Stolberger Zink

Die Sanierung der Altlast Kappel ist gescheitert

Uwe Mauch

Von Uwe Mauch

Mo, 09. Januar 2017 um 17:05 Uhr

Freiburg

Weil die Kosten explodiert sind, zieht die Treubau AG die Reißleine: die Altlast Kappel wird nicht saniert. Damit ist auch der Bebauungsplan vom Tisch – 150 Wohnungen sollten auf dem Gebiet gebaut werden.

Die geplante Sanierung der Altlast Kappel ist geplatzt. Weil sich die kalkulierten Kosten dramatisch erhöht haben, steigt die Freiburger Treubau AG aus. Makulatur ist folglich auch der Bebauungsplan, der auf dem sanierten Gelände 150 Wohnungen vorsah. Damit dürfte die Idee endgültig gescheitert sein, die Sanierung des 2,4 Hektar großen Areals zu finanzieren, indem es zu lukrativem Bauland wird.

Das Konzept schien genehmigungsreif

Vor 31 Jahre legte die Stolberger Zink AG als damalige Eigentümerin des Bergwerks Kappel das erste Sanierungskonzept vor – es sollte nicht das letzte sein in der Reihe wechselnder Grundstücksbesitzer und Sanierer. Doch so weit wie unter der Regie der Treubau AG war das Projekt noch nie. Aufwändige Bürgerbeteiligung, zahllose Gutachten und ein Konzept, das genehmigungsreif schien. Doch als die Treubau AG im vergangenen Jahr die Sanierung bundesweit ausgeschrieben hat, folgte die Ernüchterung: Laut Treubau-Vorstand Bernd Rösch lag das günstigste Angebot bei zehn Millionen Euro. Die Kostenkalkulation hatte zuletzt bei 6 bis 6,5 Millionen Euro gelegen. "Das ist nicht mehr zu realisieren", sagte Rösch der BZ.

Die Treubau hat seit ihrem Einstieg in das Projekt vor gut fünf Jahren nicht nur viel Zeit, sondern auch Geld investiert. Genaue Zahlen will er nicht nennen. "Aber sie tun weh." Die Projektgesellschaft Kappel war zuletzt eine hundertprozentige Tochter der Treubau. Zuvor hatte die "Dr. Eisele Procon GmbH" noch Anteile gehalten. Sanierer Gerhard Eisele aus Rottenburg hatte das Konzept entwickelt, doch einige seiner Gesellschaften sind insolvent. Er ist auch nicht mehr involviert. Auf eine Anfrage der BZ meldete er sich nicht.

Die Altlast soll weiter überwacht werden

Laut Bernd Rösch fällt das Grundstück aufgrund eines Optionsvertrags zurück an Nikolaus von Gayling. Er hatte es im Dezember 2008 bei der Zwangsversteigerung für 430.000 Euro gekauft. Gemeinsam mit Eisele wollte er die Sanierung realisieren, doch beide zerstritten sich. Die Treubau schien die Rettung.

Doch die Sanierung, die vom Bürgerverein Neuhäuser bekämpft wurde, entpuppte sich als endlose Geschichte: Zunächst sollte das ausgebaggerte Erdreich auf Kirchzartener Gemarkung gelagert werden, dann steil oben am Hang auf Kappler Gebiet und schließlich doch auf einer Deponie. Nicht zuletzt durch die zeitliche Verzögerung – eigentlich sollten die Häuser schon bezogen sein – sind die Kosten davongelaufen.

Umweltbürgermeisterin Gerda Stuchlik kündigte an, die Altlast weiterhin auf den Austritt von Schadstoffen zu überwachen. Eine Sanierung sei ohne die geplante Nutzung als Baugebiet nicht nötig. Unabhängig davon werde die Neuhäuserstraße wie geplant ausgebaut.

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