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07. April 2014

Mit der Greifzange unterwegs im Ort

Viele Denzlinger helfen bei Dorfputzete und Baumpflanzaktion.

  1. Gleich mehrere Aktionen gab es in Denzlingen: Tim und seine Mama pflanzen fleißig Bäume (links); Susanne Kraft und Silke Tebel-Haas sammeln mit Antonio und Sammy Müll beim AWO-Haus. Foto: Helena Kiefer

  2. Foto: Helena Kiefer

DENZLINGEN. Die Bürger tun einiges, um die Lebensqualität ihrer Gemeinde zu verbessern. Am Samstag waren mehr als 70 freiwillige Helfer unterwegs, die im Käferwald, nordwestlich des Gewerbegebiets, über 1100 Bäume pflanzten, die Initiative des Heimat-und Geschichtsvereins beim Müllsammeln unterstützten oder als kleine Gruppe etwas für die Sportler und Schüler in Denzlingen taten.

IM KÄFERWALD
"Der Wald ist mit dem Wasser das Lebenselixier schlechthin", so Bürgermeister Markus Hollemann zu den 39 Helfern, die bereits um 9 Uhr gekommen sind. Fachkundige Forstwirte, Wernher Grünling, Nils Böhnig und Martin Reichenbach, unterstützen Förster Klaus Scherer, der die Baumpflanzaktion schon das sechste Mal leitet. "Wir pflanzen dieses Jahr hauptsächlich Traubeneichen und Douglasien", so Scherer, denn mit der Klimaerwärmung verändere sich auch der Wald: "Traubeneichen sind trockenresistent. Douglasienreisig ist im Winter fast mit Gold aufzuwiegen." Der 6-jährige Tim ist mit seiner Mutter gekommen. Die kleine Gruppe holt die jungen Bäumchen aus dem Hänger und stellt sie schon mal in die vorgegrabenen Löcher, die mit dem "Pflanzfuchs" gemacht wurden, einem Gerät, das in Windeseile gleichmäßige Pflanzlöcher gräbt.

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Während Tims Mama die junge Pflanze festhält, schiebt der 6-Jährige die Erde in das Loch und stampft sie leicht fest – das Bäumchen steht kerzengerade. "Das geht ja ruckzuck! Wo bleibt der Nachschub?", fragt Gemeinderat Willy Kieninger. Douglasien sind aus, jetzt gibt es Eichen. Die 9-jährige Antonia aus Batzenhäusle ist mit ihrer Tante Angelika da. "Wir haben ein eigenes Waldstück, auf dem wir Holz machen", erzählt Angelika. Ihre Nichte freut sich, dass sie einfach mal was anderes macht, als lange auszuschlafen. Auch der ehemalige Denzlinger Gemeindearbeiter Peter packt mit an. "Durch die Arbeit im Wald erspar’ ich mir das Fitnessstudio", sagt er verschmitzt und Förster Klaus Scherer meint: "Ich finde die Gemeinschaftsarbeit toll, das gibt es kaum mehr, dass Jung und Alt zusammenarbeiten."

DIE DORFPUTZETE
"Unser Dorf soll schöner werden", sagt Bürgermeister Markus Hollemann zu den Bürgern, die mittags zur Dorfputzete gekommen sind. Einige Baumpflanzer sind auch hier mit von der Partie. Greifzangen und blaue Müllsäcke werden ausgegeben. In kleinen Gruppen geht es los. Joachim Müller-Bremberger, Vorsitzender des Heimat-und Geschichtsvereins, erklärt, dass man dieses Jahr professionell vorbereitet sei, anders als letztes Jahr: "Da hatten wir lange nicht mit so vielen Freiwilligen gerechnet." Die Gemeinde Denzlingen hilft bei der Logistik, die Gemeindearbeiter holen an ausgemachten Treffpunkten die vollen Müllsäcke ab.

Silke Tebel-Haas ist mit Susanne Kraft unterwegs in der Nähe der Metzgerei Frey. Die kleine Gruppe, zu der auch Antonio und Sammy gehören, hat einiges zu tun. "Müll ist echt eklig, ich will nicht im Müll leben", erklärt Sammy, der gerade ein altes Tetrapack von Multivitaminsaft aus der Hecke greift und in die Tüte wirft. Antonio erzählt, dass er Kaugummipapier in die Tasche steckt und bei Gelegenheit dann in den Mülleimer wirft. Antonio und Sammy gehen also bereits mit gutem Beispiel voran, die Denzlinger Straßen und insbesondere die Hecken nicht zu vermüllen. Rolf Völker steht im Park und hebt Alufolie und Plastik mit der Greifzange auf. "Heute sind einige Mitglieder vom Schwarzwaldverein da. Bei uns im Verein ist der Naturschutz ein wichtiges Thema, wir fühlen uns verpflichtet hier mitzumachen", sagt deren Vorsitzender.

IM STADION
Einige Leichtathleten des Turnvereins Denzlingen sammeln den Müll im Schulsportstadion an der Stuttgarter Straße ein. Nicht im Rahmen der Müllsammelaktion der Gemeinde und des Heimat-und Geschichtsvereins, sondern aus Routine. Der Termin steht beim Verein seit vielen Jahren auf dem Abteilungskalender. Nach dem Müll sind die Garagen an der Reihe, werden ausgefegt, ausgemistet und neu eingeräumt. Hier profitieren nicht nur die Sportler, die sich über einen funktionierenden Gerätetransportwagen freuen, sondern auch die Schüler, die in einem Stadion mit weniger Müll Sportunterricht haben.

Gerätewart Andi Müller saust in den Baumarkt und lässt sich für den kleinen Transportwagen ein neues Brett sägen. "100 Euro hat unsere Abteilung allein dafür heute investiert", weiß Vizeabteilungschef Uli Lössner, der mit Sohn Stefan und Hochsprungspezialist Matthias Volk in den Geräteräumen neue Ablageregale installiert. "Mal sehen, wie lange die Ordnung hält." Denn wenn vier Schulen, Fußballer und Leichtathleten sich die Räume teilen, steht nicht selten das ein oder andere Gerät am falschen Platz.

Autor: Helena Kiefer