Neuer Vorstoß für das DS-Kennzeichen

skk

Von skk

Mi, 28. März 2018

Donaueschingen

Stadtrat Niko Reith startet Initiative für das Altkennzeichen, da die Argumente der Gegner mittlerweile widerlegt seien.

DONAUESCHINGEN (jak). Ganz, ganz selten sind sie noch zu sehen: Fahrzeuge, die ein DS-Kennzeichen haben. Eine wahre Rarität – doch das soll so nicht bleiben. Nachdem Donaueschingen 2013 mit seinem Vorhaben, wieder ein eigenes Kennzeichen einzuführen, am Kreistag gescheitert war, unternimmt der Donaueschinger FDP/FW-Stadtrat Niko Reith nun einen neuen Vorstoß. Von 29 möglichen Altkennzeichen in Baden-Württemberg sind laut Verkehrsministerium bereits 15 reaktiviert worden. Spitzenreiter ist der Ortenaukreis, in dem mit WOL (Wolfach), KEL (Kehl) und LR (Lahr) gleich drei Alt-Kennzeichen wieder erlaubt worden sind. Es gibt sogar mit BH (Bühl Baden) ein Kennzeichen, dass mit dem Kreis Rastatt und dem Ortenaukreis die Landkreisgrenzen überwindet.

Der Impuls für einen neuen Anlauf sei das 25-jährige Bestehen von Donaueschingen "Große Kreisstadt" gewesen, erläutert Reith, der für die nächste Gemeinderatssitzung einen Antrag gestellt hat. Erst einmal soll das Thema in den Reihen der Stadträte diskutiert werden. Sprechen sich die Stadträte immer noch für ein DS-Kennzeichen aus, wie sie es schon beim ersten Anlauf getan haben? Sollte die Antwort Ja lauten, könnten die Donaueschinger Kreisräte einen neuen Vorstoß wagen und die Verwaltung das Vorhaben forcieren.

"Der erste Versuch ist zwar gescheitert. In der Hoffnung, dass sich der Kreistag in anderer Zusammensetzung heute toleranter zeigt und den Wunsch der Donaueschinger respektiert, möchten wir eine erneute Initiative starten", erklärt Reith. Dass viele Donaueschinger begeistert sind, habe schon der erste Anlauf gezeigt, bei dem es schon etliche Reservierungen gegeben habe, noch bevor der Kreistag das DS-Kennzeichen abgelehnt hatte. Dieser Eindruck würde sich noch durch viele Gespräche und die Tatsache, dass in der Stadt viele Autos mit VS-DS zu sehen sind, verstärken.

Doch warum braucht es eigentlich ein DS-Kennzeichen? "Wir versuchen, die Identifikation mit unserer Stadt durch viele Maßnahmen zu stärken, und geben dafür richtig viel Geld aus. Ein DS-Kennzeichen passt gut zu unserem Marketingkonzept und würde kaum etwas kosten", erklärt Niko Reith. Denn mit Mehrkosten sei zu rechnen, doch Reith geht von einem Anstieg der Wunschkennzeichen aus, für die eine extra Gebühr gezahlt werden muss. "Die Mehrausgaben zahlen uns die Leute, die ein Wunschkennzeichen wollen." Und das seien erfahrungsgemäß nicht wenige. "In Schwäbisch Gmünd etwa konnten im ersten Jahr sogar 91 000 Euro Mehreinnahmen allein durch die Umkennzeichnungen generiert werden", so Reith.

Ähnliches bestätigt der Baden-Württembergische Verkehrsminister: Martin Hahn, der in Überlingen ebenfalls eine neue Initiative für ein Alt-Kennzeichen gestartet hat, hatte bei Winfried Hermann angefragt. Demnach sind im Regierungsbezirk Stuttgart einmalig 4000 Euro für die EDV ausgegeben worden und jährlich lägen die Mehrkosten bei 1500 Euro. Im Regierungsbezirk Tübingen waren es 200 Euro für die EDV und jährlich 1000 Euro Mehrkosten. "Allerdings kann es durch die zusätzlich möglichen weiteren Kennzeichen-Kombination zu Mehreinnahmen infolge von höherer Antragstellung bei Wunschkennzeichen kommen", heißt es in dem Brief.

Argumente, dass durch ein DS-Kennzeichen ein Zeichen gegen den Zusammenhalt im Schwarzwald-Baar-Kreis entstehen könnte, kann Reith nicht nachvollziehen. Denn schließlich sei das aktuelle Autokennzeichen nicht SBK für Schwarzwald-Baar-Kreis, sondern VS für Villingen-Schwenningen. Zumal seit 2015 beim Umzug das Auto nicht mehr zwingend umgemeldet werden müsse und jemand im Schwarzwald-Baar-Kreis wohnen und dennoch mit einem Bremen-Kennzeichen unterwegs sein könnte. Ein Durcheinander in der Kennzeichenlandschaft könne also nicht mehr als Argument angeführt werden. Ein DS-Zeichen würde hingegen eine Stärkung für Donaueschingen bedeuten, meint Niko Reith, und wenn es Kommunen gelinge, ihr Profil zu schärfen, dann würde das letztlich auch dem Kreis zugutekommen.

Ein weiterer Vorwurf, der im Zusammenhang mit den Alt-Kennzeichen geäußert wird, sei eine angebliche Rückwärtsgewandheit. Das sieht der Donaueschinger Stadtrat Reith anders: "Das DS-Kennzeichen ist zwar ein Teil unserer Geschichte, aber es ist auch ein Teil der Geschichte, die erst noch geschrieben werden muss." Seiner Meiner nach ist die Wiedereinführung des Alt-Kennzeichens eine Chance, das zukunftsorientierte Tourismus- und Marketing-Konzept zusätzlich zu unterstützen.