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19. August 2009

Es ist etwas faul auf dem Spielplatz

Gagfah-Mieter beklagen Müll und mangelnde Wartung

  1. Der Spielplatz bei den Gagfah-Häusern befindet sich zum Teil in einem desolaten Zustand. So fehlt an der Kletterburg ein Brett im Boden, andere Bretter faulen bereits. Foto: Thomas Kunz

  2. Foto: Thomas Kunz

  3. Foto: Thomas Kunz

LANDWASSER. An einem heißen Sommertag tollen 20 Kinder über den Spielplatz vor den grün-gelben Hochhäusern an der Wirthstraße in Landwasser. Doch die Idylle ist getrübt: Mülleimer quellen über, überall liegen Papier, Plastikfolien und anderer Unrat. An der Kletterburg fehlen Bretter, andere haben zu faulen begonnen; eine Schaukel fehlt. Trotz Beschwerden bessere sich die Situation nicht, klagen Mieter. Häuser und Spielplatz gehören der Gemeinnützigen Aktien-Gesellschaft für Angestellten-Heimstätten (Gagfah), die die Vorwürfe zurückweist.

"Wir haben den Müll schon ein paar Mal selbst weggeräumt, die Gagfah macht überhaupt nichts", ärgert sich Ossama Yassine. Als die Gebäude noch im Besitz der Freiburger Stadtbau GmbH – einer städtischen Tochterfirma – waren, seien die Außenanlagen wesentlich sauberer gewesen. Nun würde vor allem der Spielplatz viel zu selten gesäubert. Vor fast vier Jahren wurden die Häuser an die Gagfah verkauft, im vergangenen Winter wurden für 9 Millionen Euro die Fassaden saniert, gedämmt und einige Fenster ausgetauscht (die BZ berichtete). "Seit dem Verkauf wird aber hier um die Häuser herum kaum noch etwas gemacht, höchstens das Gras gemäht", sagt Yassine.

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Seine Nachbarin Anne Knuth sagt, es habe im vergangenen Jahr ein Treffen der Mieter mit Vertretern der Gagfah gegeben, bevor die Arbeiten an der Fassade begannen. "Dort haben wir die Probleme angesprochen, aber die haben gar nicht zugehört", klagt Yassine. Der Müll sei lästig, echte Sorgen macht sich der 35-Jährige aber wegen des Zustandes der Geräte auf dem Spielplatz. Es ist vor allem das zweistöckige Kletterhaus, das bei dem Vater von sechs noch jungen Kindern ein mulmiges Gefühl auslöst: "Ich weiß nicht, wie lange das Holz noch hält. Irgendwann bricht da ein Kind durch und kann sich schlimm verletzen."

Knuth und Yassine sind sich einig darüber, dass die Gagfah Beschwerden abblocke. "Wenn man dort anruft, hängt man ewig in der Warteschleife, oder es ist gar niemand zu sprechen", sagt Yassine. Auch Beschwerden beim Hausmeister brächten nichts. "Der sagt, die Mieter selbst würden alles schmutzig und kaputtmachen", empört sich die 43-Jährige.

Die beiden Mieter kritisieren auch, dass die Häuser zwar äußerlich verschönert wurden, sich im Inneren aber zu wenig getan habe. Tatsächlich sieht das Treppenhaus des Gebäudes, in dem Yassine und Knuth wohnen, alt und heruntergekommen aus, es stinkt nach Urin. Der Aufzug, dessen Wände beschmiert sind, stammt noch von 1972. Yassine hat eine Vermutung, warum die Häuser im Wesentlichen nur äußerlich aufgehübscht worden sind: "Die wollen die Gebäude sicher bald weiterverkaufen."

Bettina Benner, Pressesprecherin der Gagfah, weist die Darstellung der Mieter zurück. Sie teilt auf Anfrage der BZ schriftlich mit, der Spielplatz werde dreimal in der Woche vom Hausmeister gereinigt. Das Problem liege woanders: "Leider wird immer wieder in der Gesamtanlage und den Häusern der Wirthstraße wild Müll entsorgt."

Ob es Mieter oder Außenstehende sind, die das tun, wisse sie nicht. Das Unternehmen habe bereits mehrmals die Sperrmüllentsorgung bestellt, jedes Mal seien zehn bis zwölf Tonnen Müll beseitigt worden.

Über mittelfristige Pläne für die Häuser gibt die Gagfah keine Auskunft


Was die Sicherheit des Spielplatzes angeht, so sei dieser Ende des vergangenen Jahres vom TÜV geprüft worden, dabei habe es keine Beanstandungen gegeben, erklärt Benner. Die Schaukeln würden zurzeit repariert. Weiter heißt es: "Die Treppenhausreinigung obliegt den Mietern. Eingangsbereiche und Fahrstühle werden von Seiten der Gagfah einmal in der Woche gereinigt."

Der Frage nach weiteren Sanierungsmaßnahmen, zum Beispiel in Treppenhäusern, weicht Benner aus: "Wir investieren ordentlich in die Instandhaltung unserer Wohnungen." Keine Auskunft gibt sie auch darüber, ob die Häuser eventuell tatsächlich verkauft werden sollen.

Nicht nur in Landwasser beklagen sich Mieter über die Gagfah. Auch Bewohner von Häusern am Auggener Weg in Weingarten beschweren sich, dort vor allem über den schlechten Zustand der Wohnungen selbst. Unterstützung erhalten sie von der evangelischen und der katholischen Kirchengemeinde. Dennoch blockte die Gagfah Sanierungsforderungen ab und erhöhte stattdessen die Miete (die BZ berichtete).

Autor: Jens Gräber