Es gilt, die Ärmel hochzukrempeln

Herbert Geisler

Von Herbert Geisler

Sa, 30. Januar 2016

Denzlingen

Die Aktivisten des Denzlinger Heimat- und Geschichtsvereins wollen fürs Gaus-Haus rund 50 000 Euro in Eigenleistung erbringen.

DENZLINGEN. Tradition unter Anpassung an die Moderne weiterführen: Der Heimat- und Geschichtsverein veranschaulichte dieses Vorgehen jüngst in seiner Jahresversammlung, indem er seine Führungsspitze bestätigte und die Sanierung des Gaus-Hauses planerisch vorantrieb.

Die Verankerung des Vereins im Ort charakterisierte Vorsitzender Joachim Müller-Bremberger: "Fast schon unheimlich, der Hock am Heimathues – ein echtes Dorffest, bei dem viele helfen und zu dem viele kommen!" Dies sei eine der Gelegenheiten, die das Wirken des Vereins im öffentlichen Bewusstsein lebendig hielten, und es Kassierer Holger Knöller ermöglichen, über eine sehr zufriedenstellende Kassenlage zu berichten.

Aus der Dienstagsgruppe wusste Reiner Lege, dass im Heimathues vernetzte Brandmelder installiert wurden und die "Mosthexe" mit ihrer Doppelfunktion als Trotte und Rätsche hergerichtet und ihre Funktionstüchtigkeit öffentlich beim Trotti-Fest am Denzlinger Heimethues bewiesen habe.

Die Reihe "Kultur im Storchenturm" wird erfolgreich weiter betrieben und hat als "Kulturnische" Organisator Daniel Böhler zufolge stetig wachsenden Zulauf. Vom Umsorgen "heimischer" Störche und von vier aufgezogenen Jungen zweier Storchenpaare berichtete Manfred Wössner. Ortshistoriker Dieter Ohmberger resümierte gut angenommene Veröffentlichungen zur Lokalgeschichte. Forschungen über den 1943 erschossenen Polen Kazimierz Dworak, dessen Grab an der evangelischen Kirche noch geheute gepflegt, wird, ergaben einen Kontakt zu einer von dessen Großnichten, die demnächst Denzlingen besuchen möchte.

Des Vizevorsitzenden Zimmermanns detaillierte Spiegelung der "historischen Entwicklung" mündete im nunmehr sechsten Jahr in eine Diskussion über machbare Überlegungen zur Zukunft des Gaus-Hauses. Dabei wurde an dem Abend deutlich, dass der Verein willens ist, erhebliche Eigenleistungen dafür einzubringen und die dringend erforderlichen Sanierungen anzupacken.

Eigenleistungen fürs Gaus-Haus

Die Alternativen: Eine wohl aufwändigere, vom Land aber mit großem Anteil bezuschusste oder eine geringer kalkulierte "gemeindeeigene" Lösung. In dieser erkannte Holger Knöller Sparpotenzial: "Wenn die Gemeinde 150 000 Euro bereitstellt, und wir 50 000 Euro durch Eigenleistung erbringen, ist das günstiger als wenn – wie in einer Architekten-Kalkulation veranschlagt – 400 000 Euro ausgegeben würden, wovon das Land 200 000 Euro übernähme." Bürgermeister Markus Hollemann betonte, es bleibe unbestritten, dassder Verein Betriebsführer des Hauses sein solle und sah wie etliche Redner in der Dachsanierung die drängendste Aufgabe, die wohl mit 41000 Euro zu Buche schlage.

Mit oder ohne Fördermittel – entscheiden werde darüber der Gemeinderat; er zeigte sich zuversichtlich, dass das im Sommer der Fall sein werde. Die gleiche Ansicht vertrat Reiner Uehlin. Friedrich Panknin akzentuierte: "Der staatliche Zuschuss erweist sich eher als Hindernis."
Wahlen: Die von Bürgermeister Markus Hollemann geleiteten Wahlen ergaben bei schriftlicher Abstimmung eine eindeutige Bestätigung des Vorsitzenden wie seines Vertreters Roland Zimmermann, per Akklamation die der Beisitzer Dieter Ohmberger, Ruth Nübling, Hartmut Nübling, Reinhold Köller, Elke Fehrenbach, Siegfried Buderer.