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15. September 2016 12:51 Uhr

Premiere für ein französisches Buch in Emmendingen

Der Blick der Besatzer auf Frankreich

Ein französisches Buch erlebt in Emmendingen seine Premiere – erscheinen wird es erst im Oktober: "Comme un Allemand en France" thematisiert den Blick der deutschen Besatzer auf Frankreich – und das Tagebucharchiv lieferte Material.

  1. Foto: Sylvia-Karina  Jahn

  2. Das Buch – und dahinter die Macher Foto: Sylvia-Karina  Jahn

  3. Autoren, Vertreter der Stadt und des Tagebucharchivs im Gespräch Foto: Sylvia-Karina  Jahn

  4. Die drei Autoren Jeanne Guérout, Aurélie Luneau und Stefan Martens (von links) Foto: Sylvia-Karina  Jahn

  5. Nicht so schnell, erst mal übersetzen – das übernahm Stefan Martens (l.) für Hans-Jörg Jennes (r.) Worte. Foto: Sylvia-Karina  Jahn

EMMENDINGEN. Das kommt nicht alle Tage vor: Im Deutschen Tagebucharchiv wurde am Donnerstag ein Buch in französischer Sprache vorgestellt. "Comme un Allemand en France" zeigt, wie die Deutschen als Besatzer die Franzosen, deren Kultur und Landschaft in den Jahren 1940 bis 1944 erlebten. Als Quellen dienten auch Tagebücher aus dem Deutschen Tagebucharchiv – 17 Autoren zitiert Jeanne Guérout, die im September 2015 in Emmendingen recherchiert hat.

Deswegen wurde das Buch in Emmendingen der französischen Presse vorgestellt – offiziell präsentiert werden soll es zur Buchmesse, sagt Gerhard Seitz, Geschäftsstellenleiter des Tagebucharchivs. Jeanne Guérout hat im Auftrag des Verlags L’Iconoclaste Briefe, Tagebücher und Zeichnungen der deutschen Besatzer in Frankreich gesichtet. In dem Buch sind unveröffentlichte private Briefe aus der Zeit zwischen 1940 und 1944 zitiert, abgebildet und mit Erläuterungen versehen worden. Als Quellen dienten zudem die Museumsstiftung Post und Kommunikation, die Württembergische Landesbibliothek und die Bibliothek für Zeitgeschichte. Mit dabei sind Briefe sechs bekannter Autoren, darunte r die erstmals ins Französischen übersetzten "Briefe aus dem Krieg 1939 – 1945" von Heinrich Böll.

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Am Donnerstag stellten die drei Autoren Jeanne Guérout, Aurélie Luneau und Stefan Martens das Buch im Bürgersaal des Alten Rathauses vor. Fachbereichsleiter Hans-Jörg Jenne, der die französischen Gäste am Vortag durch die Stadt geführt hatte, schlug eine Brücke zu dem in Emmendingen gestorbenen Schriftsteller Alfred Döblin, der als Kulturbeauftragter der Armee bemüht gewesen sei, die deutsche Kultur – und damit die Kultur des Schreibens – nach dem Krieg wiederzubeleben. "Döblin hätte das Tagebucharchiv sehr gefallen", sagte Jenne. Oberbürgermeister-Stellvertreter Joachim Saar hob die gute Zusammenarbeit von Stadt und Tagebucharchiv hervor: "Wir wissen um den Mehrwert dieser Einrichtung". – Wer sich für das im Oktober erscheinende Buch interessiert, sollte sich an das Tagesbucharchiv wenden.

Autor: Sylvia-Karina Jahn