Der Platz wird langsam knapp

Anja Bochtler

Von Anja Bochtler

Fr, 03. Juli 2009

Freiburg Mitte

Im Mütter- und Familienzentrum Klara ist so viel los, dass größere Räumlichkeiten gesucht werden

STÜHLINGER. Da sitzen sie und singen zum Abschluss: "Alle Leut’ gehen jetzt nach Haus." Auf dem Boden liegen Bauklötze und Bälle, im kleinen Kaufladen gibt’s Plastikgemüse. Acht Kinder, sechs Mütter und ein Vater waren an diesem Tag beim offenen Treff im Mütter- und Familienzentrum Klara in der Büggenreuterstraße 12 – manchmal ist noch viel mehr los. Dann kann’s eng werden auf den 155 Quadratmetern. Darum wollen die Klara-Engagierten umziehen. Denn klar ist, sagt Uta Linß vom Vorstand: "Bei uns tut sich viel."

Seinen zweiten Geburtstag hat Valentino mit seinen Freunden und Freundinnen gefeiert. Und zwar hier – wo er Aydin, Francesca (beide auch zwei Jahre alt) und die anderen trifft. Immer dienstags und donnerstags kommt Valentino mit seinem Vater Safet Bislimi ins Mütter- und Familienzentrum Klara. "Die Leute hier sind nett und Valentino fühlt sich wohl", sagt Safet Bislimi, einer der wenigen Männer, die das Angebot nutzen. Er findet es gut, dass sein Sohn die Chance hat, mit gleichaltrigen Kindern aufzuwachsen – von klein auf. Das geht den Müttern von Aydin und Francesca genauso. Und Uta Linß, die vier anderen Vorstandsmitstreiterinnen und knapp 30 zeitlich mehr oder weniger Engagierte erleben die Erfolge ihrer Arbeit: Sie sehen es an der Beliebtheit von neuerdings vier offenen Treffs pro Woche, der Teilnahme von zehn Kindern in einer täglichen Kindergruppe und von 16 Kindern in einer Gruppe, die dreimal die Woche stattfindet.

Warum kommt im Stühlinger so gut an, was in anderen Mütterzentren eher mühsam läuft? In Weingarten mussten Uta Linß’ Kolleginnen wegen mangelnder Nachfrage schließen, in Hochdorf gingen die Vorstandsfrauen im Frühling auf die Suche nach neuen Engagierten. Uta Linß betont: "Auch bei uns ist nicht alles super und easy." Alle halten ständig nach möglichen Einsteigerinnen Ausschau, sprechen sie an und überlegen sich immer wieder Neues. Das funktioniert. Der vierte offene Treff, der teils als Ersatz für den einstigen Alleinerziehendentreff gedacht war, ist eigentlich an das "Stärke"-Landesprogramm gekoppelt. Seit September 2008 bekommen Eltern von Neugeborenen 40-Euro-Gutscheine für Erziehungskurse. Derzeit nehmen am "Stärke-Café" mit der Pädagogin Ulrike Hagemann allerdings nur Eltern älterer Kinder teil, die selbst bezahlen oder denen die Kosten vom Sozial- und Jugendamt erstattet werden – weil sie alleinerziehend oder Migranten sind, Zwillinge oder ein Kind mit Behinderung haben.

Ob die Gutscheine langfristig doch noch bei allen gut ankommen werden, müsse sich zeigen, sagt Uta Linß, je nachdem wollen die "Klara"-Engagierten reagieren. Keine Zweifel indes gibt’s daran, dass das Mütter- und Familienzentrum mehr Platz braucht. Mindestens 250 Quadratmeter sollten es sein, auch Kooperationen mit anderen Raumnutzern kann sich Uta Linß sehr gut vorstellen – vielleicht in Richtung eines Stadtteilzentrums. In der praktischen Arbeit sind Kooperationen ohnehin bereits im Gang oder angedacht: Ob mit dem Abenteuerspielplatz Rumpelhausen, Vereinen im Stühlinger oder – beim Thema Nachmittagsbetreuung – mit der Hebelgrund- und -hauptschule.

Kontakt zum Mütter- und Familienzentrum Klara, Büggenreuterstraße 12: E-Mail -Adresse vorstand@muetterzentrum-klara.de,  0761/ 272051 .