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26. Januar 2012

Was ist im Gaus-Haus machbar?

Denzlingens Gemeinderat berät über eine museale Nutzung des Fachwerkhauses.

DENZLINGEN (mzd). Wenn es noch Zweifel gegeben hatte, ob das historische Fachwerkhaus auf dem Gaus-Areal erhalten bleibt, wurden diese vom Gemeinderat am Dienstagabend endgültig vom Tisch gefegt. Der Sanierung wurde grundsätzlich zugestimmte. Die Nutzung wollte das Gremium nicht festlegen. Weitergehende Entscheidungen sollen nach der Begehung durch das Denkmalamt mit diesem getroffen werden.

"Wir haben nicht so viel historische Bausubstanz", warb Bürgermeister Markus Hollemann dafür, durch die Sanierung des Gaus-Haus ein Stück Kultur und Geschichte der Gemeinde zu erhalten. Architekt Friedrich Panknin stellte eine Vorstudie zum Gebäudebestand vor, die er im Hinblick auf das von einer Arbeitsgruppe des Heimat- und Geschichtsvereins erarbeitete Nutzungskonzept als Museum erstellt hatte. Darin kommt er zu dem Schluss, dass die Dachkonstruktion erneuert werden müsse, derweil die tragenden Holzbalken des Fachwerks "nicht morsch oder faul sind". Der Lehmkeller mit permanenter Naturfeuchte könne für feuchteunempfindliche Exponate genutzt werden, das Erdgeschoss und das Obergeschoss könnten eine Ausstellung beherbergen. Das öffentlich genutzte Haus auf allen Ebenen behindertengerecht zugänglich zu machen, wäre zu aufwändig. Auf Kosten von rund 200 000 Euro errechnet Panknin den Sanierungsbedarf.

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Dieter Ohmberger stellte ein Nutzungskonzept vor, das von Mitgliedern des Heimat- und Geschichtsvereins erarbeitet worden war, "nachdem der Gemeinderat im Frühjahr 2009 in Aussicht gestellt hatte, das Gaus-Haus eventuell dem Verein zur Nutzung zu überlassen". Angedacht sei ein Museum mit Alleinstellungsmerkmal zur Wasserkraft, die explizit für Denzlingen eine sehr wichtige Rolle bei der Entwicklung der Gemeinde gespielt habe. Daneben solle multimedial die Entwicklung des Ortes dargestellt werden und noch Raum für wechselnde Ausstellungen sein, so dass der Besuch des Museums immer wieder interessant ist. Dem Ansinnen, das Haus in seiner ursprünglichen Nutzung wieder herzustellen, widersprach Joachim Müller-Bremberger. "Historische Wohnstuben, Schlafzimmer und Donnerbalken gibt es landauf, landab", so der Vereinsvorsitzende. Er bat den Gemeinderat um ein positives Signal für die Arbeitsgruppe, die "Perspektive und Motivation braucht". Ideen, dass der Verein Einrichtung und Nutzung selbst übernehme und zu finanzieren versuche, gebe es.

"Wir brauchen eine detaillierte Schadenskartierung als Voraussetzung für die Sanierung", begründete Bauamtsleiterin Helga Monauni die im Raum stehenden 20000 Euro für weitere Untersuchungen. Konkrete Schritte ließen sich erst nach der Begutachtung durch das Denkmalamt festlegen. Nicht festlegen wollte sich der Rat auch auf eine museale Nutzung, und in Frage gestellt wurde, ob das Konzept des Museums zur Wasserkraft "in diesem Haus an der richtigen Stelle", so Willi Kieninger und mit genügend Platz, so Arnfried Kapp-Schwoerer, verwirklicht werde. Alternativ könne sich Jochen Himpele auch eine Begegnungsstätte vorstellen. Vorrang, da waren sich alle einig, habe die Sanierung, wobei Nutzungsideen einfließen sollen, um nichts zu verbauen, so Otto Frey.

Autor: mzd