Ehrenamtlich für den Klimaschutz

Benedikt Sommer

Von Benedikt Sommer

Fr, 03. Februar 2017

Emmendingen

18 Teilnehmer haben das Pilotprojekt "Klimawandel und Klimafolgen" von Volkshochschule und Stadt abgeschlossen.

EMMENDINGEN. 18 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Pilotprojekts "Klimawandel und Klimafolgen verstehen und Zukunft mitgestalten" erhielten von Oberbürgermeister Stefan Schlatterer jetzt ihre Zertifikate. Sie sollen als ehrenamtliche Multiplikatoren mit fundierten Sachkenntnissen für Klimaschutz tätig werden. Den Kurs hatten die Volkshochschule Nördlicher Breisgau und der Klimamanager der Stadt Emmendingen angeboten.

"Auch wenn die Anstrengungen Emmendingens um den Klimaschutz groß sind und wir mit unseren Projekten mehrere Landeswettbewerbe gewonnen haben", fasste Oberbürgermeister Stefan Schlatterer die Situation zusammen, "sind wir als Stadt nicht wirklich erfolgreich, wenn wir das Thema nicht ins Bewusstsein der Bevölkerung bringen". Verschwindend gering sei der kommunale Anteil an den CO2-Emissionen, nach dem Verkehr sind die privaten Haushalte die größten Emittenten, aber auch die Gruppe, bei der die größten Einsparungen erzielt werden könnten. Und dies ist dringlicher denn je: laut Klimamanager Armin Bobsien ist Südbaden vom Klimawandel am stärksten betroffen, der Temperaturanstieg liege bereits bei 2,3 Grad.

Analog zur Ausbildung zum ehrenamtlichen Naturschutzwart entwickelte Bobsien t mit der Volkshochschule einen Kurs, um Bürger zu Multiplikatoren weiterzubilden. "Gerade im persönlichen Umfeld fehlt es bei diesem Thema mitunter an detailliertem Wissen", so Volkshochschulleiter Ralf Karl Oenning. Dieses bereitzustellen sei aber Verpflichtung und Aufgabe seiner Einrichtung.

Um eine möglichst hohe Kursqualität zu erzielen , nutzte Bobsien das Konzept des "Integrierten Lernens" oder neudeutsch "Blended-Learning", bei dem E-Learnings in die "klassischen" Unterrichtsformen "hocheffizient und zukunftsfähig" (Oenning) integriert wird. Mit dabei waren regionale Partner wie der Freiburger Verein Fesa, das Fortbildungsinstitut Ifpro und nationalen Kooperationspartner. Einen konkreten Eindruck von dieser Form der Wissensvermittlung gaben per Livestream zugeschalteten Grußworte zweier Kooperationspartner: Renate Treffeisen, Leiterin des Klimabüros am Alfred-Wegener-Institut, dem Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung, aus Bremerhaven nannte das Bildungsangebot ein einzigartiges Format im Rahmen der VHS und Bettina Münch-Epple, Leiterin Bildung vom WWF Deutschland, aus Berlin sasgte, dass von Emmendingen ein großer Impuls in den südbadischen Raum und darüber hinaus gehe. Aber auch renommierte Forscher wie etwa Paul Becker vom Deutschen Wetterdienst, Professor Mojib Latif vom Geomar (Helmoltz-Zentrum für Meeresforschung, Kiel) oder Professor Eberhard Parlow, Meteorologe an der Universität Basel, wurden virtuell als Dozenten nach Emmendingen geholt. Über 20 Teilnehmer meldeten sich an, vom Schüler bis zum Rentner, vom Handwerker bis zur Kreisrätin. Nur zehn wohnen in Emmendingen, die restlichen Absolventen kamen aus dem Landkreis, ja selbst aus Freiburg. Geht es nach dem Willen der Veranstalter, könnte das Pilotprojekt auch zukünftig Wellen schlagen – als festes Angebot im VHS-Programm und als Format, das deutschlandweit Volkshochschulen zur Verfügung gestellt werden könnte.