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09. Juli 2010

Gunter Demnig setzt Stolpersteine gegen das Vergessen

DREI FRAGEN AN an Robert Krais, der das Stolperstein-Projekt nach Ettenheim holte / Paten für die Aktion werden noch gesucht.

  1. Robert Krais hat die Stolpersteine nach Ettenheim geholt. Foto: Eri

ETTENHEIM. Mit der Aktion Stolpersteine hat der Künstler Gunter Demnig eine Erinnerungsarbeit ausgelöst, die inzwischen in mehreren hundert Kommunen an während der Naziherrschaft vertriebene oder deportierte Juden erinnert. Sie ist nun auch in Ettenheim angekommen. Am kommenden Montag wird Demnig auch in der Rohanstadt Stolpersteine setzen. Erika Sieberts sprach mit Robert Krais vom deutsch-israelischen Arbeitskreis südlicher Oberrhein (DIA), der die Aktion vor Ort organisiert.

BZ: Wann findet die Aktion in Ettenheim statt?
Krais: Der Künstler Gunter Demnig wird am Montag, 12. Juli, um 9 Uhr in der Festungsstraße beginnen, die Stolpersteine zu verlegen. Weitere Stationen sind in der Friedrichstraße und in der Zunftgasse. Die Aktion erfolgt im Rahmen des Stadtfestes mit dem Titel "Steine erzählen". Informationen über das jüdische Leben in Ettenheim und über die Stolpersteine haben wir in einer Broschüre zusammen gefasst, die beim Stadtfest an unserem Stand verkauft wird.
BZ: Für die Steine gibt es Patenschaften. Was muss man tun, wenn man eine übernehmen möchte?

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Krais: Für jeden der bestellten Steine ist eine Patenschaft möglich, die 95 Euro kostet. Der Betrag deckt die Herstellung und das Verlegen der Steine und geht an den Künstler Gunter Demnig. Wer eine Patenschaft übernehmen möchte, meldet sich bitte bei mir unter der Telefonnummer 07822/5804.
BZ: Wie wird die Verlegung der Steine ablaufen?
Krais: Die Öffentlichkeit ist eingeladen, an der Aktion teilzunehmen und mit den Künstler ins Gespräch zu kommen. Ich werde währenddessen Informationen zu den jüdischen Mitbürgern geben, die damals, 1940, in das Lager Gurs, unweit von Lourdes deportiert worden sind. Insgesamt wird die Aktion relativ schnell ablaufen. Das heißt, sie wird nach ein bis zwei Stunden zu Ende sein. Wer mehr über das jüdische Ettenheim wissen möchte, kann am darauffolgenden Donnerstag, 15. Juli, mit Margret Oelhoff einen Rundgang machen. Er beginnt um 18 Uhr im Sitzungssaal des Palais Rohan.

Autor: eri