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23. Januar 2014

Was noch fehlt, sind gute Taten

Autoren des Denzlinger Jahresrückblicks appellieren an die Bürger, sie mit mehr positiven Nachrichten zu versorgen.

  1. Auch ein Thema im Jahr 2013: die archäologischen Grabungen bei der Ruine von St. Severin. Foto: Frank Kiefer

  2. Dieter Ohmberger (links), mit dem ersten Jahresrückblick aus dem Jahr 1997 und Helmut Kunkler, mit der neuesten Ausgabe, sind Garanten dafür, dass die Schriftenreihe sich treu bleibt und zugleich immer wieder Neuem öffnet, was sich nicht nur äußerlich zeigt Foto: Markus Zimmermann

DENZLINGEN. Gute Nachrichten gesucht! Während der Vorstellung des Denzlinger Jahresrückblicks 2013 forderten die Autoren Dieter Ohmberger und Helmut Kunkler die Bürger auf, ihnen Berichte über positive Ereignisse im Ort zukommen zu lassen, um damit den nächsten Rückblick zu füllen. Dieser könnte dann durchaus etwas umfangreicher ausfallen als die Bisherigen. Den Differenzbetrag zwischen der Heftung, die den Umfang limitiert, und der Klebebindung werde sein Medienhaus übernehmen, versicherte Patrick Dirr.

"Nein, keineswegs" sind die Autoren der Meinung, die bisherigen Jahresberichte hätten nur von Katastrophen, Verbrechen und Negativem erzählt. Dennoch fehle es an Meldungen von Menschen und kleinen Gruppierungen sowie von persönlichen guten Taten, von denen sie sicher seien, dass sie in großer Zahl in der Storchenturmgemeinde geleistet werden. Deshalb richtete sich der Appell der Autoren an aufmerksame Bürger, ihnen solche Nachrichten zukommen zu lassen, damit das Bild der Gemeinde, das auch für nachfolgende Generationen gezeichnet werden soll, stimmiger werde. Dafür sorgt bereits seit drei Jahren Helmut Kunkler, der für die Ausarbeitung des rund 60 Seiten umfassenden, chronologischen Teils verantwortlich ist. Für die Ausgaben davor – mittlerweile ist der 17. Jahrgang erschienen – hatte Dieter Ohmberger auch die Zusammenstellung des Jahresrückblicks übernommen. Er kann sich nun mehr den historischen Themen widmen.

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"Es ist beeindruckend, was in unserer Gemeinde alles geboten ist", betonte Kunkler. Von der Fülle der Geschehnisse könne er nur eine Auswahl erwähnen. "Bewusst ist mir, dass diese subjektiv ist, doch denke ich, dabei eine ausgewogene, bunte Mischung gefunden zu haben", so Kunkler. Verändert habe sich mit dem Autorenwechsel der Stil, denn während Ohmberger eher der wissenschaftlich präzise Dokumentar gewesen sei, nehme er sich die Freiheit, die Ereignisse auch ein bisschen mit Augenzwinkern und persönlichen Eindrücken zu würzen.

Ein bisschen im Widerspruch zu den gewünschten guten Nachrichten steht im historischen Teil ein Bericht von einem Blutgericht im Jahr 1732, bei dem der Vogt Werneth Nibling als Beisitzer mitgewirkt hatte. Verhandelt wurde gegen Gabriel Göring, ehemals Lerchenwirth zu Sexau, dem Gotteslästerung vorgeworfen wurde. Er landete unter dem Schwert des Scharfrichters; begnadigt wurde er nur vom Verstümmeln der Zunge. Da erging es den Ehebrechern, die 1773 vor Gericht standen, trotz Haft doch besser. Keine Strafe, aber eine Herausforderung ist das Lesen des Abdrucks der Gerichtsakten in möglichst originaler Sprache. Mehr von Fakten geprägt sind der Blick ins Jahr 1968, der Bericht über den Zustand des Gemeindewaldes und das Porträt der 1932 eröffneten Aral-Tankstelle Beurer. Und das wohl auch im Hinblick auf spätere Leser: "Der Rückblick soll nachfolgenden Generationen helfen, unsere Zeit besser zu verstehen, als es uns mangels derartigen Aufzeichnungen möglich ist", sagte Bürgermeister Markus Hollemann.

Initiator Ohmberger dankte Wilma Hollemann für ihr Lektorat, Gemeinde, Heimat- und Geschichtsverein sowie den Sponsoren für die Unterstützung und nicht zuletzt Patrick Dirr, dem die Idee eines völlig anders gestalteten Titelblatts zu verdanken sei. Von der 600er-Auflage wird rund die Hälfte an Neubürger verteilt, der Rest geht – zu einem seit 17 Jahren stabilen Preis von 2,50 Euro – in den Verkauf. Verkaufsstellen sind der Bahnhofskiosk, die Bäckerei Dick, die Buchhandlung Losch, Schreibwaren Markstahler, Getränke Stadelbauer, Tankstelle Beurer und die Rathauspforte.

Autor: Markus Zimmermann