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27. Januar 2016

Interessant – heute und in 100 Jahren

Der neue Jahresrückblick des Heimat- und Geschichtsvereins hat viele lesenswerte Details aus dem Vorjahr vorzuweisen.

  1. Sie sind die Männer hinter dem neuen Denzlinger Jahresrückblick: Wolfgang Schüller, Dieter Ohmberger und Helmut Kunkler (von links). Foto: Max Schuler

DENZLINGEN. Der neue Denzlinger Jahresrückblick ist da. Dieter Ohmberger stellte die neunzehnte Auflage im Denzlinger Rathaus vor. Zusammen mit Helmut Kunkler und Wolfgang Schüller hat er das 80 Seiten starke Heft präsentiert. Es ist eine Mischung aus Chronik und interessanten Geschichten.

"Es war wie immer eine Riesenarbeit", sagte Ohmberger. Bei der Erstellung des Rückblicks denkt der Ortshistoriker zusammen mit seinem Kollegen immer an zukünftige Generationen. "Wir stellen uns immer vor, was in 50 bis 100 Jahren von Interesse sein könnte." Oft wäre er froh, wenn in der Vergangenheit so akribisch die Ortshistorie dokumentiert worden wäre. "Wie schön wäre es, wenn wir so einen Einblick in die Gemeinde aus dem 18. Jahrhundert hätten", sagt Ohmberger.

Dass es Dani Toma Eena einmal in die Gemeindechronik von Denzlingen schaffen würde, konnte er sich vor ein paar Jahren sicher nicht vorstellen. Der junge Mann ist aus Bakhdida aus dem Irak nach Denzlingen geflohen – seine beeindruckende Fluchtgeschichte arbeitete Dieter Ohmberger auf. Der Historiker kann sich auch vorstellen, in einem unabhängigen Projekt die Reiserouten und Schicksale von noch mehr Flüchtlingen zu dokumentieren, die momentan in Denzlingen leben.

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Auch die Geschichte der Bäckerei Dick ist im neuesten Denzlinger Rückblick nachzulesen. Nach der Lektüre weiß man auch, dass die Eisenbahnlinie von Denzlingen nach Waldkirch 140 Jahre alt ist. Spannend ist zudem ein Bericht aus dem Jahre 1847, den der damalige Pfarrer und Bürgermeister verfassten. Damals herrschte eine schwere Hungersnot und es wurden Überlegungen angestellt, notorisch arme Denzlinger nach Amerika zu schicken.

Die beiden jüngsten Mitarbeiter am Rückblick, Kevin Oberst und Lukas Winkler, haben sich auch verdient gemacht, indem sie die Niederschlagsmenge und die Temperaturschwankungen in Denzlingen im Jahresverlauf aufzeichneten. Laut Ohmberger könne man daran ablesen, dass es in den vergangen Jahren wärmer geworden ist.

Der Denzlinger Rückblick erscheint in einer Auflage von 600 Stück. Die Hälfte hat sich bereits die Gemeinde gesichert, die damit unter anderem Neubürgern das Gemeindeleben näher bringen möchte. Die andere Hälfte ist im freien Verkauf erhältlich.

Die Kosten für das Heft beziffert Ohmberger auf 2600 Euro, was über Sponsoren finanziert wird. Doch durch die Geldgeber soll nicht nur der Druck finanziert werden, auch die abgebildeten Anzeigen können für nachfolgende Generationen historisch wertvoll sein, weil sie eine Aussage auf das Wirtschaftsleben von einst zulassen.

Info: Der Rückblick 2015 ist für 2,50 Euro an folgenden Verkaufsstellen erhältlich: Bäckerei Dick, Bahnhofskiosk, Buchhandlung Losch, Getränke Bechthold, Hofladen Schwaab, Mediathek, Schreibwaren Markstahler.

Autor: Max Schuler