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12. Februar 2014

Interesse an der Heimat wächst

Sanierung des Denzlinger Gauss-Hauses lässt auf sich warten.

  1. Die Bulldogparade am Vorabend des Tags der Heimat brachte dem Heimat- und Geschichtsverein rund 30 neue Mitglieder. Foto: ARCHIV: Frank Kiefer

DENZLINGEN. Geduld fordert das historische Gauss-Haus den Mitgliedern des Denzlinger Heimat- und Geschichtsvereins ab. Die Nutzung und Bewirtschaftung des Fachwerkhauses am Heimethuesplatz, das im Jahr 1728 erbaut worden war, wurde dem Verein jüngst vom Gemeinderat anvertraut. Doch wann die Mitglieder das Gebäude nutzen können, steht noch in den Sternen. In Sachen notwendigen Sanierung bat Bürgermeister Markus Hollemann jüngst noch um etwas Geduld.

"Ich weiß, dass die Frage, wann endlich etwas passiert, viele sehr beschäftigt", erklärte Hollemann. Dennoch forderte er dazu auf, bis April oder Mai zuzuwarten. Etwa zu diesem Zeitpunkt erwarte die Gemeinde den Bescheid, ob sie in das Landessanierungsprogramm aufgenommen wird und damit auf Städtebaufördermittel bauen kann. Diese sollen auch genutzt werden, um das alte Denzlinger Wohnhaus wieder nutzbar zu machen. Es ist im Kern viel älter ist als das an einer Tafel ausgewiesene Jahr der Erbauung, so Bauforscher Bernhard Lohrum.

Zuversichtlich ist Hollemann, dass dieses Mal der Antrag auf Aufnahme ins Förderprogramm positiv beschieden wird. "Eine voreilige Herrichtung zur Nutzung" hält Hollemann nicht für den richtigen Weg. Die Gemeinderäte Otto Frey (CDU) und Reiner Uehlin (FDP) sprachen sich dagegen dafür aus, unabhängig von der Förderzusage mit den notwendigen Arbeiten möglichst bald zu beginnen.

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"Für mich sind alle Seiten verständlich", erklärte Joachim Müller-Bremberger. Der Vereinsvorsitzende bat vor allem darum, das Gauss-Haus nicht zum Streitthema des anstehenden Kommunalwahlkampfes zu machen. Aus seiner eigenen Erfahrung im Bereich der Stadterneuerung könne er sagen, dass ein Förderprogramm eine Verpflichtung für die Kommune sei zu investieren und dies in einem begrenzten Zeitrahmen. Schon mit dem Antrag lege sich eine Gemeinde fest, neben den Fördermitteln eigene Mittel für Verbesserungen einzusetzen und die Umsetzung werde dann auch hinterfragt. Froh zeigte er sich, dass Gemeinde, Heimat- und Geschichtsverein und der Förderverein für den Erhalt des Gaus‘schen Fachwerkhauses weitestgehend einig über das Nutzungskonzept seien.

Sehr erfolgreich seien die Veranstaltungen des vergangenen Jahres verlaufen, so Müller-Bremberger. Herausgehoben wurde durch die Ehrung des Initiators Daniel Böhler die erfolgreiche Reihe "Kultur im Storchenturm", die mittlerweile ein Selbstläufer sei. Walter Schwaab wurde gedankt, denn er hatte durch eine Mitgliederwerbeaktion im Rahmen des Bulldog-Korsos 30 neue Mitglieder gewinnen können. "Er hat vorgemacht, wie erfolgreiche Mitgliedergewinnung funktioniert", so Müller-Bremberger.

Rund 150 Mitglieder – darunter einige Familienmitgliedschaften, so dass Müller-Bremberger von über 200 Personen ausgeht – habe der Verein mittlerweile. Gewürdigt wurde auch Sarah Fehrenbach, die sich zur Wahl der Breisgauer-Weinprinzessin gestellt hatte und nun Botschafterin ihrer Heimatgemeinde sei.

Die Jahresleistung der Dienstagsgruppe bilanzierte Manfred Wössner. Die sieben "Rentner" hatten 2013 rund 850 Stunden mit der Pflege und der Aufarbeitung historischer Maschinen und Kleingeräte sowie des Museumsareals zugebracht. "Sorgen bereitet an Ausstellungsstücken und dem Gebäude der Holzwurm", so Wössner. Zahlreiche Besuchergruppen seien von den Mitgliedern der Dienstagsgruppe durch die Sammlung geführt worden. "In den Storchennestern überlebte jeweils ein Jungvogel die Widrigkeiten des Wetters", so Wössner.

Wahlen: Vize-Vorsitzender wird Roland Zimmermann; Dieter Ohmberger wechselt auf den Beisitzerposten.

Autor: Markus Zimmermann