Eintauchen in die Welt Elfjähriger

Markus Zimmermann

Von Markus Zimmermann

Sa, 20. Oktober 2018

Denzlingen

Manfred Klimanski aus Denzlingen schreibt ein Kinderbuch.

DENZLINGEN. "Wann schreibst du was für uns?" Die Enkel lagen Manfred Klimanski schon länger damit in den Ohren, mal eine Geschichte für sie zu Papier zu bringen. Eine Bitte, der sich der heute 71-Jährige lange verschloss. Schließlich wollte der langjährige Kanzler der Freiburger Musikhochschule nach seiner Romantrilogie einen Politthriller schreiben. "Dann ist mein Plott durch die Realität verreckt", sagt er. Seine Geschichte ließ sich nicht mehr erzählen, weil sie bereits in den Nachrichten stand. Zeit also für den Denzlinger, dem Wunsch der Enkel nachzugeben.

Ein gutes Jahr später liegt er nun vor, der Klimanski für Kinder. "Allerhand los in der Rutmannsfelder Landstraße" heißt der Titel. In der Geschichte werden eine Katze und ein Hund vergiftet. Die elfjährigen Mädchen Anna und Mari regen sich darüber auf und wollen, gemeinsam mit Julien, ihrem Klassenkameraden, den Täter finden. Tierliebe, das sei für Kinder um die Zehn etwas ganz Wichtiges und Bedeutendes. So geht die Story auf das Erleben seiner Enkel zurück, bekennt Klimanski. "Als ich die Idee der Geschichte hatte und dazu die Hauptfiguren, war das Schreiben nicht mehr so schwierig", erzählt er von seiner Arbeit. Dass er bei der Hälfte immer noch nicht wusste, wer jetzt eigentlich der Täter ist, sei für ihn nicht so schlimm gewesen. Beim Scheiben entwickle sich vieles. Dafür war für ihn als "Sozi", wie er sagt, "natürlich völlig klar", dass die Kinder auf eine Gemeinschaftsschule gehen, die dann auch noch nach Annemarie Renger benannt ist – und eben nicht aufs Gymnasium.

Mehr Gedanken habe er sich dagegen darüber gemacht, ob es die Elternhäuser, von denen er ein Bild im Kopf hatte, überhaupt noch gibt. "Wie sind Familienstrukturen heute, werden Eltern von heute noch sauer, wie viel Freiheit lassen die ihren Kindern oder eben wie wenig Freiheit haben die Kinder noch?" So lauteten die Fragen, die es zu klären galt. Ganz davon abgesehen, dass er in eine völlig andere Lebenswelt eintauchte. "Sprechen die Kinder so wie ich es mir vorstelle und formuliere, wie sprechen sie untereinander?", fragte sich Klimanski. Geholfen haben ihm letztlich Menschen, die näher dran sind an den Elfjährigen von heute.

Ein bisschen Pädagogik in der Geschichte

"Am Ende ist auch noch ein bisschen Pädagogik in der Geschichte", sagt Klimanski. So zeige sich, dass nicht immer der schon der Täter sein muss, der danach aussieht. Typen, die anders sind und so dazu neigen, Vorurteile auf sich zu ziehen, hat Klimanski bereits in seiner Krimitrilogie beschrieben. Wichtig war dem Autor aber bei aller Gelehrsamkeit, "nicht mit dem Zeigefinger daher zu kommen". Mit geübten Zeichenfingern hat Saskia Bannasch das Buch illustriert.

Gespannt ist Manfred Klimanski nun darauf, wie das Buch bei den jungen Lesern ankommt. Eine Lesung in Münzingen auf der Alb ist auch schon vereinbart. Genauso gespannt ist er auch darauf, wie sein erster Band der Schnitt-Trilogie in Italien ankommt. Einer Übersetzerin war die Trilogie auf der Leipziger Buchmesse aufgefallen. Unter dem Titel "Senza fiato. La prima indagine di Heinz Schmitt" erscheint das Buch im November. Mittlerweile besucht Klimanski einen Italienischkurs bei der Volkshochschule – wer weiß, wann es zur ersten Lesung kommt?

Manfred Klimanski, Allerhand los in der Rutmannsfelder Landstraße, eine Detektivgeschichte für Kinder ab neun Jahren; verlegt als Book on Demand unter ISNB 978-3-7481-0804-7, Preis: 7,95 Euro. Bei der Denzlinger Buchhandlung Losch gibt es Leseproben.