Christlicher Literat

Die Pfarrkirche in Bollschweil ist dem heiligen Hilarius geweiht

Sarah Nöltner

Von Sarah Nöltner

Sa, 12. Januar 2019 um 17:54 Uhr

Bollschweil

Der heilige Hilarius gilt als Pionier unter den Verfassern der christlichen Literatur. Ihm ist die Pfarrkirche in Bollschweil geweiht. Am Sonntag wird dort das Hilariusfest gefeiert.

Sie gelten als Schutzpatrone, viele Menschen tragen ihre Vornamen: die Heiligen. In einer Serie stellt die BZ Heilige vor, von denen sich auch im Umland von Freiburg Spuren finden. Heute: der heilige Hilarius.

Wer war Hilarius von Poitiers?
Hilarius lebte vermutlich von 315 bis Anfang Januar des Jahres 367 in Frankreich, er gilt als erster Bischof von Pictavium, dem heutigen Poitiers. Hilarius Gedenktag ist der 13. Januar, sein Name bedeutet "Der Heitere". Geboren wurde er in eine wohlhabende heidnische Familie. Er arbeitete zunächst als Verwaltungsbeamter, ließ sich jedoch im Jahr 345 gemeinsam mit seiner Frau und Tochter taufen, nachdem er über seine Auseinandersetzung mit der Philosophie zum christlichen Glauben gefunden hatte. 350 wurde er zum Bischof ernannt. Er soll Sankt Martin als Bischof von Poitiers getauft haben. Hilarius setzte sich gegen den Arianismus ein und wurde deshalb 356 als Bischof abgesetzt und vom Kaiser Konstantin II. nach Phrygien verbannt.

Hilarius als Autor
Dort vertiefte Hilarius sein christliches Wissen und verfasste die erste (zwölf Bände umfassende) Gesamtdarstellung über die Dreieinigkeit Gottes. 360 bat er den Kaiser im Rahmen eines Konzils in Konstantinopel um ein Gespräch, das dieser zwar verweigerte, aber Hilarius erlaubte, nach Hause zu reisen. Hilarius verfasste den ersten Kommentar zum Matthäus-Evangelium und viele weitere christliche Schriften. Er gilt als Pionier unter den Verfassern christlicher Literatur.

Wo begegnet man ihm?
Hilarius ist hierzulande ein selten zu findender Heiliger, doch die Pfarrkirchen in Bollschweil und in Ebnet sind ihm gewidmet, auch im Herbolzheimer Ortsteil Bleichheim findet man eine Hilarius-Kirche. Hilarius wurde vom heiligen Fridolin verehrt (er bestattete Hilarius’ Gebeine in Poitiers neu und errichtete auf seinem Grab eine Kirche). Fridolin, der im Breisgau und am Hochrhein missionierte, gründete einige Hilarius-Kirchen, daher gibt es häufig dicht beieinanderliegende Fridolin- und Hilarius-Heiligtümer. Die Dichterin Marie Luise Kaschnitz, die zeitweise auf dem Familiengut in Bollschweil lebte und dort begraben ist, beschrieb die St.-Hilarius-Kirche in Bollschweil in ihrer Erzählung "Beschreibung eines Dorfes". Auch die tiefste Glocke des Geläutes (g‘) der Bollschweiler Pfarrkirche wurde nach Hilarius benannt. Die Anrufung des Hilarius gilt als hilfreich bei schwächelnden Kindern und Schlangenbissen.
Das Hilariusfest

Das Hilariusfest feiert die Gemeinde Bollschweil am Sonntag, 13. Januar, 10.30 Uhr, mit einem Festgottesdienst mit Christoph Wandler. Zu hören sind der Kirchenchor, Projektsänger, Solisten, Orchester und Orgel unter Gesamtleitung von Sven Hinz. Nach dem Gottesdienst ist ein Treffen im Hilariuskeller geplant.

BZ-Serie: Unsere Heiligen – eine Spurensuche im Umland von Freiburg. Fast alle Werke von Hilarius gibt es in lateinischer Sprache, einige auch in Englisch: http://www.documentacatholicaomnia.eu.

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