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21. Januar 2012
Hervorragende Marktpreise für Holz
Freiämter Forstbetriebsgemeinschaft zufrieden mit der wirtschaftlichen Situation / Forstdirektor Schmidt : Pilz bedroht Eschen.
FREIAMT. Zufrieden zeigten sich die privaten Waldbesitzer in der jüngsten Hauptversammlung der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG). Die Preise, die auf dem Holzmarkt derzeit erzielt werden, sind hervorragend. Die Konjunktur beschere der Forst- und Holzwirtschaft viele Aufträge, selbst die Brennholzpreise können sich sehen lassen. Darüber berichtete Forstdirektor Jürgen Schmidt vom Kreisforstamt.
Holz ist, wie Schmidt weiter erläuterte, zu einem verlässlichen Brennstoff auf dem Markt geworden. Auch die Industrie habe den Wald als Produzenten nachwachsender Rohstoffe entdeckt.Karl-Heinz Schweikert, Vorsitzender der Forstbetriebsgemeinschaft, begrüßte bei der Jahreshauptversammlung viele Mitglieder und Gäste, unter ihnen Bürgermeisterin Hannelore Reinbold-Mench als Vorsitzende der "Drei-Täler-Wald-Genossenschaft", die zugleich die Gemeinde als Mitglied der FBG vertritt. 149 Private Waldbesitzer zählt die FBG Freiamt inzwischen, deren Geschäftsführer und Revierförster Jürgen Schillinger ist.
Vorsitzender Schweikert erinnerte die Mitglieder daran, dass die FBG inzwischen seit 20 Jahren besteht. Die Satzung wurde am 16. Januar 1992 genehmigt. Danach konnten neben den Holzverkauf auch Maschinen und Geräte angeschafft werden. Mit der Teilnahme am "Grünen Wochenende" des Gewerbevereins Freiamt habe die FBG im April 2011 ihren Beitrag zum "Jahr des Waldes" geleistet. Die Vorführungen über die Holzverarbeitung und das Schälen von Fichten hätten bei den Besuchern viel Resonanz erzielt.
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Geschäftsführer Schillinger legte eine korrekt geführte Kasse vor. Die Versammlung bescheinigt ihm dies. Die Einnahmen fürs Ausleihen der angeschafften Maschinen sind im Steigen.
Die Mitglieder stimmten den erhöhten Gebühren bei Stockkäufen im Wald zu. Für die gesamte Abwicklung beim Stockverkauf hat sich die "Drei-Täler-Wald" Genossenschaft mit ihrer Vorsitzenden Hannelore Reinbold-Mench bereiterklärt. Die Bürgermeisterin erläuterte diesen Stockverkauf und die Gebührenerhöhung. Künftig zahlen die Mitglieder des FBG statt 40 Cent pro Festmeter 80 Cent. Dies gilt allerdings nur beim Stockverkauf durch die Genossenschaft. Dieses Angebot sieht die Genossenschaft als Dienstleistung in der Holzvermarktung.
Die Genossenschaft übernimmt die ganze Abwicklung – vom Verkauf bis zur Wiederherstellung von eventuell beschädigten Waldwegen. Vorher erhält der Privatwaldbesitzer eine Vorkalkulation. Erst wenn er seine Zustimmung gibt, läuft das Geschäft an und es gibt eine korrekte Abrechnung, erklärte die Bürgermeisterin.
Forstdirektor Schmidt informierte über die Lärche als "Baum des Jahres 2012". Auch stellte der oberste Kreisförster fest, dass das vergangene Jahr für den Wald nicht ganz so einfach gewesen war. "Es gab zwar keinen Sturm, aber es war ein nasser Sommer und ein sehr trockener Herbst, so dass die Wasservorräte im Wald noch nicht aufgefüllt sind", so der Forstdirektor. Es sei kaum noch Käferholz vorhanden; dessen Menge betrage gerade mal drei Prozent. Auch das Sturmholz sei aufgebraucht. Sorgen mache ihm das zunehmende Eschensterben durch einen Pilz, der die Wasserzufuhr im Baum verstopfe. Die Sporen dieses Pilzes würden per Wind weitergetrieben, so dass die Eschentriebe weiträumig absterben könnten. Dieser Schaden betreffe hundert Prozent der Kulturen. Schmidt rief die Waldbesitzer auf, keine Eschen mehr zu pflanzen, denn es sei kein Ende dieses Schadens abzusehen. Wahrscheinlich könne die Entwicklung so wie mit der Ulme vor einigen Jahren laufen: Dieser Baum sei bei uns jetzt fast ausgestorben.
Ein Vortrag über die "Aktuelle forstpolitische Entwicklung im Privatwald" von Professor Ulrich Schraml schloss sich der Versammlung an.
Autor: Pia Grättinger
