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05. Oktober 2011

Ein Baum der Erkenntnis

Kappel besitzt mit dem Werk des einheimischen Bildhauers Thomas Rees etwas Besonderes.

  1. Ortsvorsteher Herrmann Dittmers bei der Einweihung des „Baums der Erkenntnis“ . Foto: Andreas Peikert

KAPPEL. Seit kurzem hat der Freiburger Osten den Liebhabern von Kunst und Natur etwas Besonderes zu bieten: Auf einem Plateau mit freiem Blick auf das Dreisamtal steht der aus Ahorn geschnitzte "Baum der Erkenntnis" . Das hölzerne Kunstwerk offenbart dem aufmerksamen Betrachter eine Vielzahl von Motiven, die allesamt der biblischen Geschichte entlehnt sind. Zu verdanken haben die Kappler das eigenwillige Objekt ihrem Mitbürger und Bildhauer Thomas Rees. Stimmungsvoll – getaucht in die Strahlen der untergehenden Sonne – wurde das Kunstwerk am Freitagabend offiziell seiner Bestimmung übergeben.

Für den vor eineinhalb Jahren gegründeten Kunst- und Kulturverein Kappel war die Suche nach einem geeigneten Standort ein schwieriges Unterfangen. In ihrer Begrüßungsansprache wies Projektleiterin Anke Schultheis darauf hin, dass als denkbare Standorte zunächst auch der Platz vor dem Rathaus, bei der Kirche und an der Grundschule im Gespräch waren. Der freie Blick bis nach Stegen, Littenweiler und Ebnet sowie die Unterstützung durch Grundstückseigentümer Nikolaus von Gayling waren letztlich entscheidend dafür, dass eine kleine Fläche am Eschenwegle für das Vorhaben ausgeguckt wurde. Schultheis erinnerte daran, dass das außergewöhnliche Kunstwerk vor mittlerweile drei Jahren auf dem nahe gelegenen Pfeiferberg vom ortsansässigen Bildhauer Thomas Rees geschaffen wurde. Der Umzug war unumgänglich, weil sich die landwirtschaftlich genutzte Fläche nicht als längerfristiges Domizil eignete.

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Im Beisein von Kommunalpolitikern, Vereinsvertretern und annähernd 100 Bürgern gratulierte Ortsvorsteher Hermann Dittmers dem Kunst-und Kulturverein zum Erwerb des Kunstwerks und zur Wahl des Standortes. "Dass dies möglich wurde, ist nicht zuletzt ein Verdienst des Ortschaftsrates", meinte Dittmers. Die Realisierung und Finanzierung unter anderem durch private Sponsoren wertete er als "positives Zeichen der Gemeinschaft und des Miteinanders in Kappel". In einem Grußwort lobte die Freiburger Pfarrerin Anke Ruth-Klumbies den Mut, ein Kunstwerk mit christlicher Aussage öffentlich zu präsentieren. "Es entspricht nicht dem Mainstream dieser Zeit."

Nach einem stimmungsvollen Trompetensolo und der Segnung durch Pfarrer Johannes Kienzler nutzten etliche Kappler die Gelegenheit, sich einen Dokumentarfilm über die Entstehung der Skulptur anzuschauen. Der "Erkenntnisbaum" wurde durch Zufall im Zastlertal bei Oberried gefunden. "Er war ein knorriges, verwachsenes 200 Jahre altes Naturdenkmal, das aus Sicherheitsgründen gefällt werden musste und eigentlich für nichts mehr zu gebrauchen war", erinnerte sich Thomas Rees. Das auf einem mit Hackschnitzeln ausgestreuten Plateau stehende Kunstwerk ist schon von Weiterem zu erkennen. Ortsunkundige orientieren sich in Richtung der Ortsmitte Kappel, biegen links in die Hagemattenstraße ein und folgende der Beschilderung zur Erzwäscherei.

Infos: Kunst- und Kulturverein Kappel, Reinhard vom Felde, Tel. 0761/65 995 und im Internet unter http://www.kkv-kappel.de

Autor: Andreas Peikert