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22. Dezember 2011

Viele Stunden für die Heimatpflege

Ehrenamtliche Helfer des Denzlinger Heimat- und Geschichtsvereins kümmern sich nicht nur ums Heimethues im Unterdorf.

  1. Manfred Wössner (von links) freut sich über die aktiven Helfer Hermann Buggle, Rainer Lege, Willi Mogel, Manfred Bodemer, Karl Burger, Klaus-Peter Schlenk und Siggi Schulze. Foto: Heimatverein

  2. Der neue Dorfplatz vor dem Heimethues (links) zeigte sich diese Woche erstmals im winterlichen Kleid. Foto: FK

DENZLINGEN.Mit ein Höhepunkt im Jahreslauf ist für den Heimat- und Geschichtsverein der Tag der Heimat im September. Nicht mehr wegzudenken ist die Gruppe um Manfred Wössner, die sich aus Rentnern zusammensetzt und Dienstag für Dienstag im "Alt-Denzlinger Heimethues" im Unterdorf, gleich gegenüber dem Storchenturm, werkeln, basteln, reparieren oder restaurieren.

"Am 13. Dezember war unser letzter Arbeitseinsatz vor der Winterpause", so Manfred Wössner, der seit geraumer Zeit die Dienstagsgruppe des Heimat- und Geschichtsverein leitet und mit seinen Rentnerkollegen abspricht, was als nächstes Projekt in Angriff genommen wird. Er selbst war viele Jahre lang der Leiter des Gemeindebauhofes. Als solcher weiß er auch um manche Interna. So weiß er, wo noch der ein oder andere Grenzstein aufbewahrt wird, der dereinst bei der Flurbereinigung entfernt worden war.

Mit ihm stehen fast jeden Dienstag vom Frühjahr bis spät in den Herbst – oder gar wie in diesem Jahr in den Dezember hinein – Manfred Bodemer, Klaus-Peter Schlenk, Karl Burger, Willi Mogel, Hermann Buggle und Siggi Schulze vor der Scheune und schleifen oder streichen, ordnen in der Scheune Gerätschaften oder beschriften Ausstellungsgegenstände im Obergeschoss der Scheune, wo ehemalige Werkstätten zu bestaunen sind. Da sind Webstühle, eine Schuhmacherwerkstatt oder die Utensilien, die früher in den "Stumpenfabriken", in einer der Denzlinger Tabakmanufakturen, benutzt wurden.

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"Die Mitarbeiter haben für den Verein und die Gemeinde im abgelaufenen Jahr wieder über 800 ehrenamtliche Arbeitsstunden geleistet", so Manfred Wössner gegenüber der BZ nicht ohne Stolz. Das sollte gefeiert werden. So gab es zum Abschluss ein gemeinsames Mittagsessen, das von Hermann Buggle vorbereitet und serviert wurde. Dabei dankte Manfred Wössner im Auftrag des Vorstands allen seinen treuen Helfern für die Arbeitsleistungen in Sachen Heimatgeschichte.

Immer mit Blick auf die Störche

So ganz nebenbei gilt Wössners Blick von April an auch immer wieder dem gegenüberliegenden Storchenturm und auch dem Dach der Georgskirche. Dort nisten Störche im Ortsetter. Er kümmert sich darüber hinaus als "Storchenvater" um deren Wohl. Dass dieses Jahr fünf Jungstörche gen Süden fliegen konnten ist mit sein Verdienst.

Und auch am letzten Arbeitstag wurde kräftig angepackt. So wurde an der Fassade der Museumsscheune ein im Durchmesser zwei Meter großes Wagenrad anmontiert, das in früheren Zeiten im Gemeindewald in Vörstetten als Transportachse zum Rücken von Baumstämmen an die Abfuhrwege im Einsatz war. "Die Räder wurden vom Gasthaus Rebstock dem Verein übergeben, wozu die Schlosserei Eckhard Ochs die Befestigungshalterungen kostenlos angefertigt hat", so Wössner.

Bis zum Schluss wird kräftig angepackt

Schwerpunkt der geleisteten Arbeiten der Gruppe war in diesem Sommer die Generalüberholung der mehr als 70 Jahre alten Dreschmaschine, mit der am "Tag der Heimat" vor vielen interessierten Zuschauern Korn ausgedroschen wurde. "Des Weiteren wurde die Schuhmacherwerkstatt neu gestaltet, die Gerätschaften zur Zigarrenherstellung herausgeputzt und neu geordnet", so Wössner. In der Tenne wurde ein fester Boden eingebaut und die Helferwerkstatt neu eingerichtet. Das Ensemble "Fass-Trotte-Rätsche", das die Gemeinde laut Wössner – nicht gerade mit Einwilligung der Helfergruppe – versetzen ließ, wurde dennoch von ihnen am neuen Standort renoviert und mit Holzschutz gestrichen.

"Das ganze Jahr über wurde rund um das Museum von den Männern der Bauerngarten und die Hofreite gepflegt und in Ordnung gehalten", lobt Manfred Wössner. Nun gönnen sich die Männer eine Pause – bis zum nächsten Frühjahr.

Autor: Frank Kiefer