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11. Januar 2012

Der Feierabend gehört den Schwarzkopfsittichen

Otto Kölblin-Bühler wurde Bundessieger der Vogelzüchter.

  1. Otto Kölblin-Bühler von den Emmendinger Vogelfreunden wurde bei der Bundesschau in Kassel Bundessieger. Foto: Dieter Erggelet

EMMENDINGEN. Kurz vor Beendigung seiner langjährigen Amtszeit als Vorsitzender des Vereins "Vogelfreunde Emmendingen und Umgebung" wurde die Arbeit von Otto Kölblin-Bühler als Züchter mit einem Deutschen Meistertitel gekrönt. Bei bei der Bundesschau in Kassel errang er in der Kategorie "Großsittiche" den Titel eines Bundessiegers. Dabei musste er mit seinem Schwarzkopfedelsittich Wettbewerbsteilnehmer mit Amazonen, Graupapageien, Kakadus, Loriarten und Laufsittichen in der Punktwertung übertreffen.

Seit 46 Jahren hat sich der vitale 65- jährige dem Hobby der Vogelzucht verschrieben. Der gebürtige Emmendinger wuchs in Freiamt auf und trat mit 14 Jahren seine Ausbildung im Bäckerhandwerk in Emmendingen an. Bereits im Jahr 1966 begann er mit der Zucht von Wellensittichen in der heimischen Küche – "unter sehr amateurhaften Bedingungen", wie er ergänzt. Im Jahr 1973 schloss er sich dem Verein der Vogelfreunde Emmendingen an und konnte mit dem Fachwissen seiner Züchterkollegen seine Arbeit perfektionieren. Längst stand ein extra beheizter Raum und die entsprechenden Behausungen für seine gefiederten Freunde zur Verfügung, Zuchterfolge stellten sich rasch ein. Dann ereilte ihn das Schicksal vieler engagierter Vereinsmitglieder: Er wurde in den Vorstand berufen.

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Als Preisrichter ist sein Urteil in ganz Deutschland gefragt

Drei Jahre bekleidete er das Amt des Schriftführers, von 1980 an war er zwölf Jahre lang als Vorsitzender für die Geschicke des Vereins verantwortlich. Während einer zehnjährigen Pause widmete er sich überwiegend seiner Züchterarbeit. Dann über nahm er bis heute wieder das Amt des ersten Vorsitzenden. Zwischenzeitlich spezialisierte er sich neben vielen anderen Sittich- und Papageiarten auf den Schwarzkopfsittich, eine Sorte die im asiatischen Raum häufig anzutreffen ist. Schmunzelnd erzählt er, wie er im Jahr 1991 zwei der rund 40 Zentimeter großen Schwarzkopfedelsittiche kaufte in der Hoffnung es sei ein Paar. Fehlanzeige. Das Duo brachte einfach keinen Nachwuchs zustande. Kein Wunder es waren zwei Hähne. Danach kam ein Weibchen dazu und rasch stellte sich Nachwuchs ein. Heute noch lebt einer der "Stammväter" aus der Zeit von 1991. "Schwarzkopfedelsittiche werden 20 bis 25 Jahre alt", ergänzt er. Farbe, Größe, Körperhaltung und Schwanzlänge sind alles Kriterien die bei einem Wettkampf bewertet werden. Seine Erfahrung als Züchter wird auch von den Kollegen in ganz Deutschland geschätzt so dass sein Urteil als Wertungsrichter bundesweit gefragt ist. Beinahe wäre bereits 1998 seine Züchterarbeit mit dem Titel eines Deutschen Meisters belohnt worden, Aber es reicht nur auf den undankbaren Platz zwei.

Abschied vom Vorstandsamt bringt mehr zeit für die Vögel

Seine 65 Jahre sieht man ihm trotz Fulltime-Job nicht an. Mindestens zehn Stunden arbeitet er täglich als Disponent bei dem Bauunternehmen Moser, das zu eines der größten der Region gehört. Bei soviel Trubel tagsüber sind die zwei Stunden Aufenthalt bei seinen Tieren seiner Ansicht nach die allerbeste Entspannung. Insgesamt hat er in seinen Volieren rund 100 Vögel. "Guten Morgen, meine Lieblinge", ganz ruhig begrüßt er in der Voliere seine gefiederten Schützlinge. Durch seinen Begleiter lassen sich die Vögel nicht aus der Ruhe bringen. Die ersten vorwitzigen Sittiche setzen sich schon aufs seine Finger und warten nicht vergebens auf einen Leckerbissen.

Stellt sich viel Nachwuchs ein, verkauft er die Nachzüchtungen an Vogelfreunde in der ganzen Republik.. Schließlich sind Futter und Tierarztkosten nicht umsonst zu haben. "Ich will aber mit meiner Zucht kein Geld verdienen", versichert er. Ab Ende des Monats bleibt ihm noch mehr Zeit sich mit seinen gefiederten Lieblingen zu beschäftigen. Dann stellt er sich bei der Jahreshauptversammlung der Vogelfreunde Emmendingen nicht mehr zur Wiederwahl und hofft, dass seine Arbeit von einem Kollegen fortgesetzt wird.

Autor: Dieter Erggelet