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12. Oktober 2012 08:38 Uhr
WM-Qualifikation
Löw bringt Schmelzer – und sich in Bedrängnis
Die Nationalelf hat in der WM-Quali ein schweres Spiel gegen Irland vor sich. Bundestrainer Joachim Löw stellt dabei Verteidiger Marcel Schmelzer auf und irritiert dabei mit unglücklicher Wortwahl.
Es kann ein ziemlicher Hexenkessel sein sein – das futuristisch anmutende Stadion mitten in Dublin, in dem an diesem Freitag die deutsche Fußball-Nationalmannschaft ihr WM-Qualifikationsspiel gegen Irland bestreitet. "Von uns erwarte ich die richtige Präsenz in den Zweikämpfen, im Spiel mit und ohne Ball", betonte Bundestrainer Joachim Löw am Tag vor dem Weltmeisterschafts-Ausscheidungsspiel in Dublin. "Wir werden hier ein stimmungsvolles Spiel sehen", ergänzte der Bundestrainer.
"Ich denke, dass nicht alles so schlecht ist", erklärte Schweinsteiger, der als Ersatzkapitän für den gesperrten Philipp Lahm aufläuft, mit Hinweis auf die zwei bisherigen Qualifikationssiege gegen Färöer (3:0) und in Österreich (2:1). Der Münchner appellierte an seine Kollegen, auf all die Kritiken an den jüngsten Vorstellungen der deutschen Nationalelf mit einem starken Auftritt auf der grünen Insel zu antworten. Noch einmal verwies Bundestrainer Löw auf die Qualitäten der "Boys in Green", die sie schon immer auszeichnen: "Wir dürfen eins nicht glauben, dass die Iren irgendwann das Spiel verloren geben. Das wird ein Kampf, der 90 Minuten anhält."
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In der letzten EM-Qualifikation hatten die Iren unter ihrem Kulttrainer Giovanni Trapattoni nur einmal verloren. Beim Turnier in Polen und der Ukraine kamen sie über die Rolle des Punktelieferanten aber nicht hinaus. Zum Auftakt der WM-Ausscheidung gewann das Team des 73-jährigen Trapattoni äußerst glücklich mit 2:1 in Kasachstan.
"Wir müssen unser Spiel durchziehen", forderte Löw trotz der Ausfälle von Lahm, Mats Hummels, Lars Bender und Ilkay Gündogan. Mario Götze ist wie Lukas Podolski wieder einsatzfähig, beide sollen aber zunächst auf der Bank Platz nehmen.
Schon mit ihrer Körpersprache sollen seine Spieler zeigen, "dass wir gut sind", verlangte Löw: "Das werden wir hinbekommen." Immerhin tritt der Zweite der Weltrangliste gegen den 28. an, erinnerte Co-Trainer Hans-Dieter Flick. Und in der Weltmeisterschafts-Qualifikation hat Deutschland noch nie auswärts verloren! "Fußballerisch sind wir besser. Wir müssen dagegenhalten, dann werden wir gewinnen", betonte Mittelfeldspieler Toni Kroos, für den nach Bastian Schweinsteigers Rückkehr zunächst kein Platz in der Startelf ist.
Bundestrainer Löw hat indes am Donnerstag für Irritationen gesorgt. Am Abend hat er Zweifel an seinem Vertrauen in den Dortmunder Fußball-Nationalspieler Marcel Schmelzer vor dem WM-Qualifikationsspiel gegen Irland relativiert. Löw hatte am Donnerstag bei der Pressekonferenz zum Spiel in Dublin nochmals die schwache Leistung des 23-Jährigen beim 2:1-Sieg in Österreich betont und den deutschen Meister in der DFB-Auswahl als Wackelkandidaten auf der Position des linken Außenverteidigers eingestuft.
"Viel mehr Alternativen gibt es links im Moment auch nicht die nächsten ein, zwei, drei, vier, fünf Monate. Also müssen wir mit Marcel Schmelzer weiterarbeiten, das werden wir auch machen", hatte Löw erklärt. Der Bundestrainer hatte jedoch auch erwähnt, dass man bei der Suche nach einer dauerhaften Lösung auf der Problemposition hinten links Geduld mit Schmelzer haben müsse. "Vielleicht braucht er noch ein bisschen Zeit und Spiele, um sich da hineinzufinden", sagte Löw zu den hohen internationalen Anforderungen.
In einer Mitteilung des Deutschen Fußball-Bundes wollte Joachim Löw seine Äußerungen über Schmelzer klarstellen. Dieser habe "über einen langen Zeitraum" in Dortmund sehr gut gespielt. "In der Nationalmannschaft war er zuletzt beim Freundschaftsspiel gegen Argentinien im August überragend. Daher gehört er absolut zurecht der DFB-Auswahl an. Dass er gegen Österreich, genauso wie die gesamte Mannschaft, nicht überzeugt hat, weiß er selbst. Dennoch habe ich nach wie vor großes Vertrauen in seine Fähigkeiten", ließ Löw erklären. Das habe er dem BVB-Profi noch am Donnerstag in einem persönlichen Gespräch so auch mitgeteilt.
Autor: dpa



