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10. September 2012

Nicht nur etwas für Nostalgiker

Der Denzlinger Heimat- und Geschichtsverein veranstaltete einen Hock und informierte über Traditionen und historische Geräte.

  1. Manfred Wössner präsentiert die große Standuhr, die versteigert wurde; Joachim Müller-Bremberger (rechtes Foto links) und Heinz Soucek das Denzlinger Mosaik. Foto: Roman Kiener

  2. Foto: Roman Kiener

DENZLINGEN. In der Gegenwart angekommen sind beim "Hock am Heimethues" alte Arbeitsgeräte und Traditionen. Aber nicht nur betagte Nostalgiker sind am Sonntag auf ihre Kosten gekommen, sondern auch jüngere Semester. Sie konnten sich beispielsweise bei einer Holzsegelboot-Regatta auf der Glotter messen.

Bereits die Sperrung der Hauptstraße, eine Ehre, die sonst nur dem Rosenmontagsumzug zuteil wird, zeigt den Stellenwert dieser besonderen Veranstaltung in der Storchenturmgemeinde. Apropos Storchenturm: Dieser hatte ebenso wie das Heimet- und das Gaushaus seine Pforten geöffnet und präsentierte unter der fachkundigen Leitung von Daniel Böhler die Werke des Denzlinger Malers Theodor Zeller. Nicht minder interessant waren die Führungen des Ortshistorikers Dieter Ohmberger durch die Georgs- und die St. Josefs-Kirche. Nicht umsonst ist der landesweite "Tag des offenen Denkmals" der Höhepunkt des Jahres für den Denzlinger Heimat- und Geschichtsverein. "Seit drei Jahren sind ein Bulldogkorso und eine anschließende Ausstellung dieser insgesamt 40 Denzlinger Schlepper Teil unseres Großereignisses", berichtete Manfred Wössner, der sich mit seiner dorfbekannten Dienstagsgruppe um die Organisation des Hocks am Heimethues kümmert. Neben den altehrwürdigen Traktoren standen vor allem die dazugehörigen landwirtschaftlichen Maschinen und Geräte im Mittelpunkt des Geschehens. Schau-Dreschen an der 75 Jahre alten Dreschmaschine und das anschließende Schroten des Korns holte die urige Vergangenheit direkt auf den neu gestalteten Platz am Heimethues. Diesen ziert inzwischen auch ein Wasserrad, das an die ehemals sieben Denzlinger Mühlräder erinnern soll.

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Ebenfalls mit Symbolik arbeitet der Freiburger Künstler Heinz Soucek. Mit einem ausgestellten Mosaik-Kunstwerk, unter anderem aus Dosenabfall, das den Storchenturm darstellt, eroberte Soucek die Herzen der Denzlinger Heimatkundler.

Kunst für die Ohren boten die Denzlinger Dorfmusikanten, die im Laufe des Tages vom knatternden Sound der Traktoren und Fuhrwerke abgelöst wurden. In die Scheune und den Stall des Heimethueses fand übrigens auch Technik aus der Zukunft Eingang. Per Fernseher wurden dort selbst gedrehte Schaufilme über die Getreideernte und Gerätepflege der Dienstagsgruppe gezeigt. "Ohne die tatkräftige Unterstützung unzähliger Helfer wäre diese alljährliche Reise in die Vergangenheit nicht möglich", betonte der Vorsitzende des Heimat- und Geschichtsvereins, Joachim Müller-Bremberger. Damit der Verein auch weiterhin so schaffig und rüstig zu Werke gehen kann, wurde gestern eine Standuhr aus dem 17. Jahrhundert zur Versteigerung feilgeboten. Der wahre Grund für den Verkauf ist jedoch ein anderer. Mit einem Gardemaß von über zwei Metern ist das gute Stück schlichtweg zu groß für die niedrigen Decken des Heimethueses.

Die nächste Veranstaltung am Heimethues steht am 6. Oktober an, wenn der Denzlinger Heimat- und Geschichtsverein gemeinsam mit dem Jugendzentrum Apfelsaft presst.

Autor: Roman Kiener