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23. Juli 2008 16:45 Uhr

Mehr Durchblick für Lkw-Fahrer?

Halbjahresbilanz: Trixi-Spiegel bleiben umstritten

An 25 Freiburger Kreuzungen hängen so genannte Trixi-Spiegel. Sie sollen Lkw-Fahrern eine bessere Sicht aufs eigene Hinterrad ermöglichen und so die Sicherheit von Radfahrern erhöhen. Ihre Wirksamkeit bleibt umstritten.

  1. Der Trixi-Spiegel schafft Lkw-Fahrern an Ampeln mehr Sicht nach hinten Foto: Ingo Schneider

  2. Die Spiegel hängen an 25 Kreuzungen in Freiburg Foto: Brigitte Sasse

  3. Ulrich H. Willburger hat den Trixi-Spiegel erfunden Foto: Ingo Schneider

Seit rund einem halben Jahr hängen an 25 Freiburger Kreuzungen so genannte Trixi-Spiegel. Sie sollen die Sicherheit von Radfahrern erhöhen. Die Stadtverwaltung prüft derzeit noch, wo sie weitere Spiegel aufhängen kann. Dabei geht sie nach Ansicht der privaten Initiatoren etwas halbherzig vor. Schuld daran sei wohl eine Stellungnahme der Polizei. Tatsächlich steht diese den Trixi-Spiegeln skeptisch gegenüber. "Das ist eine Problem erzeugende Lösung", sagt Wolfgang Hepting, Verkehrsexperte der Polizei.

Neun Radfahrer sind auf Freiburgs Straßen in den vergangenen sechs Jahren ums Leben gekommen. Deshalb starteten die Aktionsgemeinschaft "Round Table", die Polizei und die Badische Zeitung Anfang 2007 ein Projekt, das die Verkehrssicherheit erhöhen sollte. Aus diesem hat sich die Initiative des "Round Table" für die Trixi-Spiegel entwickelt. Diese sind an Kreuzungen fest installiert und ermöglichen es Lastwagenfahrern, auch die Bereiche vor und neben sich zu überblicken, die sonst im "Toten Winkel" liegen. "Round Table" konnte 200 Spender für die jeweils knapp 100 Euro teuren Spiegel gewinnen, die Stadtverwaltung hängte die ersten 25 Ende November vergangenen Jahres auf. Damit betrat Freiburg Neuland: Bislang gibt es kaum deutsche Städte, die Erfahrungen mit den runden Spiegeln haben.

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Ob die Trixi-Spiegel schon Unfälle verhindert haben, möchten Stadtverwaltung, Polizei und "Round Table" derzeit noch nicht beurteilen. Die Zeitspanne sei zu kurz. Die bisherigen Erfahrungen zeigten aber, dass die Trixi-Spiegel tatsächlich die Sicht der Lastwagenfahrer "deutlich verbessern", sagt Rathaussprecherin Petra Zinthäfner. Auch der "Round Table" ist zufrieden. "Wir beurteilen die Spiegel sehr positiv", sagt Hans-Christian Pauly. Allerdings hat die Aktionsgemeinschaft auch beobachtet, dass viele Lastwagenfahrer – vor allem auswärtige – die Spiegel nicht kennen. Sie müssten sich erst daran gewöhnen, meint Pauly.

Kritischere Stimmen kommen von der Polizei. Die Lastwagenfahrer könnten unmöglich auch noch die Trixi-Spiegel im Blick haben, sagt Wolfgang Hepting: "Was sollen die denn noch alles machen?" Für das Problem "Toter Winkel" gebe es keine so einfache Lösung wie die Trixi-Spiegel. Außerdem zeigten die Erfahrungen aus anderen Städten, dass die Spiegel bislang "keine durchschlagenden Erfolge" erzielt hätten. Und: Auch die rechtliche Situation sei schwierig. Trixi-Spiegel sind in der Straßenverkehrsordnung nicht vorgesehen, zudem ist die Haftungsfrage ungeklärt.

Ihre Bedenken hat die Polizei auch der Stadtverwaltung in einer schriftlichen Stellungnahme mitgeteilt. Der "Round Table" vermutet, dass das städtische Garten- und Tiefbauamt sich deshalb mit der Prüfung weiterer möglicher Standorte Zeit lässt.

Diese Prüfung soll laut Zinthäfner in einigen Wochen abgeschlossen sein. Wolfgang Hepting plädiert dafür, keine weiteren Spiegel aufzuhängen, sondern stattdessen die Lastwagen mit "Fahrerassistenzsystemen" auszustatten. Diese piepsen, sobald sich ein Fußgänger oder Radfahrer im "Toten Winkel" aufhält. "Auf ein optisches Signal können die Lastwagenfahrer besser reagieren", glaubt Hepting.

Einen ganz anderen Lösungsansatz verfolgt der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC): Er hatte schon im vergangenen Jahr dafür plädiert, alle großen Lastwagen einfach aus der Innenstadt zu verbannen.

Autor: Beate Beule