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18. September 2012

Schwarzwald als Fläche ist ein Thema

Jürgen Burkhart zeigt im Gundelfinger Rathausfoyer leuchtende Malerei und diverse Skulpturen aus Naturmaterialien.

  1. Ausstellung Gundelfingen Foto: Andrea Steinhart

GUNDELFINGEN. Die erste Ausstellung nach der langen Sommerpause zeigt seit einer Woche der Kunstverein Gundelfingen im Rathausfoyer. Die äußerst vielfältige Schau ist bestückt mit zeitgenössischen Gemälden und Skulpturen des bekannten Künstlers Jürgen Burkhart.

Landschaftsmalerei – das klingt etwas unzeitgemäß. Doch Assoziationen mit schnulzigen Naturbildern verschwinden rasch, wenn man vor den Werken von Jürgen Burkhart steht. "Es ist nicht die Landschaftsromantik, die ihn interessiert, sondern es sind die graphischen Elemente, die Geometrie", verdeutlicht Ulrike Bach, Vorsitzende des Kunstvereins, bei der Eröffnung der Ausstellung, den zahlreichen Gästen.

"Seine Themen sind Felder, Rapsfelder und der Schwarzwald, neuerdings auch die Terrassen der Weinberge, die Reihung der Reben." Seit 1999 ist der Schwarzwald das große Thema des Künstlers. Nach Fotos wählt er Ausschnitte, um diese dann flächig aufs Bild zu bringen. Dazu verwendet er Eitempera, die älteste Maltechnik: Mit einem recht trockenen Pinsel benutzt er Blau, Gelb, Orange und bringt diese Farben flächig auf die Leinwand auf.

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"Die Bilder sind geheimnisvoll, die satten Farben wirken wie ein Sog, und man fühlt sich in die Tiefe der Wälder versetzt", erläutert die Vorsitzende des Kunstvereins Ulrike Bach. Kein Lebewesen ist auf den Gemälden zu sehen, nur das dichte Grün der Tannen und der Felder. Dabei sieht alles so aus, als flöge der Betrachter mit einem Flugzeug darüber und schaut auf einen Ausschnitt der Landschaft. Wieso er die Bilder so malt? "Die Landschaftsmalerei von Cézanne war der Auslöser."

Jürgen Burkhart zeigt neben seinen Bildern auch Skulpturen. Um diese herzustellen, verwendet Burkhart Rebstöckchen, Korkenzieherweide oder Äste, die er in den Weinbergen oder auf den Wiesen in Merdingen findet. Mit Hunderten von Kabelbinder verbindet er die Ästchen und lässt Körbe, Kugeln und Säulen entstehen. Mal wird das Rebholz zu gitterförmigen Strukturen gebunden, mal zu technisch-abstrakten Formen. "In meinen Objekten verbindet sich die Idee einer geometrischen, strengen Form mit dem Gestaltungsprozess aus natürlichem Material – so gestaltet der Mensch die Natur und ist zugleich Teil davon", so der Künstler. Die Vernissage wurde von Berthold Metz mit Klaviermusik untermalt.

Hinweis: zu sehen sind die Bilder von Jürgen Burkhart im Gundelfinger Rathaus von montags bis freitags von 7.30 bis 12.30 Uhr, montagmittags von 14bis 17 Uhr und mittwochmittags von 14 bis 18 Uhr.

Autor: Andrea Steinhart