Gestern und heute gegenübergestellt

Markus Zimmermann

Von Markus Zimmermann

Sa, 01. Oktober 2016

Denzlingen

Jubiläum der Denzlinger Partnerschaft mit Konstancin-Jeziorna / Fotoausstellung über Geschichte im Neuen Rathaus.

DENZLINGEN. Über den Kirchturm hinaus blicken hilft, die eigene Situation wieder ganz neu zu betrachten. In diesem Sinn bieten Partnerschaften einen unendlichen Fundus an Anregungen. Beispiele dafür bietet auch die Ausstellung, die am Freitagabend im Foyer des Neuen Rathauses eröffnet wurde und bis zum 20. Oktober zu sehen ist. Historische Fotografien werden dabei aktuellen Ortsansichten gegenübergestellt: nicht nur von Denzlingen, sondern auch von der polni

schen Partnerstadt Konstancin-Jeziorna.

Heiß diskutiert wird in der Storchenturmgemeinde schon lange, wie und wo sie sich entwickeln sollte. Eine Frage, die sich aber auch in der polnischen Partnergemeinde im Großraum Warschau stellt. Der Rückblick verdeutlicht, dass Gemeindeentwicklung Spuren hinterlassen hat. Fotografien beider Gemeinden, aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts und von heute, zeigen dabei Parallelen. Diese bieten so während des Besuchs von Gästen aus der Partnerstadt Themen zum deutsch-polnischen Dialog. In diesen Tagen wird das fünfjährige Bestehen dieser Verbindung gefeiert.

Von Beginn an war das Konzept nicht auf Gegenüberstellung alter und aktueller Fotos der Storchenturmgemeinde beschränkt, sondern an die Parallele mit Konstancin gedacht, erklärt Denzlingens Ortshistoriker Dieter Ohmberger. Für ihn war es kein Problem, das gesuchte Material für Denzlingen zu finden. "Das Archiv des Heimat- und Geschichtsvereins ist sehr umfangreich", sagt er. Die Gemeinde musste er nur um ein Luftbild vom sanierten Schwimmbad bitten.

Dagegen war es laut Ludger Vorberg, der sich um die Bilder aus Polen kümmerte, "keine leichte Geburt". Viele der Dokumente stammen aus dem Kulturhaus in Konstancin, manche werden dort auch in einem virtuellen Museum gezeigt. "An die meisten Bilder kam ich über Links oder sie wurden mir per Mail zugesandt", erzählt Vorberg.

Obwohl manche nur als ganz kleine Dateien zur Verfügung standen, ist Vorberg, der sich um die technische Aufarbeitung der Bilder kümmerte, vom Ergebnis seiner Bearbeitung und des Drucks durch das Medienhaus Denzlingen positiv überrascht. Zugleich ist er aber auch ein wenig enttäuscht, denn gerade Fotos neueren Datums "scheinen mehr Probleme gemacht zu haben", sagt Vorberg beim Blick auf die Thementafeln.

Gut genug sind sie jedoch allemal, um auf zweimal 12 Tafeln die jeweils örtlichen Verhältnisse zu erhellen und daneben die in der 1 300 Kilometer entfernten Gemeinde zu beleuchten. "Wir hätten noch viel mehr zeigen können", sagt Ohmberger. Dass die Macher sich bei ihrer Arbeit dann letztlich beschränken mussten, liegt einerseits am begrenzten Ausstellungsraum. Andererseits gibt es nicht zu allen Feldern das thematische Äquivalent. Eines ist für Ohmberger offensichtlich. "Wir hatten alle nach dem Krieg das Stunde-Null-Gefühl", betont er.

Freuen würde er sich zudem, wenn sich Partnerschaftsfreunde finden würden, die Ähnliches zu den anderen Partnerstädten organisieren. "Vielleicht wäre es zu viel Material für eine Ausstellung", sagt Ohmberger und denkt daran, dann aus den vielen Fotos eventuell einen Bildband zu machen. Eines ist jedoch jetzt schon klar: In Konstancin wird die aktuelle Ausstellung auch gezeigt.