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28. November 2011

Bomben schon im Ersten Weltkrieg

WIEDERSEHEN! Das Jahr 1917 war das folgenreichste in der Freiburger Luftkriegsgeschichte des Ersten Weltkrieges.

  1. Foto: Michael Bamberger

  2. Ein Zeugnis vom 17. August 1917: Die Bombenschäden in der Rosastraße. Erst im Zweiten Weltkrieg wurden die Häuser allerdings total zerstört, so dass sie inzwischen längst durch Neubauten ersetzt sind. Foto: Archiv Manfred Gallo/Michael Bamberger

FREIBURG. Jährlich wird an die verheerende Zerstörung erinnert und gedacht, die am 27. November 1944 durch das Bombardement auf die Stadt verursacht wurde. Luftangriffe gab es aber nicht nur im Zweiten, sondern auch schon im Ersten Weltkrieg. Drei Dutzend Akten sind allein im Stadtarchiv einsehbar, die über ein- und zweitägige Fliegerangriffe auf Freiburg aus der Zeit des Ersten Weltkrieges berichten.

Einer dieser Angriffe erfolgte am 17. August 1917 ab 12.45 Uhr. Sieben feindliche Flieger warfen insgesamt elf Bomben über Freiburg ab. Getroffen wurden nach den historischen Quellen: die Fassade des Hauses Schiffstraße 9, das Haus Rosastraße 7a, der Garten der Villa des Rechtsanwaltes Kopf, Bahnhofstraße 16 (heute: Bismarckallee 16), wo die Bombe jedoch nicht explodierte, der Gehweg an der Wilhelmstraße, der Garten der Villa Maier-Ehehalt, Friedrichstraße 30, der nördliche Hof des Hauptbahnhofes, der Gehweg an der Merianstraße, das Haus Lehener Straße 24, der Garten des Hauses Lehener Straße 93, ein Garten an der Hugstetter Straße und der Garten des Hauses Mozartstraße 14. Zur Verfolgung aufgestiegene deutsche Kampfflieger schossen im Elsass eines der feindlichen Flugzeuge ab. Das Wrack mit zwei toten Insassen wurde von Neubreisach aus geborgen.

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Glücklicherweise wurden bei dem Angriff nur drei oder vier Personen durch Glassplitter infolge zertrümmerter Fensterscheiben verletzt. Der Sachschaden wurde auf 100 000 Mark geschätzt, was heute einer Kaufkraft von etwa 1,2 Millionen Euro entsprechen dürfte. Der größte Sachschaden entstand in der Rosastraße, wo ein Dreijähriger kommentierte: "Es regnet Staub." Ein militärischer Schaden entstand nicht.

Das historische Foto wurde kurz nach dem Angriff vom Colombipark aus aufgenommen. Es zeigt in der Mitte das zerstörte Haus Rosastraße 7a und rechts daneben noch einen Teil des teilweise zerstörten Nachbarhauses Rosastraße 7. Haus Nummer 7 a gehörte damals Karl Rebstein. Er war Inhaber der Wach- und Schließgesellschaft, des Eilboten "Blitz" und der "Roten Radler". Sein Haus wurde durch eine Sprengbombe so getroffen, dass es einstürzte. Der Gebäudeschaden wurde auf 50 000 Mark und der Fahrnisschaden (Schaden an beweglichem Vermögen) auf 15 000 bis 20 000 Mark geschätzt. Hauseigentümer von Nummer 7 war der Kaufmann Carl Welte (Teppiche und Möbelstoffe). Sein Schaden wurde auf ungefähr 14 000 Mark beziffert.

Auch im Zweiten Weltkrieg blieben die beiden Gebäude nicht verschont. Beim Bombardement am 27. November 1944 wurden sie total zerstört. Zu diesem Zeitpunkt waren die Witwe Rosa Rebstein und der Kaufmann Rolf Welte Eigentümer. Nach dem Krieg erwarb ein neuer Eigentümer beide Grundstücke, die zusammengelegt wurden.

Darauf steht heute das Wohnhaus Rosastraße 7, in dem sich auch Praxen befinden. Auch das Haus Rosastraße 7b, auf dem historischen Foto am linken Rand, das am 17. August 1917 unbeschädigt blieb, wurde am 27. November 1944 total zerstört. Auf dem damaligen Grundstück des Hauses steht heute die rechte Haushälfte der Rosastraße 9.

Autor: Manfred Gallo