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29. November 2010
"Ohne Strom zu leben, geht"
Beim Burundi-Abend wurde in Eschbach Wiedersehen gefeiert mit Abbé Alphonse Ndabiseruye.
ESCHBACH. "Es ist ein tolles Gefühl, wieder hier in Eschbach zu sein und alle Freunde und früheren Wegbegleiter wiederzusehen", sagte Abbé Alphonse Ndabiseruye, bei einem Burundi-Abend zu seinen Ehren am Freitag in Eschbach. "Es ist als wäre ich nie weg gewesen."
Vor drei Jahren war der Priester aus dem afrikanischen Burundi nach zwölf Jahren in Deutschland in seine Heimat verabschiedet worden. In diesen Jahren hatte er unter anderem im Heitersheimer Pfarrhaus gewohnt und Messen in Eschbach gehalten. Jetzt gab es ein fröhliches Wiedersehen mit dem promovierten Theologen, der in Eschbach und Heitersheim viele Menschen mit seiner afrikanischen Lebensfreude beeindruckt hatte und heute als Direktor das Büro für Entwicklung der Diözese Bujumbura in Burundi leitet.Anlass seines Besuchs war eine Einladung zu einem Symposium, die die theologische Fakultät der Universität Frankfurt ausgesprochen hatte. Das war eine willkommene Gelegenheit für Ndabiseruye, seine alten Wirkungsstätten zu besuchen. In Eschbach wurde spontan ein "Burundi-Abend" organisiert. In lockerer Atmosphäre und mit afrikanischem Gesang, Tanz und Trommelklängen kam man zusammen, Abbé Alphonse Ndabiseruye informierte außerdem über sein Schulprojekt "Ecole Mahoro (Friedensschule), das er 2002 in seiner Heimatpfarrei Mutumba gegründet hat. Der Saal in Eschbach war voll. Das mache deutlich, welch hohe Wertschätzung der Priester aus Afrika hier noch immer genieße, meinte Moderator Klaus Briggel.
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Als Abbé Alphonse vor drei Jahren Deutschland verließ, hatte er viele Pläne für sein Schulprojekt im Gepäck. "Bildung ist das Wichtigste in Burundi, um Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten", sagt der 52-Jährige. Viele seiner Pläne seien inzwischen verwirklicht. Fast 1000 Kinder besuchen die Schule. Seit diesem Jahr gibt es einen Kindergarten, die Grundschule, an der 670 Schüler lernen, hat jetzt zwölf Klassenräume, das Gymnasium eine elfte Klasse. Die Krankenstation ist fertig gebaut, ebenso eine Trinkwasserstation, die Mehrzweckhalle und eine Polizeistation.
Noch nicht verwirklicht wurden eine Berufsschule, eine Ambulanz für die Krankenstation, Lehrerwohnungen und die Stromversorgung. Gedacht wird an eine Solaranlage. "Wasser ist wichtig, um zu leben. Aber ohne Strom geht es", sagte der Priester dem staunenden Publikum. "Wir kämpfen noch um das Notwendige zum Leben, während bei Euch das Angenehme schon zur Notwendigkeit geworden ist." Auch an Lehr- und Labormaterial, einer Bibliothek und Computern mangelt es noch. Eine Snackbar, ein Schulladen und ein Gästehaus sollen dazu führen, dass sich das Projekt irgendwann selbst finanziert.
Am 19.Dezember wird Ndabiseruye Deutschland wieder verlassen. Allerdings mit 1000 Schultaschen im Gepäck, die ein Freund gespendet hat.
Autor: Ingeborg Grziwa
