Start mit Friedenstaube

Roland Vitt

Von Roland Vitt

Sa, 06. Oktober 2012

Endingen

Das erste Kunstwerk des Kaiserstühler Skulpturenwegs steht oberhalb von Kiechlinsbergen.

ENDINGEN-KIECHLINSBERGEN. Am "Tag der deutschen Einheit" wurde am Aussichtspunkt "Teufelsburg" bei Kiechlinsbergen ein Zeichen zum Erhalt des Friedens gesetzt. Dort grüßt seit Mittwochmorgen grüßt eine Friedenstaube Wanderer, Ausflügler, Naturfreunde und Kunstinteressierte. Die Enthüllung des vom Kiechlinsberger Bildhauer Christopher Lampart geschaffenen Werks war zugleich der Startschuss für einen Kaiserstühler Kunstpfad (die BZ berichtete).

Kaiserstühler Künstlerinnen und Künstler sowie Kunstfreunde haben sich Anfang 2012 im gemeinnützigen Förderverein "Kunst.Natur.Kaiserstuhl e.V." zusammengeschlossen. Ihr gemeinsames Ziel: An 13 verschiedenen Orten im Kaiserstuhl sollen im Umfeld bereits bestehender Themenpfade einmalige, in Form und Material unterschiedliche Kunstwerke aufgestellt werden. Diese Kunstwerke werden als einzelne Werke und im Zusammenspiel als Gesamtheit wirken. So sollen die Landschaft des Kaiserstuhls geschmückt und neue touristische Anziehungspunkte geschaffen werden.

Für das erste Kunstwerk "Taube flieg" von Bildhauer Christopher Lampart hätte man wohl keinen besseren Platz als den Aussichtspunkt "Teufelsburg" finden können. Weit mehr als 50 Künstler, Kunstinteressierte, Bürger und Spender waren gemeinsam mit Ortsvorsteher Franz Späth und Bürgermeister Hans-Joachim Schwarz bei kühlem Herbstwetter zum Aussichtspunkt gekommen, viele von ihnen über zum Teil steinige und steile Wege. Wer weniger gut zu Fuß war, wurde mit dem Traktor gefahren.

Bildhauer Christopher Lampart nahm gemeinsam mit Ortsvorsteher und Bürgermeister die Enthüllung vor. Die Musikerinnen Susanne Liedtke (Harfe) und Bettina Schönemann-Lehre (Geige) vom Ensemble "Immoment" umrahmten die Enthüllung musikalisch. Eigens für diesen Anlass hatten die beiden Musikerinnen ein Musikstück geschrieben, das sie neben dem Kunstwerk uraufführten.

Zum Schauen, Staunen und Nachdenken anregen

Helmut Schöpflin, Vorsitzender des Vereins "Kunst.Natur.Kaiserstuhl", zeigte sich beeindruckt von den vielen Gästen: "Uns ist es wichtig, die Menschen zum Schauen, Staunen und aber auch zum Nachdenken zu bewegen."

Endingens Bürgermeister Schwarz freute sich, "dass das Freilichtmuseum Kunstmuseum Kaiserstuhl hier und heute seinen Anfang nimmt". Eine ganze Reihe von Kunstwerken solle noch folgen und der interessierten Öffentlichkeit, aber auch zufällig vorbeikommenden Besuchern zeigen, dass der Kaiserstuhl nicht nur ein Naturraum ist, sondern auch ein Lebensraum und damit wiederum auch ein Kunstraum. "Den Initiatoren und dem Verein gilt unser aller Dank für alles, was sie bisher auf den Weg gebracht und hier oben realisiert haben", betonte Schwarz. "Ich wünsche mir, dass der Gedanke des Friedens nicht nur über diese Grenze fliegt, sondern auch in jeden Winkel der Welt."

Auch Ortsvorsteher Franz Späth zeigte sich begeistert von der Idee, die Natur am Kaiserstuhl mit Skulpturen zu gestalten und bezeichnete die Standortwahl im Naturschutzgebiet Teufelsburg als ausgesprochen gelungen für dieses Kunstwerk. Die Kunstobjekte an viel begangenen Wanderwegen werden die Menschen zur Auseinandersetzung und zu Gesprächen anregen, war der Ortsvorsteher überzeugt und freute sich, dass der "Skulpturenweg Kaiserstuhl" hier seinen Anfang nehme. Dank sagte der Ortsvorsteher auch Antonia und Christopher Lampert für ihren Einsatz.

Nach Grußworten des künstlerischen Vorstands Joachim Bihl und von Antonia Mamier-Lampart erfolgte der große Moment der feierlichen Enthüllung.

Die anschließende Matinee mit Gugelhupf, Kuchen, Wein, besonderen Happen nutzten die Gäste auch zu Gesprächen mit den Künstlern, ehe man sich wieder auf den "Abstieg" machte.

Am 8. Februar 2013 wird auf dem Münsterberg in Breisach das zweite Kunstwerk des Skulpturenpfads enthüllt.