Münsterturm bis Herbst gesperrt

Fabian Vögtle

Von Fabian Vögtle

Mi, 17. Januar 2018

Freiburg

Sanierung von Türmerstube und Treppenhaus teurer als gedacht.

FREIBURG. Der Münsterturm bleibt für Besucher noch bis zum Herbst 2018 geschlossen. Die seit einem Jahr laufenden Sanierungsarbeiten in der Türmerstube und im Glockenstuhl sind aufwendiger als gedacht und machen eine Verlängerung der Sperrung notwendig.

Ursprünglich sollten die Arbeiten im Turm des Münsters in diesem März abgeschlossen sein. Wegen erheblicher Schäden und der Belastung mit Asbest und Holzschutzmitteln war der Turmaufstieg für Besucher seit Januar 2017 nicht mehr möglich (die BZ berichtete). "Diese Sanierungsarbeiten sind mittlerweile abgeschlossen, dafür haben sich jedoch an anderen Stellen neue Herausforderungen ergeben", teilte Jan Kühle, stellvertretender Vorsitzender des Münsterfabrikfonds, am Dienstag mit. Der Fonds als Stiftung kirchlichen Rechts ist Eigentümer des Münsters.

Zum einen falle die Neugestaltung der Türmerstube mit einem kleinen Museumskonzept größer aus als zunächst geplant und konnte deshalb nicht parallel zu den bisherigen Arbeiten stattfinden. Zum anderen seien an verschiedenen Stellen Probleme aufgetreten, die nun in anspruchsvoller, handwerklicher Detailarbeit behoben werden müssten.

Dazu gehört laut Kühle zum Beispiel der Übergang von der Sandsteintreppe zum Glockenstuhl. Bei der dortigen Stahlwendeltreppe gebe es einen erheblichen Niveauunterschied, der nun ausgeglichen werden müsse. Im Turminneren findet sich noch einiges an Originalmaterial des 700 Jahre alten Bauwerkes. Die Baustellen erstrecken sich über alle Etagen hinweg. So führt auch der bisher nicht fertiggestellte neue Eingangsbereich aus Stahl und Messing an der Südseite des Münsterplatzes zur andauernden Schließung. "Wegen der guten Konjunktur haben wir Probleme, die passenden Handwerker für unsere Spezialaufträge zu finden", nennt Kühle den Grund für diese Verzögerungen und betont: "Wir bedauern das, vor allem mit Blick auf unsere auswärtigen Besucher." Über 100 000 Menschen besuchen jährlich den Glockenstuhl und steigen den Münsterturm hinauf.

Für das gesamte Sanierungsprojekt hatte das Erzbischöfliche Bauamt vergangenes Jahr noch 850 000 Euro veranschlagt. Kühle rechnet wegen der zusätzlichen Maßnahmen mittlerweile jedoch mit bis zu einer Million Euro. Der Aufstieg über die 333 Stufen zur Aussichtsplattform soll voraussichtlich im September im Rahmen eines Turmfestes wieder für das Publikum zugänglich sein. Bis dahin hat wohl auch der Münsterbauverein seine Arbeiten außen am Turmhelm abgeschlossen.