Solarenergie

Freiburgs Flugplatz ist der "erste solarer Verkehrslandeplatz Deutschlands“

Carola Schark

Von Carola Schark

Mi, 20. Dezember 2017

Freiburg

„Flieger, grüß mir die Sonne“, sang Hans Albers 1932 im Ufa-Film „F.P.1 antwortet nicht“ – 85 Jahre später lassen Freiburger Flieger die Sonne für sich arbeiten: Die Photovoltaikanlagen auf den Dächern des Flugplatzareals produzieren mit 80000 Kilowattstunden jährlich sogar mehr Strom, als für den Betrieb des Platzes erforderlich wäre. Dafür nennt sich der Flugplatz Freiburg „Erster solarer Verkehrslandeplatz Deutschlands“.

Die Stadt selbst hat im Lauf der vergangenen Jahre Titel zuhauf verliehen bekommen, von der "Umwelthauptstadt" bis zur "Green City". Doch das war nicht immer so. In der Solarstatistik des Jahres 1998 war Freiburg trotz der vielen Sonnenstunden zurückgefallen. Mit dem "Solarkonzept 2000 plus" des Energieversorgers FEW (heute Badenova) wollte man wieder aufsteigen. Der Aufruf, so viele Solarzellen wie möglich zu installieren, ging durch die Stadt. Bis zum Jahr 2005 sollte ein Zuwachs von 2500 Kilowatt im Bereich Photovoltaik erreicht sein.

Dieses Ziel weckte den Ehrgeiz des damaligen Geschäftsführers der Flugplatz Freiburg GmbH, Gerhard Meier. Denn die Dächer von Hangars und Firmen auf dem Platz waren bis dahin ungenutzt. Auf die Initiative Meiers hin prüfte die FEW die Belastbarkeit der Dächer und befand sechs davon für tragfähig. Der Vertrag sah vor, dass die betreffenden Vereine und Firmen die Dächer an die FEW langfristig vermieten, während die darauf befindlichen Anlagen im Eigentum des Energieversorgers bleiben sollten. Dieser wollte auch für Wartung und Installation verantwortlich sein. Für die Dachnutzung zahlte die FEW eine einmalige Summe an die Halleneigentümer – die diese jedoch nicht in die eigene Tasche steckten, sondern spendeten.

Spende für eine Gleitwinkelanzeige

Die Spende ging an die Flugplatz GmbH für die Installation einer Gleitwinkelanzeige (PAPI = Precision-Approach-Path-Indicator-System). Durch vier Lichter neben der Piste erkennt der Pilot, ob er in einem sicheren und optimalen Winkel anfliegt und kann diesen, falls erforderlich, rechtzeitig korrigieren.

Da sich die Aufwendungen für Solaranlagen erst nach 20 bis 25 Jahren amortisieren, wurde eine Vertragslaufzeit von 20 Jahren mit einer fünfjährigen Verlängerungsoption vereinbart. Der Gemeinderat stimmte im Jahr 2005 dafür, so dass die Miet- und Pachtverträge mit Firmen und Vereinen auf dem Freiburger Flugplatz bis zum Jahr 2026 beziehungsweise 2031 verlängert wurden.

Energie sparen bleibt weiterhin ein Hauptthema am Flugplatz. So nutzt die Akademische Fliegergruppe ein elektrisch betriebenes Rückholer-Fahrzeug für Segelflugzeuge. Das "Flitz-Fritzle", ein umgebautes Golfcart, verbraucht nur sechs Kilowattstunden pro Einsatztag und bringt die Flieger, die ja keinen Antrieb haben und mit durch die Sonne erzeugter Thermik fliegen, zum Startpunkt und zum Hangar zurück. Auch die Entwicklung von Elektroflugzeugen, die leise und ohne Benzinverbrauch durch die Lüfte schweben, ist weit fortgeschritten. Und Walter Reisch würde heute das Albers-Lied wohl umtexten: "Flieger, nutz mir die Sonne!"