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07. Dezember 2015

Zukunftsvarianten für das Gaus-Haus

Architekt präsentiert im Gemeinderat Sanierungsvorschläge für das denkmalgeschützte Denzlinger Fachwerkhaus.

  1. Das Gaus- Haus in Denzlingen soll saniert werden. Foto: Max Schuler

  2. Das Dach und die Außenbalken weisen Schäden auf. Eine Inschrift datiert den Bau des Gebäudes auf das Jahr 1728. Foto: Max Schuler

  3. Foto: Max Schuler

  4. Foto: Max Schuler

DENZLINGEN. Varianten für die Sanierung des denkmalgeschützten Gaus- Hauses in Denzlingen wurden in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats vorgestellt. Der beauftragte Architekt Dieter Hölken präsentierte drei Vorschläge, die zuvor an einem Runden Tisch ausgearbeitet wurden. Je nach Variante belaufen sich die Sanierungskosten nach einer Grobschätzung auf 374 000 bis 435 000 Euro. In einer der nächsten Sitzungen soll sich der Rat für eine Variante entscheiden.

Einige Sanierungsschritte sind bei allen Varianten gleich. "Das nimmt auch jeweils einen wesentlichen Teil der Kosten ein", sagt Hölken. Vor allem das Dach müsse repariert werden. "Regenwasser unter der Dachhaut führt dort zur Fäulnis", so der Architekt. Schadstellen an der Kellerdecke und den dortigen Stützen müssten ausgebessert werden. Die Holzbalken in der Außenfassade im Erd- und Obergeschoss weisen ebenfalls Schäden auf. Neue Fenster und Außentüren seien notwendig und die Innendämmung im Erdgeschoss solle erneuert werden. Das alles diene der notwendigen Substanzerhaltung des Gebäudes.

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Das Erdgeschoss wurde laut dem Architekten zuletzt als Wohnhaus genutzt und etwa vor 15 Jahren saniert. Er geht davon aus, dass es damals auch mit einer Innendämmung versehen wurde. "Die allerdings nicht sehr professionell ist", so Hölken. Der Hauptraum soll bei allen Varianten vergrößert werden, indem die Wand zu dem angrenzenden Raum entfernt wird. Dort soll dann auch die Hauptnutzung stattfinden, zum Beispiel Veranstaltungen, Vorträge und kleinere Konzerte. Zudem soll ein neuer Fußboden aus Eiche eingezogen werden.

Eine Variante sieht zudem eine Nutzung des Kellers vor. Dort könnte zum Beispiel ein historischer Wein- oder Obstkeller eingerichtet werden, den Besucher dann auch einsehen können. Dies würde den Einbau eines zweiten Rettungswegs notwendig machen, was durch einen Notausstieg umsetzbar wäre. Der Architekt machte darauf aufmerksam, dass darüber hinaus keine öffentliche Nutzung des Kellers stattfinden kann, aufgrund der Feuchte. "Sie können dort keine Bilder aufhängen und keine Vorträge machen", sagt er. Eine Variante sieht vor, im Keller einen Heizungsraum einzurichten und eine Gasheizung einzubauen.

Im Dachgeschoss ist je nach Variante gar keine Nutzung oder der Einbau eines Technikraums vorgesehen. Der Boden sollte aber in jedem Fall gedämmt werden, so der Architekt. Das Thema Barrierefreiheit wurde auch diskutiert. Eine Variante sieht auf der Rückseite einen Hublift vor, der den Zugang zum Gebäude für Rollstuhlfahrer erleichtern soll. In der Diskussion im Rat wurde deutlich, dass so ein Lift nicht vorgeschrieben ist, da es sich um ein denkmalgeschütztes Gebäude handelt und die Eingriffe prinzipiell so gering wie möglich ausfallen sollten.

"Was wir zwingend zu machen haben, ist das Dach", sagte Bürgermeister Markus Hollemann. Das sah auch CDU-Fraktionssprecher Rudolf Wöhrlin so: "Das können wir nicht verschieben." Für die SPD-Fraktion sind die Gesamtkosten angesichts der möglichen Nutzung sehr hoch. Elfriede Behnke brachte den Vorschlag ein, handwerkliche Gruppen einzubeziehen, zum Beispiel Abschlussklassen, von denen man das Gebäude sanieren lassen könnte. CDU-Gemeinderat Otto Frey nannte als Beispiel das Englerbeck-Huus in Gundelfingen, das durch ehrenamtliche Helfer und Vereine saniert wurde.

Bauamtsleiter Carsten Müller fand die Idee dahinter gut, hatte allerdings Zweifel an der Umsetzung: "Das kommt für so ein Objekt nicht in Frage." Bei der Sanierung sei eine intensive Auseinandersetzung mit der Denkmalschutzbehörde nötig, was nicht jeder leisten könne. Zudem erhalte die Gemeinde für die Sanierung Fördermittel vom Land. Ein wichtiges Ansinnen solcher Bezuschussungen sei es dabei immer, auch die Wirtschaft anzukurbeln, indem Aufträge vergeben werden.

Autor: Max Schuler