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03. Mai 2013

Kompakter, homogener Chorgesang

Musikalischer Gottesdienst mit dem Kirchenchor Münchweier in der Stadtkirche / Projektchor singt Messe solennelle.

ETTENHEIM. Der Kirchenchor Heilig Kreuz aus Münchweier hatte am Sonntag zu einem geistlichen Konzert in die Stadtkirche geladen. Zahlreiche Zuhörer hatten die Einladung angenommen. Sie durften das Konzert mitgestalten, in dessen Mittelpunkt die Messe solennelle des Pariser Komponisten Louis Vierne stand und trugen so ihren Teil zum musikalischen Gottesdienst bei.

Die Sängerinnen und Sänger aus Münchweier wurden unterstützt vom Kammerchor Catemus aus Gundelfingen. Zusammengeführt hatte sie ihr gemeinsamer musikalischer Leiter Bernhard Schmidt. Dem 30-Jährigen war es gelungen, die beiden Chöre zu einem voluminösen Klangkörper zu verschmelzen. Die bestens disponierten Akteure trugen den Messtext in französischer Sprache mit nachdrücklicher Expressivität vor.

Die Liebe zu den Feinheiten der Intonation zeugte von großem Engagement und ließ unermüdliches Proben vermuten, denn die beiden gewiss unterschiedlichen Ensembles präsentierten einen kompakten, homogenen Chorgesang auf außergewöhnlich hohem Niveau, der bestimmt nicht ohne viele gemeinsame Stunden zu erzielen gewesen wäre.

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Schmidt hatte die Reihenfolge der Komposition von Vierne an die Gottesdienstordnung angepasst, sodass das Konzert zu einem Wortgottesdienst wurde. Dazu beigetragen hatte auch, dass die Gemeinde eingebunden wurde, schon das Eröffnungswerk – "Come, Ye faithful" von Reginald Sparshatt Thatcher – durfte mitgesungen werden.

Einige Komponenten der Messe ergänzte Bernhard Schmidt, beispielsweise trug der Chor das "Vater unser" nach Maurice Duruflé vor. Ungewöhnlich war auch die Ergänzung der Chöre durch Instrumentalisten. Neben dem Organisten Stephan Rankov wurden die Sängerinnen und Sänger vom Akkordeonensemble Collage begleitet. In dessen Reihen saß die einzige Solistin des Abends: Anette Reißner. Die studierte Akkordeonspielerin präsentierte mit einer meditativen Interpretation einer Pastoralen von César Franck für einen besonderen Hörgenuss.

Am Ende gab es lange anhaltenden Applaus von den Zuhörern. Was sie am Ende in ein Kässchen gaben, konnten die Musiker und Sänger ohne Abstriche spenden, die Kosten des Konzertabends hatten bereits zahlreiche Sponsoren gedeckt. Die Spenden gingen an die Lahrer Tafel. Deren Leiterin Ingrid Schatz erklärte, für das Geld würden Schulsachen für bedürftige Familien in der Ortenau beschafft. Auch Schulkinder aus Nigeria profitieren, denn ein Teil des Erlöses ging an das Schulprojekt des dortigen Pfarrers Sylvanus Nnoruka, der in der Ettenheimer Seelsorgeeinheit als Urlaubsvertretung bekannt ist.

Autor: Stefan Merkle