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03. April 2013

Scheunenquiz bereitete großen Spaß

Der Heimat- und Geschichtsverein Denzlingen hatte am Ostermontag die Museumstüren geöffnet / Blick auch zum Storchenturm.

  1. Flauschige Kuh: Die kleine Besucherin des Heimatmuseums im Denzlinger Unterdorf besichtigt mit ihrer Mutter den Stall und erfährt so manches über die Viehwirtschaft in vergangener Zeit. Foto: Helena Kiefer

DENZLINGEN. Von Frühling bis zum Herbst treffen sich jeden Dienstag Freiwillige des Heimat- und Geschichtsvereins, um die Ausstellungsstücke des kleinen Heimatmuseums im Unterdorf zu pflegen und neue Utensilien herzurichten. Am Tag der Heimat im September werden sie gezeigt. Ganz außer der Reihe hatte das Museum aber am Ostermontag geöffnet.

Viele junge Familien waren zu Gast. Dank der Zusammenarbeit mit den Kleintierzüchtern konnten Kinder die weißen (Oster-)Häschen auf den Arm nehmen, die im "Streichelzoo" durchs Stroh hoppelten. Außerdem bewohnten verschiedene Hühnerrassen kurzzeitig die Gehege auf dem Platz.

Marie und Leah stehen gerade in der Küchenstube, um die letzten Begriffe ins Scheunenrätsel einzutragen: Eierschrank und Butterglas. Die beiden neunjährigen Mädchen sind "alte Hasen", was das Heimatmuseum angeht. Vater beziehungsweise Opa der Mädchen arbeiten in der Gruppe mit, die sich um die Museumsscheune kümmert. "Mein Opa hat mir schon viel erklärt, was man mit den alten Sachen früher gemacht hat", berichtet Leah. Für Marie war alles "altmodisch", voller Begeisterung war sie dennoch.

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Maria Ganter steht derweil am Schleifstein, wo ihr Enkel im Handbetrieb das Rad in Gang setzt. "Früher kamen die Messerschleifer mit ihren Geräten ins Haus, um Messer und Scheren zu schleifen", erinnert sie sich. Neben einem Schlafzimmer und einer Küchenstube sind in der Scheune zahlreiche Handwerksberufe und deren Werkzeuge ausgestellt. So finden sich auch getrocknete Tabakblätter unterm Dach, neben gedrehten Zigarren und alten Modeln. "In Denzlingen gab es nicht nur eine Tabakfabrik", berichtet Dieter Ohmberger, Vorstandsmitglied des Vereins und zugleich Ortshistoriker. Aber auch Haushaltsgegenstände von früher sind in der Scheune ausgestellt: vom Stopfei über eine alte Waschmaschine bis hin zu alten Trachten und Uniformen. Auch dabei: ein altes Waffeleisen, was auf dem Quiz abgebildet ist und das es zu suchen gilt.

Daniela aus Denzlingen ist mit ihren drei Kindern gekommen. Der dreijährigen Sarah hat vor allem das Suchen der Gegenstände zum Quiz die meiste Freude bereitet. Auch wenn die Mama immer mal ein bisschen nachgeholfen hat. Ihr Bruder David (7) hat sich alleine auf die Suche gemacht. "Ich kannte schon ein paar Dinge und hab die leicht gefunden", erzählt er stolz.

Caroline und Ruth sitzen draußen in der Sonne und haben weiße Kaninchen auf dem Schoß, die ausgiebig gestreichelt werden. Auch diese beiden elf-jährigen Freundinnen haben das Rätsel erfolgreich gelöst und sich zur Belohnung ein Überraschungsei abgeholt. "Wir waren schon mal mit der Schule da", erzählt Caroline. "Die Bauern hatten früher überhaupt keine Maschinen und mussten alles von Hand machen", staunt sie. Während ihre Freundin Ruth über die damalige Butterherstellung nachdenkt, ist Caroline auch von dem damaligen Komfort überrascht: "Das war im Gegensatz zu heute ein sehr ärmliches Leben", glaubt sie. "Die Menschen haben ihre Betten mit Stroh gefüllt und Töpfe zum Wärmen benutzt."

Um den kühlen Temperaturen in der Scheune zu entfliehen, standen draußen in der Sonne Tische bereit, wo Eltern Apfelsaft, Kaffee und Hefezopf genießen konnten, während sich die geschichtseifrigen Kinder noch mit dem Museumsquiz in den Ausstellungsräumen beschäftigten. Mit Blick auf den Storchenturm rief da plötzlich die 15-jährige Rebecca: "Schau mal Papa, der Storch ist grade aufgestanden", woraufhin ihr Vater zum Monitor eilt, um via Bildschirm einen Blick in den Horst auf dem Storchenturm zu erhaschen. Die frohe Botschaft: Bis zum Ostermontag hatte die Störchin mindestens zwei Eier ins Nest gelegt.

Autor: Helena Kiefer