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29. Oktober 2010

Eine Brücke zwischen Kontinenten

Das Benefizkonzert in der Mundinger Kirche vereinte südamerikanische und europäische Instrumente / 700 Euro für Flutopfer.

  1. Konzert in der St.-Barbara-Kirche Mundingen: Ungewohnte Klänge schlugen eine Brücke zwischen den Kontinenten. Vorne Jazztrompeter John Sahutske. Foto: Brigitte Rüssel

EMMENDINGEN-MUNDINGEN. Mit einem Mosaik aus lateinamerikanischen Klängen erlebten die Besucher in der Mundinger St. Barbara Kirche am Freitagabend ein Konzert, das mit viel Engagement und großem Repertoire begeisterte. Durch die Kombination aus verschiedensten südamerikanischen und europäischen Instrumenten wurde eine klingende Brücke zwischen den Kontinenten gebaut. 700 Euro für die Flutopfer in Pakistan waren der Lohn.

Der Jazz-Trompeter John Sahutske, der mit weiteren Musikerkollegen das Benefizkonzert zugunsten der Flutopfer in Pakistan bestritt, überzeugte mit musikalischer Qualität und ungewöhnlichen Sounds, die aus traditionellen spanischen melodiösen und afrikanischen rhythmischen Einflüssen stammten.

Gleich zum Auftakt überzeugte die Gruppe "Papageio" mit Choro, einem brasilianischen Musikstil, der wahrscheinlich in den 1870er Jahren in Rio de Janeiro als Fusion von europäischer Musik und der afrikanischen Musik eingeschleppter Sklaven entstanden ist. Bei seinen Trompetensoli unterstrich Sahutske sein Können mit der Eleganz eines Balletttänzers. Der vergleichsweise schwerfälligen Trompete mit der anstrengenden Tonbildung entlockte er fast mühelos geschmeidige, kraftvolle und melancholische Töne. Rudolf da Silva begleitete das Trompetensolo an der Orgel. Eine gute Wahl, so verschmolzen die Töne zu einer gemeinsamen Klangfülle ineinander.

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Die Moderation für diesen Abend hatten die Konfirmanden Felix Lang, Moritz Kratt und Manuel Steinle übernommen und ihre einhellige Meinung – "die gehen voll ab" –, mit der sie die Band "Vilcabamba" ankündigten, konnte man nur unterstreichen.

"Vilcabamba" hatte die an diesem Abend ihren ersten gemeinsamen Auftritt hatte und startete gleich zum Publikumsliebling durch. Mit traditioneller Musik auf den Instrumenten der Andenbevölkerung, Bombo und Charango, begleitet von Geige und Gitarre, nahmen sie die Zuhörer mit auf einen Streifzug durch Peru und Argentinien. Mit Liedern, mal ruhig und sehnsuchtsvoll, mal heiter und beschwingt, brachten die Musiker dem Publikum die südamerikanische Folklore unverfälscht und gefühlvoll nahe. Rhythmisches Mitklatschen, Jubelrufe und anhaltender Applaus waren eindeutige Zeichen das diese Band Zukunft hat.

Bevor die Pause eingeläutet wurde, demonstrierten die Mundinger Konfirmanden per Powerpoint die Not der Menschen in Pakistan nach der Flutkatastrohe. Sie hofften auf ein spendenfreudiges Publikum, das nicht nur mit Musik, sondern auch mit selbst gebackenem Kuchen an diesem Abend verwöhnt wurde.

Den musikalischen Abschluss übernahm die Band "Que-Pa-Sa". Sie überbrachten mit ihren Melodien und Rhythmen die ungebrochene Lebensfreude der Karibik zum Ausdruck. Mit Son, eine traditionelle kubanische Musikrichtung, swingenden Salsa und temperamentvoller Mambo, entführten sie das Publikum ein letztes Mal in das tropische Flair vergangener Jahrzehnte.

Autor: Brigitte Rüssel