Begegnung als ein Schritt zum Frieden

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Do, 09. August 2018

Endingen

Ministranten der Seelsorgeeinheit Nördlicher Kaiserstuhl kehren mit vielen Eindrücken von der Wallfahrt nach Rom zurück .

ENDINGEN/ NÖRDLICHER KAISERSTUHL (BZ). Nach einer Woche voller Erlebnisse und vieler Eindrücke kehrten die 98 Messdiener der Seelsorgeeinheit Nördlicher Kaiserstuhl (Senoka) am Samstag von der zwölften internationalen Ministrantenwallfahrt aus Rom zurück. Insgesamt mehr als 60 000 Jungen und Mädchen aus 18 Ländern Europas führte die Wallfahrt nach Rom.

Zentrale Veranstaltung und Höhepunkt der Woche war die Papstaudienz am Dienstag. Beim Vorprogramm in brütender Hitze warteten die Messdiener auf Papst Franziskus, der gegen 18 Uhr endlich im Papamobil vorfuhr. Die Audienz und das anschließende katechetische Gespräch drehten sich um Friede, Glaube und Gemeinschaft. Der Papst versicherte den Ministranten, dass auch er "ein Pilger" sei, der mit ihnen im Glauben an Jesus Christus vereint ist. Auf die Frage eines jungen Serben, der auf die prekäre Lage für Flüchtlinge in seinem Land anspielte, antwortete der Papst, dass Barmherzigkeit die Lösung sei. "Barmherzigkeit ist ein herausfordernder Weg, ist aber für jeden erreichbar." Es genüge, so der Papst, "wenn sich ein jeder von uns fragt: Was kann ich für den Nächsten tun?"

Doch die Papstaudienz war für die zweitgrößte Gruppe der Erzdiözese mit dem leitenden Pfarrer Jürgen Schindler nur ein Teil eines bemerkenswerten Programms. Dieses wurde im Vorfeld von 10 Ministrantenleiterinnen und -leitern aus allen Pfarreien der Senoka organisiert.

Neben dem stimmungsvollen und tiefgehenden Eröffnungs- und Abschlussgottesdienst der Erzdiözese Freiburg in der Basilika "St. Paul vor den Mauern", an dem alle der rund 8500 Ministranten des Erzbistums teilnahmen, standen auch kulturhistorische Programmpunkte an. So besuchte die Gesamtgruppe die historische Hafenstadt Roms "Ostia antica", um sich im Anschluss beim Baden im Mittelmeer abzukühlen und stieg in die unterirdischen Domitillakatakomben hinab.

Am Donnerstag und Freitag bestand für die Teilnehmer die Möglichkeit, die "Ewige Stadt" in Kleingruppen zu erkunden. Diese nutzten die Minis unterschiedlich. Einige besuchten das Kolosseum und das Forum Romanum oder ließen sich durch die Vatikanischen Museen, die Sixtinische Kapelle und den Petersdom führen. Oder man schlenderte einfach durch die Stadt, aß Eis und Pizza oder ging shoppen. Und auch die Freizeit kam nicht zu kurz.

Das Motto der Wallfahrt "Suche den Frieden und jage ihm nach" wurde bereits beim Aussendungsgottesdienst am Sonntag vor der Wallfahrt (die BZ berichtete) aufgegriffen. Die Mitfeiernden erlebten am eigenen Leib, dass Friede entsteht, wenn man Vorurteile ablegt und das sucht, was verbindet. Das Motto war auf unterschiedliche Art und Weise bei der Wallfahrt präsent. So ist der 18-jährige Thilo Krumm, Teilnehmer und Teamer aus Bahlingen, der Meinung, dass auch eine solche internationale Wallfahrt zum Frieden beitragen kann. "Wenn in Europa und der EU immer mehr Grenzen geschlossen werden und Menschen getrennt werden, kann es auch ein kleiner Schritt zum Frieden sein, wenn sich viele Jugendliche aus den unterschiedlichsten Nationen begegnen, sich austauschen, eine Gemeinschaft bilden und Brücken bauen, anstatt Grenzen dicht zu machen!"

Nach einer ereignisreichen und auch anstrengenden Woche endete so am vergangenen Samstag die Ministrantenwallfahrt, die nach Meinung der 14- bis 23-jährigen Teilnehmer äußerst gelungen war. Unter anderem geprägt von gelebter Gemeinschaft, tollen Begegnungen und dem guten Gefühl, dass "wir als Minis viele sind".

In der katholischen Seelsorgeeinheit Nördlicher Kaiserstuhl leben in den Pfarreien Amoltern, Bahlingen, Endingen, Forchheim, Kiechlinsbergen und Riegel derzeit 8100 Katholiken.