GANZ NEBENBEI: Der 13. und 14.

Bernd Fackler

Von Bernd Fackler

Sa, 14. April 2018

Elzach

Man soll den Tag nicht vor Mitternacht loben, aber zumindest bis zum Zeitpunkt, als dieser Text geschrieben wurde (circa 18 Uhr) ging alles gut gestern. Denn da war ja Freitag, der 13. Aber schau mal an: Nicht verschlafen, nicht den Zug verpasst, die Breisgau-S-Bahn war pünktlich, der Chef gut gelaunt am Telefon und – beim Teutates – nicht einmal der Himmel ist uns gestern auf den Kopf gefallen. Alles gut ? Alles gut! Aber zu früh freuen wir uns natürlich nie. Erst mal abwarten, was Samstag, der 14., so bringt hier im Tal. Aber wie sagte einst schon die Oma im Prechtal: "S’isch egal – Zuchthuus oder Spital."

BZ und VW

Ja, die Erinnerung ist noch da, auch wenn’s schon einige Jährchen her ist: Der Redakteur macht gerade ein Foto im Freien, da kommt ein guter Freund mit Mountainbike und Sportdress angeradelt. Um 15.20 Uhr, da muss er in Elzach vor 15 Uhr losgefahren sein! Und das an einem normalen Werktag!! Der Redakteur ist fassungslos!!! Hat man’s wirklich so schön beim Finanzamt? Der alte Kumpel frohgemut: "Hätt’sch halt au ebbis Recht’s (Richtiges) g’lehrt!" (gelernt), gibt dann aber grinsend zu, dass er heute frei hat – also Schnappatmung wieder einstellen.

Sein Sprüchlein fällt einem aus aktuellem Anlass wieder ein: "Hätt’sch ebbis recht’s g’lehrt". Ja, genau, warum hat man damals, nach dem Abi, eigentlich keine Ausbildung als VW-Konzernchef gemacht? Ein Jahr als Boss der Bosse in Wolfsburg bringt 10,2 Millionen Euro Gehalt ein. Nach dem einen Jahr lässt man sich einfach rausschmeißen. 10,2 Millionen! Da kann eine alte Frau tausend Jahre Strümpfe stricken und ein alter Redakteur hunderttausend Texte schreiben und beide kommen nicht annähernd in VW-Reichweite – Schnappatmung wieder anwerfen!

Ruf und Fuchs

Die Fußballkönige der Woche waren nicht der AS Rom oder Bayern München, nein, der SV Biederbach, knapp vor dem Freiburger FC II. Letztere gewannen 14:0, Biederbach 15:0, und das sogar auswärts. Gegner war jeweils Solvay Freiburg. Neun Tore davon schoss allein der Biederbacher Spielertrainer Tobias Ruf. "Nur" neun Tore könnte man sogar sagen, denn nach 70 Minuten wechselte er sich selber aus. Vielleicht wollte Tobias Ruf ja einfach einen Uralt-Rekord nicht brechen: Am 1. Juli 1912, bei den Olympischen Spielen in Stockholm, gewann die Deutsche Fußballnationalmannschaft 16:0. Nicht gegen San Marino, Liechtenstein, Andorra, Niederländisch-Indien oder das Osmanische Reich – nein, gegen Russland! Zehn Tore davon schoss Gottfried Fuchs. War aber wahrscheinlich kein Biederbacher, der alte Fuchs.

Männli un Wiebli

Alemannisch im April, diesmal in Form von Redensarten, Sprüchen und Wortspielen, die der langjährige BZ-Mitarbeiter Josef Weber in seinem Buch "Elzacher Bräuche" gesammelt hat: "Wer’s glaubt, wird selig un wer in e Mehlsack schlupft, wird mehlig"(eine Sache anzweifeln) – "Ich hab’s Fier (Feuer) im Elsiss (Elsass) g’sehne un d’Engel im Himmel pfiffe g’hert" (jemand berichtet von großen Schmerzen) – "D’ Männli un d’ Wiebli sin die schlimmste Lit" (leider weltweit gültig).

Fehler und Flügel

Der Spruch zum Wochenende kommt vom bekannten deutschen Filmschauspieler und Schriftsteller Hardy Krüger, der in dieser Woche 90 Jahre alt geworden ist (geboren am 12. April 1928 in Berlin-Wedding als Eberhard August Franz Ewald Krüger) und lautet so: "Wenn die Fehler meines Lebens Flügel hätten, könnte ich die höchsten Berge überfliegen".