Kultur- und Bürgerhaus

Modellbahnausstellung in Denzlingen: Großer Andrang auf die Miniaturen

Markus Zimmermann

Von Markus Zimmermann

Mo, 20. Februar 2017

Denzlingen

Die Premiere der Modellbahnausstellung in Denzlingen stößt auf viel Interesse bei jungen und älteren Besuchern.

DENZLINGEN. "Super, ich bin überwältigt", freut sich Manfred Grimm schon nach den ersten Stunden der Modellbahnausstellung im Denzlinger Kultur- und Bürgerhaus über den Zuspruch. Für den Gründer des Freiburger Märklin-Insider-Stammtisch (MIST) steht schon früh am Samstag fest, dass sich die Stunden gelohnt haben, die es am Vorabend brauchte, bis die Modulanlage stand.

Wer Grimm aufmerksam zuhört, bekommt schnell einen Eindruck davon, was "Faszination Modelleisenbahn" bedeutet. "Sehen sie diesen Abschnitt, wie sich die Züge in einer leichten S-Kurve dezent neigen", schwärmt er. Das sei doch etwas ganz Anderes, wie Gleise die schnurgerade verlaufen. Klar ist für ihn, bei einem Bahnübergang dürfen sich Schienen und Straße nicht rechtwinklig begegnen und "Spannung verleiht der Szenerie, wenn die Straße leicht bergan führt". Schnell wird spürbar, was Grimm meint, wenn er erklärt, am Modellbau fasziniere ihn die Technik und das Künstlerische. "Ich will das ideale Abbild der Realität schaffen", betont er. Seinen Kindheitstraum, eine Modelleisenbahn, konnte er sich erst mit Mitte 30 erfüllen. Viel abgeschaut hat er den Profis des Modellanlagenbaus bei Faller.

Modellbahnkollege Rudi Nitsche hatte zumindest in der Jugend einen Kreis, Loks und Anhänger, doch nach der Schulzeit war die es vorbei mit Modellbahnherrlichkeit. Die Idee einer richtig großen, eigenen Anlage, hat den 66-Jährigen jedoch ein Leben lang begleitet. Die Idee hatte er immer im Kopf, das Konzept füllt Papierseiten, doch jetzt erst beginnt er mit der Umsetzung. Reizvoll für ihn ist "vor allem aber die so unterschiedliche Arbeit". Modellbau, das habe mit Holz zu tun, aber auch mit Strom und Elektronik. Auf die vielen digitalen Funktionen der neuen 103 von Märklin freut er sich schon jetzt. Und darauf, wenn mit 70 die Anlage fertig ist, mit einen Glas Rotwein in der Hand nur noch Züge rollen zu lassen.

Die Baureihe 103 wird jedoch nie über die Anlage rollen, die in Denzlingen gezeigt wurde. Die ist einer früheren Eisenbahnepoche zuzuordnen und vielleicht macht das den besonderen Reiz aus. Denn nicht nur der 7-jährige Julius Philipp und sein zwei Jahre jüngerer Bruder Johannes sind begeistert von der Geräuschkulisse, dem Fauchen und Stampfen der längst von den echten Schienen verschwundenen Dampfrösser. Auch ältere Herren und nicht zuletzt Mädchen und Frauen jeglichen Alters leuchten die Augen, wenn sich diese Dampfmaschinen auf Rädern kraftstrotzend über die Gleise vorwärtsschaffen.

Der Besuch einer Modellbahnausstellung ist eine Familienveranstaltung. Lange überreden muss Hans-Jörg Wössner seine Kinder zu so einem Ausflug nie. Wie erfahren er ist, verdeutlicht der kleine Klapphocker, den er mitgebracht hat. Die jüngeren Besucher reichen kaum mit der Nasenspitze über die Kante der Anlagen, da können 15, 20 Zentimeter höher ein echter Zugewinn sein und erspart den Eltern das Tragen des Nachwuchses.

Dem ist zwischendurch ein bisschen langweilig. Vom Vortrag des Architekten Friedrich Panknin, im Mittelpunkt stehen historische Bahngebäude zwischen Denzlingen und Offenburg, haben die nicht viel. Gespannt lauschen dem dafür viele ältere Semester. Für die Ausrichter, der örtliche Heimat- und Geschichtsverein, steht fest: Die Premiere einer Modelleisenbahnausstellung in Denzlingen war ein Volltreffer.