Bei Sonidos ist Spaß am Singen spürbar

Ralph Fautz

Von Ralph Fautz

Do, 03. Mai 2018

Ebringen

Frauenchor feiert sein 20-jähriges Bestehen mit einem großartigen Konzert, das noch lange nachhallt.

EBRINGEN. Von Abba zu Oper zu Robbie Williams: Anlässlich seines 20. Geburtstags hat sich der Frauenchor Sonidos des musischen Zentrums in Ebringen ein ganz besonderes Repertoire zusammengestellt. Mehrfach durfte das Publikum entscheiden und Liedtitel aus einer Wunschbox ziehen. Zwei Zugaben rundeten den Abend ab, der noch lange bei den Gästen nachhallte.

Ob es den Text am Ende auf den Kartons wirklich gebraucht hätte, dessen Fragmente die Sonidos-Sängerinnen in die Höhe hielten? "Thank you for the music" von Abba schien derart präsent und über fast alle Altersklassen bekannt, dass ausgiebig mitgesungen wurde. Aber gut – was vor und nach dem Refrain kam, hatte sicherlich eine kleine Auffrischung nötig. Dieser Titel war ein passender Schlusspunkt eines Abends, der viel zu schnell vorbei ging.

Sonidos war zu Beginn, vor 20 Jahren, noch ein gemischter Chor, der erst seit zehn Jahren als reiner Frauenchor auftritt. So ganz ohne männliche Unterstützung sollte es dann aber am Samstagabend nicht gehen: Da waren der Pianist und musikalische Chorleiter Mihai Grigoriu und der Tenor Wolfram B. Meyer – beide musikalische Größen mit internationalen Auftritten und Theatererfahrung. Nicht fehlen darf in dieser Auflistung auch Ebringens Bürgermeister Rainer Mosbach, der eine kurze Blues-Einlage auf seiner Mundharmonika – in A-Dur, wie er betonte – beisteuerte.

Rainer Mosbach trat als Gastmusiker auf

Es brauchte nur eine Handvoll Tastenanschläge von Mihai Grigoriu – und die vertraute Melodie ließ einen gen Süden ins warme Italien entschwinden. Dem ein oder anderen mag noch der Duft einer frischen Pizza um die Nase geweht haben, der sich durch den Gesang Meyers verstärkt haben könnte: "La donna è mobile" aus Giuseppe Verdis Oper Rigoletto ist nicht nur aus der TV-Werbung vertraut. Meyer machte aus der Mehrzweckhalle für einige Minuten die ganz große Bühne. Zusammen mit den Sonidos-Damen, dem stimmungsvollen Licht und seiner Performance – im seriösen grauen Anzug mit Krawatte – hatte man eher das Gefühl, in einem der großen Theater der Welt zu sitzen.

Was verbindet Oper und Popmusik von Britney Spears? Das Können und das Talent des gesamten Ensembles Sonidos. "One more time" und das ruhigere, von Souleinflüssen geprägte "A natural woman", bekannt durch Aretha Franklin – mit einer Mundharmonikaeinlage Mosbachs – waren von Leidenschaft geprägt. Der Spaß am Singen war deutlich zu spüren. Zuversicht, Rückschau auf Schicksalsschläge oder das persönliche Loslösen aus verkrusteten Strukturen waren Bestandteile der Lieder, die der Chor darbot.

Noch einmal gefühlvoll wurde es bei "Angels" von Robbie Williams. Wie so oft wurde es ruhig im Saal. Einzig Grigoriu am Klavier gab den Takt vor und dann stiegen die Damen ein. Sie meisterten jene ausladenden Textstellen im Refrain ebenso souverän, wie die ruhigen, teils melancholischen Abschnitte zu Anfang und in der Mitte des Songs.