Die "Cammer der Fuhrknecht" wird zum Rolf-Brinkmann-Raum

Benedikt Sommer

Von Benedikt Sommer

Di, 04. April 2017

Emmendingen

Der renovierte Wehrturm des ehemaligen Meierhofs der Hochburg wurde am Sonntag mit einem Fest eingeweiht und dient jetzt als Informationszentrum.

EMMENDINGEN. Mit einem Festakt ging am Sonntag eine jahrzehntelange Planungs- und gut zweijährige Bauzeit auf der Hochburg zu Ende: mit zahlreichen Gästen aus Politik und Wirtschaft wurde das neue Dokumentationszentrum auf dem Gelände des ehemaligen Meierhofs eröffnet. Zu Ehren des Initiators und "Hauptmotors" des Projekts wurde der große Arbeitsraum im alten Wehrturm in "Rolf-Brinkmann-Raum" umbenannt.

Rechtzeitig zum Fest kam dann auch noch die Sonne heraus. Nach zwei Jahren Bauzeit konnte endlich das neue Dokumentations- und Besuchszenturm der Hochburg eröffnet werden. Während Oberbürgermeister Stefan Schlatterer in seiner Begrüßungsrede einen Abriss über die schwierige Ordnung der Besitz- und Nutzungsverhältnisse gab, lud Architekt und Initiator Rolf Brinkmann die Anwesenden zu einer kleinen Zeitreise durch die 445-jährige Geschichte des Gebäudes ein. Von den Schwierigkeiten beim Bau des Meierhofs über Rückschläge durch Krankheiten bis zur Fertigstellung und dem Einzug der Fuhrknechte im Jahr 1573 (denn diese logierten damals in der Stube des alten Wehrturms), schlug er den Bogen über die Zeit der Franzosenherrschaft (in der der erste Vorfahre von Rolf Brinkmanns Frau, Margit, aus der Geschichte auftauchte) bis zur Einrichtung einer Ackerbauschule. Schon seit 1985 habe es im Verein Überlegungen über die Nutzung des Wehrturms gegeben, erzählte Brinkmann, die Rezession und der Wechsel der Eigentumsverhältnisse hätten aber immer wieder einen Strich durch die Planungen gemacht. Als dann der Gasthof abgerissen wurde und die Anlage immer mehr "vergammelte", stand das Projekt auf der Kippe. Aber 2014 konnte schließlich losgelegt werden. Mit der Förderung durch die Stadt Emmendingen, Vereinsgeldern, der finanziellen Unterstützung durch den Lions Club (70 000 Euro wurden laut Markus Singler bei vier Festen und Open-Air-Konzerten in der Hochburg gesammelt) und den Sponsorengeldern bekannter regionaler Unternehmen konnte die Finanzierung gesichert werden. Mit der Unterstützung externer Handwerker und 2000 Arbeitsstunden durch die Vereinsmitglieder erfolgte dann, in doch recht kurzer Bauzeit die Sanierung des Gebäudes.

Viele Gäste nutzten am Sonntag die Möglichkeit, das schmucke Informationszentrum zu besichtigen. Im Erdgeschoss gewährt das eigentliche "Schaufenster" der Burg einen Blick auf die von Kreisarchivar Gerhard Auer konzipierte kleine Ausstellung. Im Untergeschoss des Wehrturms ist das "Reich" von Vereinsarchäologin Hanne Steuber untergebracht. In diesem Archivraum werden die zahlreichen Fundstücke klassifiziert und fachgerecht erfasst und gelagert, die auf dem Burggelände gefunden werden und nicht "museumswürdig" sind. Im Obergeschoss, der alten Schlafkammer der Fuhrknechte, ist jetzt, schöner – und sicher komfortabler – denn je, der Archiv- und Büroraum des Hochburgvereins untergebracht. Als "Studierstube" schmückt das Turmzimmer auch der grüne, leider nicht mehr beheizbare Kachelofen, den Rolf Brinkmann aus Fundkacheln und ergänzten Teilen rekonstruierte.

Zu Ehren des Architekten enthüllte Oberbürgermeister Schlatterer eine, unmittelbar anschließend angebrachte, Tafel, mit der dieser Raum in "Rolf-Brinkmann-Raum" umbenannt wurde. Markus Singler überreichte für den Lions Club einen Scheck in Höhe von 5000 Euro, den Erlös des Jazz-Brunch vor einer Woche. Mona Diringer schenkte dem Verein ein Hochburg-Gemälde ihres Mannes Rolf.

Die musikalische Umrahmung der Feier gestalteten die Hachberger Herolde. Bis 17 Uhr konnten die Besucher, bewirtet von den Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr Maleck und des Hochburgvereins, das Gebäude besichtigen. Am Nachmittag spielte der Musikverein Sexau. Dazu bot das Pächterehepaar der Domäne Hofführungen an und der Schulbauernhof informierte zum Thema "Henne und Ei".