Die Kultur aus anderen Ländern kennenlernen

Christiane Franz

Von Christiane Franz

Mi, 01. August 2018

Bahlingen

13 jungen Menschen aus aller Welt arbeiten im Internationalen Workcamp zugunsten der Gemeinde Bahlingen .

BAHLINGEN. Elf Studierende aus verschiedenen Ländern sowie zwei deutsche Camp-Leiter haben auch in diesem Sommer in der Bahlinger Silberbergschule Quartier bezogen. Zwei Wochen lang werden sie zum Schutz der Landschaft ihre Arbeitskraft einsetzen. Bei mehreren Programmpunkten bleibt aber auch genug Zeit, um die Region zu erkunden und Kontakte zu im Ort lebenden Jugendlichen zu knüpfen.

Sie kommen aus China, der Türkei, Mexiko, Korea, Spanien oder Italien, um unter der Anleitung von Landschaftsförster Fabian Meyer ökologisch sinnvolle – und vom Arbeitsablauf her mühsame – Maßnahmen zu unterstützen. Das wird ihnen in diesem Jahr durch die hohen sommerlichen Temperaturen nicht leicht gemacht. "Wir müssen deshalb vorsichtig und umsichtig sein", sagt Fabian Meyer bei der Einweisung zum ersten Arbeitseinsatz am Montagnachmittag.

Im Schatten des Treppenhauses der Silberbergschule führt der Landschaftsförster in die Besonderheiten der Region ein, erläutert die Lösslandschaft und die darin vorkommenden Pflanzen- und Tierarten. Dann werden an die Studierenden zum Schutz gegen die Sonneneinstrahlung Strohhüte verteilt. Wie heiß es daheim sei, will Meyer wissen. Jihoon und Duyeong winken ebenso ab wie die beiden Spanierinnen Sara und Emma. Sie sind Hitze gewöhnt.

Aus der Türkei kommt Orcun. Er will im Workcamp die unterschiedliche Kultur und Lebensart kennenlernen. Als "respektvoller und sauberer" im Umgang mit der Natur erscheinen ihm die Deutschen. Burcu, ebenfalls Türke, will vor allem sein Englisch verbessern und das Gruppenleben erforschen. "Ich liebe es, Leute zu treffen", sagt er. Mit den weitesten Weg haben Natalia und Cynthia aus Mexiko. Natalia studiert Business Management, manche ökologischen Themen sind ihr nicht fremd. Freunde aus anderen Ländern zu finden, ist darüber hinaus ihre Motivation. Ilaria kommt aus Italien und studiert Biologie. Ihr Bruder war letztes Jahr bei einem Workcamp in Deutschland und riet der Schwester, "aus der Komfortzone daheim mal herauszugehen". Das sei eine gute Erfahrung, gab er ihr mit auf den Weg.

Nachdem Dieter Adler vom Bauhof die Arbeitshandschuhe verteilt hat, geht es hinaus in die brütende Hitze. Das Entfernen des schädlichen Bewuchses der Lösswände im Hohleimen steht an. Fabian Meyer erklärt und verteilt die Werkzeuge. Der Zuhörer erfährt Interessantes: Der feine Lössstaub setze sich in das Werkzeug und schade. "Am besten reinigt man den alkalischen Löß mit Säure", sagt Meyer und kippt zur Demonstration Mineralwasser auf die benutzte Teleskopschere. Sofort beginnt ein heftiges Sprudeln. "So reinigt man das Werkzeug mechanisch mit dem Wasser und chemisch mit der Kohlensäure – und kann davon selbst trinken", schmunzelt Meyer.