und dem Gaus’schen Fachwerkhaus gefeiert. Eine weitere Premiere: Die von der "Dienstagsgruppe" renovierte Dreschmaschine wurde der Öffentlichkeit präsentiert. "Das Festgelände ist geradezu ideal, so Vorsitzender Joachim Müller-Bremberger". Der rege Publikumszuspruch belohnte die Arbeit des Heimat- und Geschichtsvereins.

Mit einem Bulldog-Corso war das Fest publikumswirksam eingeläutet worden. Rund 30 teils betagte Traktoren waren nämlich am Tag zuvor durch die Storchenturmgemeinde getuckert und warben so für den Hock am "Tag des Denkmals". Am Festtag war dann die Hauptstraße im Bereich des Festgeländes gesperrt und diente als Aufstellungsplatz für die historischen Traktoren.

Vor der Museumsscheune war die – über 80 Jahre alte – Dreschmaschine platziert, die dann nachmittags offiziell wieder in Betrieb gestellt wurde. Die Männer der Dienstagsgruppe hatten sie nicht nur hergerichtet, sondern gleich auch das nötige Getreide in mühevoller Handarbeit geerntet, so dass richtig gedroschen werden konnte. Wie in früheren Zeiten war die Maschine über einen Riemen mit einem – ebenfalls betagten – Traktor verbunden.

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Als das Dieselross gestartet wurde, stand ein Mann oben auf der Dreschmaschine und legte das Getreide ein, zwei Helfer nahmen unten das ausgedroschene Stroh wieder ab. Das Ganze knatterte und staubte gewaltig, und gerade die zahlreich anwesenden Älteren fühlen sich an frühere Zeiten erinnert oder gar in ihre Jugend versetzt. So war am Rande der Vorführungen immer wieder zu hören, "ja so war’s" oder "eine Knochenarbeit". Auf jeden Fall zeigten sich die Besucher erfreut, dass die alte Tradition gepflegt wird, aber auch darüber, dass die Arbeit heute bedeutend einfacher erledigt wird.

Bei hochsommerlichen Temperaturen ließen viele Denzlinger ihre heimatliche Küche kalt und nahmen den Sonntagsbraten beim Heimatfest ein. Über 50 Helfer waren vor und hinter den Kulissen im Einsatz. Vor dem "Gaus-Haus" war die Kaffeestube aufgebaut. Alle Kuchen seien von Mitgliedern und Freunden selbst gebacken und auch der Kartoffelsalat war hausgemacht. Gerne würde Joachim Müller-Bremberger das "Gaus-Haus" in die Museumsanlage fest integrieren. Entsprechende Gespräche darüber liefen mit der Gemeinde derzeit. Überhaupt war der Vorsitzende voll des Lobes: Das neue Festgelände biete ganz andere Möglichkeiten als der Platz vor und hinter der Museumsscheune. Das Einzige, was am Sonntag fehlte, waren ausreichend Schattenplätze. Eine dieser "neuen Möglichkeiten" ist die Einbeziehung der Glotter. So gab es erstmals eine "Holzschiffchenregatta" und die Schiffchen konnten an Ort und Stelle unter fachmännischer Anleitung gebaut werden.

Nachmittags war dann auch die nahe gelegene Michaelskirche – besser bekannt als "Storchenturm" – geöffnet. Auch sie beherbergt ein museales Kleinod: die Sammlung des Denzlinger Künstlers Theodor Zeller.

Autor: Christian Ringwald