Anti-Doping-Politik

Wird Doping im Fußball von der Uefa akzeptiert?

dpa

Von dpa

Do, 26. November 2015 um 00:01 Uhr

Fussball

Trainer Arsene Wenger vom FC Arsenal hat die Europäische Fußball-Union für ihre Anti-Doping-Politik kritisiert. Er fordert eine schärfere Strafe für Dinamo Zagreb nach dem positiven Test von Spieler Arijan Ademi.

Doping ist dieser Tage wieder zu einem großes Thema geworden. Die Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) sperrte alle russischen Leichtathleten aufgrund systematischen Dopings, der Boxsport hat nach Ansicht von Tyson Fury (Großbritannien), am Samstag (22.10 Uhr/RTL) Herausforderer von Schwergewichts-Weltmeister Vladimir Klitschko (Ukraine), ein "großes Doping-Problem" – und nebenbei muss Russlands Biathlon-Verband wegen Dopings eine Strafe von 100 000 Euro zahlen.

Die Diskussion geht auch am Fußball nicht vorbei. Trainer Arsene Wenger vom FC Arsenal London hat die Europäische Fußball-Union (Uefa) für ihre Anti-Doping-Politik kritisiert und eine schärfere Strafe für Dinamo Zagreb gefordert. "Es geht nicht, dass sie einen gedopten Spieler haben, aber das Ergebnis bleibt bestehen. Das bedeutet, dass man grundsätzlich Doping akzeptiert", sagte Wenger, der am Dienstag mit den Gunners in der Bayern-Gruppe F die letzte Chance im Kampf um den Achtelfinal-Einzug in der Königsklasse wahrte und das Rückspiel gegen Zagreb deutlich mit 3:0 gewann.

Hintergrund von Wengers Kritik ist der Dopingfall um Zagrebs Spieler Arijan Ademi, der beim 2:1-Sieg von Dinamo im Hinspiel gegen Arsenal Doping-positiv getestet und für vier Jahre von der Uefa gesperrt worden war. Das Spielergebnis blieb aber trotzdem bestehen. Laut den Regularien kommt eine Disqualifikation des Vereins erst bei mehr als zwei Dopingvergehen in Betracht. Die Uefa betonte, dass die Regeln im Einklang mit dem Code der Wada stünden.

Dinamo-Trainer Zoran Mamic reagierte gereizt auf die Aussagen seines Kollegen. "Mister Wenger kann denken und sagen, was er will. Die Entscheidungen treffen aber andere Leute – und das wird auch in Zukunft so sein."

Nun werden die Diskussionen lauter, ob es in Zukunft bei einzelnen Dopingsündern im Mannschaftssport zu einer sogenannten Sippenhaft kommen soll – oder ob man damit die fairen Sportler im Team ungerecht behandeln würde.