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20. Juli 2009
Markus Hollemann ist Bürgermeister
Der 36-jährige Projektleiter aus München überholt im zweiten Wahlgang Detlev Bührer und siegt mit 40,9 Prozent der Stimmen.
DENZLINGEN. Der Mann aus München schafft es im Endspurt: Der 36-jährige Markus Hollemann ließ gestern seine bisher führenden Mitbewerber hinter sich. Der Münchner wird Denzlingens neuer Bürgermeister und somit Nachfolger des am Ostermontag verstorbenen Bürgermeisters Lothar Fischer, der zwölf Jahre die Amtsgeschäfte geführt hatte. 40,9 Prozent oder 2555 Wähler gaben Hollemann ihre Stimme. Die Wahlbeteiligung lag höher als vor 14 Tagen (57,5) bei 60,25 Prozent.
Geschlagen geben mussten sich die drei Mitbewerber, die noch aktiv Wahlkampf betrieben hatten. Hinter Markus Hollemann mit 2555 Stimmen landete Konkurrent Detlev Bührer auf Platz zwei mit 2060 Stimmen und 33,0 Prozent; Platz drei erreichte mit 24,1 Prozent und 1504 Stimmen Kandidat Franz Ritter. Für Stephan Kröger, der noch vergangene Woche das Ergebnis des ersten Durchgang angefochten hatte, stimmten 1,6 Prozent oder 98 Wähler. Nicht mehr am Wahlkampf beteiligt waren Wolfgang Ilse aus Köln, der 0,2 Prozent der Stimmen bekam, und der Denzlinger André Pons für den sechs Stimmberechtigte oder 0,1 Prozent votierten.Werbung
Erster offizieller Gratulant war kurz nach 19 Uhr Bürgermeisterstellvertreter Otto Frey, der die Amtsgeschäfte führt und das vorläufige Endergebnis der Menge auf dem Rathausplatz in der Ortsmitte bekanntgab: "Nach einem äußerst interessanten, bewegenden, aufreibenden und vielleicht nicht immer ganz fairen Wahlkampf sind wir an dem Punkt angekommen, wo entschieden wurde, wer Nachfolger unseres am Ostermontag verstorbenen Bürgermeisters Lothar Fischer wird", so Frey auf dem Balkon des Rathauses. Als Frey Hollemanns Namen und Ergebnis nannte, gab es spontanen lauten Applaus. Jubel und Pfiffe gab es, als der Bürgermeisterstellvertreter das Ergebnis von Detlev Bührer verkündete, denn da war klar, dass Hollemann den Denzlinger Kämmerer im zweiten Wahlgang doch noch abgefangen hatte.
Hollemann trat mit seiner aus Köndringer stammenden Ehefrau Wilma daraufhin auf den Balkon und erntete Applaus: "Ich bin absolut überwältigt, das ist Wahnsinn, ich freue mich", so Markus Hollemann, der seinen jubelnden Wählern auf dem Rathausplatz zuwinkte und immer wieder mit erhobenem Daumen seinen Helfern in der Menge – wie auch seinen Wählern – dankte. Auch an die, die ihn nicht gewählt hatten, wandte sich der Münchner und lud alle ein, "konstruktiv mitzuarbeiten". Seinen Mitbewerbern attestierte er "untereinander fair" gewesen zu sein, leider hätten aber Gerüchte über einen Kandidaten diesem Klima geschadet. Auch Franz Ritter hätte er gerne die Hand geschüttelt an diesem Abend, was er zuvor schon mit seinem direkten Verfolger, dem Denzlinger Gemeindekämmerer Detlev Bührer getan hatte. Zur Freude der knapp 2000 Bürger auf dem Platz lud er zu Freibier ein.
"Ich habe schon gewusst, dass man im zweiten Wahlgang noch verlieren kann, doch ist es für mich bei einem deutlichen Vorsprung eine Überraschung", so der zweitplatzierte Detlev Bührer. Es sei klar, dass er auch enttäuscht sei, jedoch erkenne er an, dass der Wähler souverän ist. Als erste Reaktion dankt der 42-Jährige allen, die ihn unterstützt hatten. Dem Wahlsieger Markus Hollemann gratuliert er und versichert: "Ich werde ihm ein loyaler Kämmerer sein".
Eine Erklärung für das aus seiner Warte nicht abzusehende Wahlergebnis hat er noch nicht. "Ich habe effektiv weniger Stimmen bekommen", analysiert Bührer. Vielleicht sei ein Teil seiner Unterstützer zu sicher gewesen. Dass er im Gegensatz zu Mitbewerbern keine Unterstützerannonce schaltete, sieht er nicht als Ursache. "Es zeigt sich, dass es auch nur einem genutzt hat", so Bührer. Eine Kandidatur um einen Bürgermeisterstuhl in einer anderen Gemeinde schloss Detlev Bührer kategorisch aus. Das sei auch nie ein Thema für ihn gewesen. "Die Wahl in Denzlingen war meine Chance in meiner Heimatgemeinde", erklärt Detlev Bührer.
Einer der ersten Gratulanten war Bürgermeister Beck aus Vörstetten, der mit seinem Reuter Kollegen Michael Schlegel Hollemann eine "vertrauensvolle Zusammenarbeit im Gemeindeverwaltungsverband" anbot. Für die Bürgermeister des Kreises sprach Clemens Bieninger aus Winden. Auch Landrat Hanno Hurth war unter den Gratulanten wie Abgeordneter Peter Weiß sowie Oberbürgermeister Leibinger (Waldkirch), Eugen Jehle (Glottertal), Michael Goby (Sexau) oder Hannelore Reinbold-Mench aus Freiamt. Auch für Unterhaltung war auf dem Rathausplatz gesorgt (Bericht folgt).
Autor: Frank Kiefer und Markus Zimmermann-Dürkop
