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24. April 2015 12:27 Uhr

Landesschau

Dreharbeiten in Freiamt: SWR filmt Meerjungfrauen

Dreharbeiten im Hallenbad: Der SWR filmt in Freiamt für einen Landesschau-Beitrag. BZ-Reporterin Katharina Bächle war dabei.

  1. Kameramann Oliver Staubi im Einsatz. Foto: Katharina Bächle

  2. Moderator Michael Kost interviewt Kirsten Söller. Foto: Katharina Bächle

  3. Kameramann Oliver Staubi, Tontechniker Stephen Breitlang und Moderator Michael Kost sichten die Filmaufnahmen. Foto: Katharina Bächle

Ein SWR-Team um Moderator Michael Kost ist derzeit eine Woche in Freiamt unterwegs und filmt für die Sendung "Landesschau Mobil". Die BZ hat bei den Dreharbeiten im Hallenbad zugeguckt. Dort haben die SWR-Leute zwei Stunden lang Meerjungfrauen beim Schwimmen gefilmt – der "Fischschwanz" wird von einer Freiämterin gefertigt.

Kleine Jungen und Mädchen planschen und schwimmen im hinteren Teil des Beckens im Hallenbad. Sie haben Schwimmunterricht. Plötzlich werfen sie interessierte Blicke in den vorderen Bereich. Dort schwimmen Sarah Fee von Stengel (8 Jahre), Selina Kalmbach und Moja Söller (beide 13). Doch sie machen keine Froschbewegungen wie beim Brustschwimmen, sie gleiten durchs Wasser. Möglich macht das ihr Fischschwanz, der sie zu Nixen werden lässt. In ihren Meerjungfrauenkostümen sehen sie nicht nur aus wie Arielle aus dem Disney-Film, sie bewegen sich auch so durchs Wasser – der Fachausdruck für diese Sportart heißt "Mermaiding".

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Kameramann Oliver Staubi tritt an den Beckenrand und hält eine spezielle Outdoorkamera, die auch unter Wasser Aufnahmen machen kann, ins Becken. Probeweise führt er die kleine Kamera langsam hin und her. Sie ist an einer Teleskopstange befästigt. Gleichzeitig verfolgt sein Kollege, Tonmann Stephen Breitling, auf dem Bildschirm eines Smartphones, was Staubi filmt. Es gibt keinen Sucher an der Kamera, alles ist Gefühlssache. "Man muss auf gut Glück die Kamera ins Wasser halten und hoffen, dass der Winkel stimmt", sagt Staubi. Er lässt die drei Nixen hin und her schwimmen, filmt sie von der Seite, von vorne, von hinten.

Im Beitrag soll es aussehen, als sei Staubi zusammen mit ihnen getaucht. Er gibt Anweisungen, die von den drei Mermaids wie Profis ausgeführt werden. Kein Wunder: Kirsten Söller, die die Meerjungfrauenkostüme entwickelt und produziert, dreht selbst Youtube-Videos. Tauchen und Figurenschwimmen sind kein Problem. Doch dann klagen Selina und Moja über Krämpfe in den Beinen. Auch die Monoflosse tut weh – Moja spürt eine Blase, die sie sich vor Tagen an den Füßen geholt hat. Die Mädels brauchen eine Pause.

Das Kamerateam kämpft

mit dem Licht im Hallenbad

Währenddessen schaut sich SWR-Moderator Michael Kost zusammen mit Staubi und Breitling das Material an: Was ist gut, was nicht? Die Drei überlegen, ob sie jetzt das Interview mit Söller aufnehmen wollen. Nach kurzem Beraten entscheiden sie, erst die Schwimmsszenen zu drehen. "Aus dem Kostüm raus und rein ist anstrengend. Außerdem kühlt der Körper zu stark ab", sagt Söller.

Kameramann Staubi filmt die drei Mädels, wie sie am Beckenrand stehen und ihre Schwanzflossen bewegen. Moderator Kost soll auf der gegenüberliegenden Beckenseite das Hallenbad durch die Tür betreten. Die Szene muss vier Mal gefilmt werden – erst dann ist Staubi zufrieden.

Jetzt sind die Meerjungfrauen-Szenen fertig. Es folgt das Interview mit Kirsten Söller. Auch hier gibt es Probleme: Wo ist das Licht gut, wo gibt es am wenigsten Spiegelung durch Wasser und Glasfront? Sie entscheiden sich für die Stirnseite des Beckens. Söller liegt auf einer Liege, Moderator Kost sitzt auf einem Startblock. Der Scheinwerfer wird ausgerichtet, Kamera und Ton laufen. Kost beginnt mit dem Interview.

Nachdem er seine Fragen gestellt hat, beginnt das Spiel von vorne – aus einer anderen Kameraperspektive. "Ich stelle jetzt nochmal meine Fragen und Sie antworten wie eben", erklärt Kost Söller den Ablauf. "Es muss nicht genau die Antwort von vorher sein, der Wortlaut sollte aber stimmen." Nur eins soll Söller auf keinen Fall tun: "Sagen Sie bitte nicht ’wie vorhin schon gesagt’". Alles läuft glatt.

Jetzt fehlt noch die Anmoderation. Das Kamerateam zieht nach draußen um. Die Szene, die gedreht werden soll, ist einfach: Moderator Michael Kost läuft einen Hügel hinter dem Kurhaus hinauf und auf das Schwimmbad zu. Im fertigen Film wird Sequenz eine halbe Minute dauern. Auch hier muss mehrmals gedreht werden, vorbeifahrende Autos stören den Ton. Das größte Problem ist der Wind. Breitling stattet Kost mit einem drahtlosen Mikro aus. Nach dem ersten Dreh wird klar: Der Windschutz muss her, damit man Kost versteht. Doch das Mikro macht weiter Probleme. Einmal ist Kameramann Staubi nicht mit seiner Kameraführung zufrieden, einmal Kost nicht mit seinem Text – erst nach mehreren Versuchen sind alle glücklich.

Info: Gesendet wird die Reportage im SWR in einzelnen Episoden von Dienstag, 26. bis Freitag 29. Mai in der Sendung "Landesschau Baden-Württemberg" von 18.45 bis 19.30 Uhr. Außerdem ist sie als halbstündige Reportage am Samstag, 30. Mai, von 18.45 bis 19.15 in "Landesschau Mobil" zu sehen.

Autor: Katharina Bächle