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28. April 2015

Unterdorf

Pflanzentauschbörse: Tausche Chili gegen Himbeeren

Die erste Pflanzentauschbörse im Denzlinger Unterdorf wurde ein Erfolg / Rund 100 Besucher nutzten das Angebot.

  1. Neben unterschiedlichsten Pflanzen tauschten die BEsucher bei der Pflanzentauschbörse, die erstmals in Denzlingen stattfand, auch so manchen guten Gärtnertipp aus Foto: Markus Zimmermann               

DENZLINGEN. Es tröpfelt zum Start der Pflanzentauschbörse, als die zur Premiere am Samstag gemächlich beginnt. Dann jedoch, als der Regen kraftvoll zulegt, kommen auch die Besucher mit Körben voll junger Pflanzen in Strömen. Am Ende zählten die Veranstalter rund 100 Tauschwillige. "Für das erste Mal ein toller Erfolg", so Organisatorin Angelika Schwarz-Marstaller.

Tausche Chili gegen Himbeere, echte Schlüsselblumen gegen Cosmea. Auch Sonnenblumen und Sumpfschwertlilien sind im Angebot. Aber was bitte ist eine Chamaecyparis thyoides? Was ein Glück, dass per Smartphone schnell die Antwort gefunden ist. Eine weiße Scheinzypresse steht also da, kaum 20 Zentimeter groß. Auch sie findet schnell eine neue Besitzerin. "Ich hab einen Kübel vor dem Haus, dort kann die wachsen", hofft diese, dass die Zypresse nicht unbedingt ihrem Namen Ehre macht, nicht nur Schein ist, sondern noch ein gutes Stück größer wird. Das Angebot, das auf den Biertischen unter den weißen Pavillons präsentiert wird, ist vielfältig. Dafür, dass Anbieter und Suchende nicht im Regen stehen, hat der Heimat- und Geschichtsverein gesorgt.

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Viele üblichen Zier- und Nutzpflanzen werden angeboten, doch finden sich auch ein paar seltene Exemplare. So eine Kartoffelrose oder eine spanische Mispel. Auch ein Ranunkelstrauch findet eine neue Heimat. Es wird nach Lust und Laune getauscht, und wer nichts zum Tauschen dabei hat, muss nicht mit den leeren Händen gehen, mit denen er gekommen war. Mal freut sich der Züchter, mal die "Spendenschwein", das gefüttert werden muss, um die Organisationskosten zu decken.

Gegen eine kleine Spende hat auch die Naturschutzbund Jugend etwas Besonderes zu bieten. Eifrig formen die Guerilla-Gärtner Samenbomben aus Erde und Lehm. Damit eingeknetet werden Wildblumensamen, und wo die "Bomben" einschlagen, folgt nicht Zerstörung sondern blühendes Leben – eine Idee, von der sich vor allem auch junge Besucher begeistern lassen, die gerne selbst aktiv werden, matschen und kleinen Kugeln formen.

Weitere Anregungen, beispielsweise zum Bau von Nistkästen, bietet der Nabu, und Stärkung finden die Besucher in der Kaffeestube, die der Schwarzwaldverein eingerichtet hat.

"Wir werden auf alle Fälle im kommenden Jahr wieder zur Pflanzentauschbörse einladen", erklärt Angelika Marstaller für die Organisatoren, zu denen als vierter im Bunde auch der Ortsverein von Bündnis 90/Die Grünen zählt. Neben der Zahl der Besucher und dem vielfältigen Angebot sehen sie als Erfolg auch, dass die Idee über die Grenzen Denzlingens hinaus Anklang gefunden hat.

Extra zur Börse seien Besucher aus Freiburg, Emmendingen und Simonswald zum Heimethues am Festplatz im Unterdorf gekommen. Eine Anregung wollen die Organisatoren dann auch umsetzen. "Von Besuchern wurde mehrfach berichtet, dass sie weitere Pflanzen zum Weitergeben im Garten haben, die jedoch nicht ausstechen wollten", so Angelika Schwarz-Marstaller. Eine Infotafel, an die Zettel mit solchen Angebote gepinnt werden können, soll deshalb im nächsten Jahr bei einer Neuauflage der Tauschbörse ergänzend aufgestellt werden.

Autor: Markus Zimmermann