Lachattacken am Fließband

Markus Zimmermann

Von Markus Zimmermann

Di, 14. Oktober 2014

Kreis Emmendingen

400 Zuschauer bei der Kiwanis-Comedy-Night in Denzlingen.

DENZLINGEN. Schrille Töne und derbe Sprüche sind oft Bestandteile dessen, was unter dem Begriff Comedy unters Volk gebracht wird. Dass dies jedoch nicht zwingend so sein muss, stellten die Akteure bei der zweiten Kiwanis-Comedy-Night unter Beweis: Mehr als 400 Besucher dieser Benefizveranstaltung hatten am Samstag im Kultur- und Bürgerhaus ihren Spaß an ausgefeilter Wortakrobatik, spitz zu geschliffenen musikalischen Beiträgen und anspruchsvoller Artistik.

Fast schon eine Garantie für anspruchsvolle Darbietungen bei diesem von sieben Kiwanis-Clubs aus der Region Freiburg gemeinsam veranstalteten Unterhaltungsabend ist Adelheid Hetzel-Mack. Die Erfahrung und die Kontakte der Geschäftsführerin des Freiburger Künstler Service, Mitglied in einem der Kiwanis-Clubs, spiegelten sich so auch während den drei Stunden auf der Bühne wieder. So kamen die Besucher unter anderem in den Genuss des Duett Complett. Schon beim Weihnachtszirkus hatten Simon Flamm und Thomas Scharffert begeistert mit ihrem artistisch arrangierten Flamenco, bei dem Musiker wortwörtlich auf dem Kopf stehen – eine faszinierenden Kombination von flinkem Gitarrenspiel mit schweißtreibenden Kraftakten. Ebenfalls Zelterfahren als Leiter des Zirkusorchesters präsentierte sich Martin Glönkler, dieses Mal auch als geschliffener Unterhalter, mit Zitaten aus der Fußballwelt und als Musiker, der auch über sich selbst lachen kann.

Der Abend hätte auch gut als Musik-Night firmieren können, denn dank Parodist Tobis Knacke stand die ganze Welt der Musik auf der Bühne. Mit dem Welthit "Jäger aus Kurpfalz" in asiatischer, russischer oder afrikanischer Version stellte er seine Wandlungsfähigkeit ebenso unter Beweis, wie mit seinem musikalischen Schnelldurchlauf – elf Künstler in sieben Minuten.

Volles Tempo bot Gunzi Heil. "Steinmeier, Steinbrück, Rubinstein, Einstein" – brauche es noch mehr Belege dafür, dass wir in der Steinzeit leben, in der jeder steinreich und steinalt werden will? Dafür, dass rollende Steine kein Moos ansetzen, seien die Rolling Stones der lebendige Beweis. Der Karlsruher zeigte sich musikalisch versiert – und ließ auch die Kiwanis-Hymne "With a little help from my friends" nicht aus. Erinnerungen der ganz anderen Art zauberte er mit dem "Äffle und dem Pferdle" aus seinem Koffer. Beim "Hafer und Bananenblues" sang so mancher mit.

Mehrstimmig fiel der Auftritt der "A-Cappella-Boygroup" aus Oberried aus. Die "Ohrwürmer" präsentierten stimmgewaltig von Grönemeyer über Queen bis hin zum Bratislava-Lover einen bunten Querschnitt, herrlich und ausgefeilt, mit Union-Jack und Badenfahne in Szene gesetzt: Höhepunkte am Fließband bei einem zauberhaften Abend, durch den zaubernd Moderator Sebastian führte.