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16. März 2011

Auf dem Weg zum neuen Eingang

Die Grundzüge stehen, doch manches ist bei der umstrittenen Bebauung des Platzes am Beginn des Stadtteils Vauban noch offen.

  1. Die Visualisierung zeigt den Blick vom Paula-Modersohn-Platz (mit der Karoline-Kaspar-Schule im Rücken) auf die geplante Neubebauung: links das Wohngebäude, rechts – an der Merzhauser Straße – das Hotel, in der Mitte der Durchgang zur Vaubanallee. Foto:  Barkow Leibinger Architekten, Berlin

  2. Derzeit hat die Wagenburggruppe „Kommando Rhino“ das Gelände mit Beschlag belegt. Foto: Ingo Schneider

VAUBAN. Einiges soll zumindest noch einmal auf den Prüfstand kommen – das hat Wulf Daseking, Leiter des Stadtplanungsamts, am Montagabend versprochen. Bei einer Infoveranstaltung zur Bebauung des Eingangsgrundstücks zum Stadtteil Vauban wollte er dem rund 60-köpfigen Publikum seine Begeisterung für das Projekt vermitteln. Etwa die Hälfte der Zuhörer kam allerdings aus dem Umfeld des Stadtteilvereins – und dort ist der Frust über den bisherigen Verlauf des Verfahrens groß.

Ab und zu ist die Atmosphäre am Kippen. Immer mal wieder gibt’s unzufriedenes Murren in den hinteren Reihen, wo die Kritiker sitzen. Auch Abgesandte der Wagenburggruppe "Kommando Rhino", die das Gelände besetzt hat, sind da, sie haben Flugblätter verteilt und wollen nach fast drei Stunden Gespräch am Ende noch die offene Frage nach ihren Perspektiven klären. Doch da bricht Wulf Daseking ab.

Davor hatte Annette Schubert, die Referentin von Oberbürgermeister Dieter Salomon, bilanziert, dass sich bisher keine Besitzer privater Flächen gefunden hätten, die bereit seien, das "Kommando Rhino" aufzunehmen. Städtisches Gebiet komme wegen eines Gemeinderatsbeschlusses nicht in Frage. Nun wird noch die Wagenburggruppe der "Schattenparker" gefragt, ob sie neue Wagen aufnehmen könne. Klar ist: Anfang April beginnen die Vorbereitungen für die Bauarbeiten auf dem Platz, wo jetzt die Bauwagengruppe lebt. Eine Trafostation braucht Platz, darum müssen gleich zu Beginn die ersten "Rhinos" weichen. Bis Sommer muss der gesamte Platz leer sein – und ab September soll gebaut werden.

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Wie dann alles werden soll, erläutern Lukas Weder, Projektleiter beim beauftragten Berliner Architekturbüro Barkow-Leibinger, und Mathias Lebhold von der Freiburger Stadtbau (FSB), in deren Auftrag gebaut wird. Geplant sind im vorderen, zur Merzhauser Straße gelegenen Teil ein Hotel, das unter anderem gezielt Arbeitsplätze und Gästezimmer für Menschen mit Behinderung bieten soll, und Wohnungen weiter hinten. Dazwischen verbindet ein sechs bis acht Meter breiter Durchgang Bushaltestelle (an der Vaubanallee) und Straßenbahnhaltestelle (am Paula-Modersohn-Platz). Viel zu schmal sei der Durchgang, kommt als Kritik aus dem Publikum, überhaupt ist einigen nicht nur die Wuchtigkeit des neuen Gebäudes unsympathisch. "Green City? Es gibt ja nicht mal Bäume", sagt einer. Statt dessen sollen die Wände begrünt werden.

An der höchsten Stelle soll das Gebäude 21,45 Meter, im Durchschnitt zwischen 14 und 15 Meter hoch werden. Damit übertrifft die Höhe an der höchsten Stelle den ursprünglich gültigen Bebauungsplan um 6,5 Meter. Die Planer loben, dass das Gebäude damit "in Konkurrenz" zu dem Hochhaus nebenan trete, zwei Frauen im Publikum kritisieren die "massive Front". Was bedeutet die Höhe für die jetzigen Anwohner? Einige fürchten, dass künftig alle deutlich mehr Schatten haben werden. Laut Mathias Lebhold kam eine Sonnenstandstudie zu dem Ergebnis, dass nur die Stirnseite eines der Gebäude bald weniger Sonne abbekomme – und das nur in den drei Wintermonaten. Kritik gab’s unter anderem auch am Wegfall des einst geplanten "Info-Points" zum Stadtteil und an der abgespeckten Passivbauweise – sie gilt nur noch für den Wohnbereich. Schuld daran sind Finanzierungsprobleme. Umso mehr hofft Jack Huttmann von der Vereinigung Freiburger Sozialarbeit, die das Hotel betreiben wird, auf viel bürgerschaftliches Engagement für das Hotel, das sich selbst tragen muss. Gefragt sind sowohl Ehrenamtliche, die sechs Mitarbeiter mit geistiger und einen Mitarbeiter mit körperlicher Behinderung begleiten, als auch finanzielle Unterstützer.

Das barrierefreie Hotel soll 50 Zimmer mit 102 Betten bieten, drei der Zimmer werden gezielt für Rollstuhlfahrer eingerichtet. Ein Konferenzraum im Erdgeschoss – mit einer Induktionsschleife für Menschen mit Hörbehinderung ausgestattet – soll auch von Firmen und für Feste von Nachbarn gemietet werden können. Das Hotelprojekt an sich stößt bei allen auf Zustimmung. Doch das ändert nichts daran, dass Bobby Glatz und Michael Schubert vom Stadtteilverein das Gefühl haben, dass insgesamt ihre Ideen zu wenig einbezogen wurden. "Außer dem Hotel ist nichts innovativ", kritisiert Bobby Glatz. Wulf Daseking sammelt an diesem Abend alle Kritikpunkte und offenen Fragen. Offen ist unter anderem auch noch, wo künftig die Touristenbusse halten und parken sollen und wo für die zahlreichen Besucher des Stadtteils öffentliche Toiletten geschaffen werden können.

Autor: Anja Bochtler