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10. Juli 2013

Gaus-Haus liegt ihm am Herzen

Joachim Euchenhofer gründet mit Interessierten Förderverein.

  1. Ein Förderverein für das Gaus-Haus im Denzlinger Unterdorf ist gegründet. Foto: Frank Kiefer

  2. Joachim Euchenhofer Foto: Frank Kiefer

DENZLINGEN. Bis zur Sommerpause hatte Bürgermeister Markus Hollemann versprochen, eine Zwischenbilanz in Sachen Gaus-Haus zu ziehen. Derzeit ist von anderer Seite ein "Förderverein für den Erhalt des Gaus’schen Fachwerkhauses" in Gründung. Ziel ist es, das denkmalgeschützte Gebäude zu erhalten oder gar auf die Grundversion aus dem Baujahr 1728 zurückzubauen. Designierter Vorsitzender ist Joachim Euchenhofer.

"Wir sehen uns als Katalysator zur Anregung und Beschleunigung des blockierten Prozesses", erläutert der in der Gründungsversammlung gewählte Joachim Euchenhofer am Dienstag gegenüber der BZ. Derzeit liefen die Vorbereitungen, den künftigen Förderverein auch ins Vereinsregister aufnehmen zu lassen. Aus den 8 Mitstreitern der ersten Stunde wurden am Donnerstag 16 Vereinsmitglieder, die den 81-jährigen Euchenhofer zum Vorsitzenden sowie David Luckner zum Schriftführer und Ingo Ottinger zum Kassierer wählten.

Der Ideengeber wohnt in Sichtweite zum Gaus-Haus, 1966 hatte er an der Marchstraße ein Einfamilienhaus gebaut. Seither interessiert er sich für das Fachwerkhaus. In einem BZ-Leserbrief hatte er bereits darauf hingewiesen, dass mit dem "Inselhaus" an der Rocca bereits ein anderes Haus – allerdings nicht unter Denkmalschutz – gerettet wurde. "Warum soll dies nicht auch beim Gaus-Haus funktionieren", fragt Euchenhofer und hat – nachdem er beim Heimatverein angeklopft, dort aber eher Skepsis geerntet hatte – in Eigenregie ein Treuhandkonto eröffnet.Der Initiator hatte sich auch bei Bürgermeister Markus Hollemann erkundigt, der ihm erläutert hatte, dass derzeit keine großen Gelder zur Verfügung stehen. "Ansonsten war es ein sehr gutes Gespräch", so Euchenhofer. Gleiches galt auch für die Unterhaltung mit Ortsbaumeisterin Helga Monauni. Rund 300 000 Euro seien wohl nötig, um das Haus in den Urzustand zurückzuversetzen, Geld, das die Gemeinde nicht hat. Mit im Boot seien im neuen Verein auch zwei Gemeinderäte, die wie die übrigen Gründungsteilnehmer konstruktive Vorschläge machten. Eine museale Verwendung sei anzustreben, vielleicht auch ein Ort der Begegnung. Nur gegen Toiletten im Haus wendet sich Euchenhofer, weil sie nicht dem Urzustand entsprächen. Keinesfalls strebe er eine Konfrontation mit dem Heimatverein an. Die Gemeinde sei Eigentümer, und es sei am Rat, zu entscheiden, was mit dem Haus passieren soll. "Nur in einer Atmosphäre gegenseitigen Vertrauens ist eine vernünftige Zusammenarbeit möglich", so Euchenhofer.

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Zwar schätzt Joachim Müller Bremberger das Engagement sehr: "Taktisch macht es aber keinen Sinn. Wir warten auf Signale der Gemeinde." Mit einem Verein mehr werde die Bürokratie größere. Die Grundidee eines Rückbaus wie im 18. Jahrhundert sei dann richtig, wenn es sich um ein Freilichtmuseum handeln würde. "Wir wollen den Gemeinderat aus der Deckung locken", so der Chef des Heimatvereins, der bedauert, dass im Vorfeld kein gemeinsames Ziel verfolgt werde. So könnten die Vereine "auseinanderdividiert werden". Zuschüsse seien erst in Sicht, wenn die Gemeinde mit ihrem Areal auch ins Landessanierungsprogramm komme.

So sieht es auch Bürgermeister Hollemann, der für Vorschläge offen ist. Bis Herbst will er mit dem Gemeinderat Nutzungsvarianten erarbeitet haben.

Spenden: Wer den Förderverein unterstützen will, kann bei der Volksbank Breisgau Nord (BLZ 680 900 00) aufs Konto: 2609 1972 02 spenden.

Autor: Frank Kiefer