Dennis Zeug holt den Gesamtsieg

Dieter Erggelet

Von Dieter Erggelet

Di, 25. September 2018

Freiamt

Erfolg für 27-jährigen Freiämter beim Slalom des Racing-Teams mit 132 Startern.

FREIAMT. Bei nahezu idealen Bedingungen kämpften 132 Motorsportler aus Süddeutschland am Sonntag während des 38. ADAC-MSRT-Slalom um Sekundenbruchteile. Die Windböen beeinträchtigten das Renngeschehen kaum, der gefürchtete Regen blieb aus.

Dennis Zeug, der 27-jährige Freiämter Motorsportler, der in einem Freiämter Betrieb als Schreiner arbeitet, wurde auf seinem Opel Kadett Coupé (Baujahr 1979) Klassen- und Gesamtsieger. "Mein Bruder Daniel Zeug, versteht von Fahrzeugtechnik viel mehr als ich, dem verdanke ich einen großen Teil meiner Erfolge", sagte er.

Das Innenleben der Fahrzeuge ist puristisch. Der Beifahrersitz fehlt. Rohes Gestänge, wenig Instrumente, keine Innenraumverkleidungen: "Alles bedeutet unnötiges Leistungsgewicht. Natürlich ist auch das Körpergewicht des Fahrers und lediglich eine minimale Benzinmenge ein Faktor", erklärte Rennleiter Sigi Weber.

Die bunten Autos mit zahlreichen Werbeemblemen der Sponsoren jagten waghalsig nach einem Trainingslauf und drei Wertungsläufen mit Geschwindigkeiten von bis zu 140 Kilometer auf die mit Pylonen gespickte Strecke. Frank Böcherer schwenkte 80 Meter nach der Zeitmessung die rote Flagge. Spätestens hier qualmten manche Reifen nach einer robusten Bremsung. Das Umfahren der Pylonen klang wie Schüsse bei einer Treibjagd. Dabei saßen hinter dem Lenkrad besonnene Sportsleute aller Alterskategorien und keineswegs Asphaltcowboys. Jedes umgefahrene "Hütchen" ergab drei Strafsekunden, die kaum durch Tempo auszugleichen waren.

Für die 132 Akteure perfekte Bedingungen zu schaffen, setzt eine perfekt eingespielte Organisation der rund 150 Helferinnen und Helfer des Gastgebers, der MSRT Freiamt, voraus. Ein vorzügliches Betriebsklima im Racing-Team sei dafür die beste Grundlage, sagte Vereinschef Alfred Haas. Der legendäre Wälderporsche, der NSU Prinz, gehöre inzwischen zur aussterbenden Art. Der spätere Klassensieger und Lokalmatador Dieter Gerber fährt den einzigen im Freiämter Verein – ein viel bestauntes Objekt für etwa 1000 Besucher. Allerdings lockte er vier weitere NSU-Piloten an, sich "unter Prinzen" zu messen. Schon vor dem Rennen waren sie viel bestaunte Objekte.

Im BZ-Gespräch verriet er, wie er im Lauf der Jahre aus dem 65 PS Motor etwa 110 Pferdestärken herausgekitzelt hat. Allein im vergangenen Jahr investierte er mehr als 200 Stunden – später korrigierte seine Frau diese Zahl schmunzelnd nach oben.

Für Autofachleute und Rennsportfreunde war der Parc fermé im Zielbereich, über den Helmut Jockmann wachte, ein Eldorado. Die PS-gewaltigen Fahrzeuge aus nächster Nähe zu bewundern, ist hier Tradition. Bereitwillig informierten die Piloten über ihre Sportart. Lampenfieber vor dem Start schien für den 53-jährigen Dieter Gerber ein Fremdwort. "Als Hausmeister in der Eduard-Spranger-Schule in Wasser verstehe ich eben was vom Umgang mit Menschen", meinte er.

Ergebnisse: Dieter Gerber, Martin Betschen, Markus Spöri und Dennis Zeug vom MSRT Freiamt siegten in ihren jeweiligen Fahrzeugklassen.