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07. März 2013

Nisthilfe in luftiger Höhe

Auf dem Denzlinger Storchenturm und der Georgskirche wurden die beiden Horste instand gesetzt.

  1. In luftiger Höhe bessert Hagen Späth das Denzlinger Storchennest aus, während Heinz Jund im Feuerwehrkorb dies überwacht. Foto: Helena Kiefer

DENZLINGEN. Damit auch in diesem Jahr Denzlinger Jungstörche die Nester verlassen können, wurden am Samstag die Horste auf dem Storchenturm und auf der Georgskirche von den örtlichen Storchenfreunden um Manfred Wössner fürs Nistgeschäft vorbereitet.

"Wir haben mehrere Eimer Kot und Dreck aus dem Horst geholt", so der Denzlinger Storchenvater Manfred Wössner. Kot verdichtet den Horst und verhindert, dass Regenwasser abfließen kann. "So liegen dann die Jungstörche im Nassen und werden krank." Heinz Jund lenkt die Feuerwehrdrehleiter nun erneut punktgenau auf den Horst im Unterdorf zu. Mit im Korb oben steht Siegfried Buderer und hat mehrere Eimer Holzhäcksel und Stroh zu seinen Füßen. Er ist quasi Nachbar, wohnt doch der gelernte Zimmermann, der an die Höhe gewohnt ist, grade ein paar Häuser oberhalb des Denzlinger Wahrzeichens. Beide Männer sorgen für eine erste neue Schicht.

Während die fleißigen Storchenhelfer mit der Leiter rauf und runter fahren, fliegt schon ein Storchenpaar nervös um das Nest und will mit Nestbaumaterial im Schnabel sein Heim selbst gestalten. Ob es das Denzlinger Storchenpaar ist, kann Wössner noch nicht mit Sicherheit sagen. Dennoch weiß er: "Unser Storchenpaar war den ganzen Winter über hier. Anfang Januar jedoch war von dem Paar nichts mehr zu sehen, bis vor vier Wochen."

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"Die haben sich wahrscheinlich im Elsass aufgehalten. Da wurden mehr als 40 Störche gesichtet", vermutet Hagen Späth. Er war lange Zeit Vorsitzender des Vereins SOS Weißstorch Breisgau. Heute steht er mit Rat und Tat immer noch seinem Denzlinger Freund Manfred Wössner zur Seite. Auch im Freiburger Umland kümmert er sich noch um die Storchenbetreuung.

In der Region haben sich die Störche in den vergangenen Jahren vermehrt. Vor drei Jahren hörten die Denzlinger auf, die Störche auch im Winter zu füttern. "Die Natur regelt das für sich", so Wössner. Mittlerweile finden sie genügend Futter, um ihre Jungen aufzuziehen. 22 Jungstörche verließen im Vorjahr in und um Denzlingen die Horste.

Nur zwei Jungstörche überlebten auf der Georgskirche

In Denzlingen selbst überlebten jedoch nur zwei Jungstörche auf der Georgskirche. Fünf Eier auf dem Storchenturm gingen bei einem Kampf um den Horst zu Bruch. Die angreifenden Störche suchten sich dann jedoch einen anderen Nistplatz wie elf weitere Storchenpaare – zum Beispiel auf den Strommasten zwischen der Bahntrasse und der Autobahn A 5. Späth fährt zum Schluss der Aktion nochmal hoch zum Horst, um nun das Nest zu begutachten. Durch den entfernten Dreck hatte sich eine Mulde gebildet. "Das darf nicht sein", meint Späth und schüttete erneut Holzhäcksel und Stroh in den Horst, tritt dies in der Mitte fest und trägt nochmals eine Schicht auf.

Lang bleibt der Horst nicht unbesetzt. Das Storchenpaar geht beim Abzug der Leiter schon wieder eifrig seiner Nestbauarbeit nach.

Autor: Helena Kiefer